Integrationsrat, Thomas de Maiziere, Gerard Collomb, Berlin
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) (r.) und sein französischer Amtskollege Gérard Collomb (l.) nach dem ersten großen Treffen des Deutsch-Französischen Integrationsrats in Berlin. © twitter/@BMI_Bund

Estes Integrationsrat-Treffen

Deutschland und Frankreich wollen voneinander lernen

Über Themen wie Spracherwerb, Bildung und Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt wollen sich Deutschland und Frankreich stärker austauschen. Das erste große Treffen des Deutsch-Französischen Integrationsrats fand jetzt in Berlin statt.

Mittwoch, 08.11.2017, 6:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.11.2017, 16:04 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Frankreich und Deutschland wollen sich künftig enger über Fragen der Integration austauschen. Integration sei für Deutschland eine der größten Herausforderungen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstag nach dem ersten großen Treffen des Deutsch-Französischen Integrationsrats in Berlin. Sein französischer Amtskollege Gérard Collomb sagte, es gehe um den Austausch gelungener Praxisbeispiele. Der im April für zunächst drei Jahre gegründete Integrationsrat soll sich dem am Dienstag verabschiedeten Arbeitsprogramm zufolge mindestens einmal jährlich treffen.

Auf der Agenda für den Rat stehen demnach Themen wie Spracherwerb, Bildung, Integration in den Arbeitsmarkt, Bekämpfung von Radikalisierung und Unterbringung. Beide Minister betonten, es gehe dabei nicht nur um die Integration Schutzberechtigter, sondern auch bereits länger in den jeweiligen Ländern lebender Menschen mit Migrationshintergrund.

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Deutsch-Französischer Integrationsrat

Der Deutsch-Französische Integrationsrat wurde im April ins Leben gerufen. Im Juli fand nach Angaben des Bundesinnenministeriums ein erstes Treffen der Spitzen des Rats in Paris statt. Am Treffen in Berlin nahmen am Dienstag 24 Personen teil. Neben Vertretern der Bundesregierung saßen auf deutscher Seite auch Vertreter von Migrantenorganisationen, vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, von Ländern, Kommunen und Wohlfahrtsverbänden bei den Beratungen am Tisch.

Der Staatsminister Michael Roth (SPD) sagte, kein Thema führe derzeit so sehr zu Kontroversen wie Integration. Der Beauftragte für die deutsch-französischen Beziehungen im Auswärtigen Amt betonte, insbesondere die beiden Länder, die liberalen Gesellschaftskonzepten verpflichtet seien, seien gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Sprache und Wertevermittlung

Erster Punkt im Arbeitsprogramm ist das Thema Sprache. De Maizière sieht hier weiteren Handlungsbedarf in Deutschland. Es gebe „beachtliche Durchfallquoten“ bei Sprachkursen, sagte er. Wertevermittlung und die Integration durch Arbeit seien aber genauso wichtig.

Collomb wollte anlässlich seines Besuchs am Nachmittag in Berlin eine Registrierstelle für Flüchtlinge besichtigen. Er äußerte die Hoffnung, dass die deutsch-französische Initiative auch auf die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern abfärbt. (epd/mig)

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