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Asylstraße © dierk schaefer auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

EU-Statistik

Mehr Asylentscheidungen in Deutschland als in übriger EU

Im ersten Halbjahr 2017 wurden in Deutschland mehr Asylentscheidungen getroffen als in allen anderen EU-Staaten zusammen. Das teilt die EU-Statistikbehörde Eurostat mit. Mit den Asyl-Bescheiden steigt auch die Zahl der Klagen.

Dienstag, 05.12.2017, 6:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 10.12.2017, 13:02 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

In Deutschland sind im ersten Halbjahr 2017 weit mehr Asylentscheidungen getroffen worden als in den übrigen 27 EU-Staaten zusammengenommen. Nach am Montag vom Europäischen Statistikamt Eurostat zur Verfügung gestellten Zahlen, die zuletzt am 1. Dezember aktualisiert worden waren, wurden in der Bundesrepublik 357.625 Entscheidungen getroffen. Im Rest der EU waren es demnach 215.185 Entscheidungen, die jeweils Erstanträge von Asylbewerbern betrafen.

Zuvor hatte die Welt über das Thema berichtet. Laut Welt belief sich die von Eurostat gemeldete Zahl der Entscheidungen in der übrigen EU allerdings auf nur rund 199.000. Eurostat konnte die Differenz auf Anfrage zunächst nicht erklären.

Deutschland sei weiter das mit Abstand wichtigste Zielland für Flüchtlinge und Migranten in Europa, hieß es laut Welt. Seit April 2016 kämen in jedem Monat relativ konstant rund 15.000 neue Schutzsuchende an. Im Oktober seien es laut Bundesinnenministerium 15.170 gewesen. Von Januar bis Oktober seien insgesamt 156.000 Asylbewerber eingereist.

Mehr Klagen gegen Asylbescheide

Mit den Asylbewerberzahlen steigen auch Klagen gegen Asylbescheide. Wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) am Montag bestätigte, wurden in diesem Jahr zwischen Januar und September insgesamt 274.645 Klagen gegen Entscheidungen des Bundesamtes eingelegt, von denen in 27,2 Prozent der Fälle zugunsten der Antragsteller entschieden wurden.

Die Gerichtskosten in Asylangelegenheiten betrugen den Angaben zufolge mit Stand 21. November rund 20 Millionen Euro. 2016 waren es noch rund 11,2 Millionen Euro. Der Sprecher des Verwaltungsgerichts Hannover, Burkhard Lange, erklärt sich die steigende Zahl der Asylklagen so: „Mit dem hohen Output der Entscheidungen hat die Bearbeitungssorgfalt beim BAMF etwas nachgelassen.“ (epd/mig)

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