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Kleiner Junge übt bei der freiwilligen Feuerwehr © rs-foto auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Engagementbericht

Bildung und Einkommen maßgeblich für freiwilliges Ehrenamt

Die Einwanderung von Flüchtlingen hat das freiwillige Engagement in Deutschland angekurbelt – auch unter Migranten. Bildung und Einkommen beeinflussen ehrenamtliches Engagement allerdings enorm.

Donnerstag, 30.03.2017, 4:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:43 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland üben ein Ehrenamt aus. In den vergangenen 15 Jahren stieg die Zahl der Freiwilligen um rund zehn Prozentpunkte. Das geht aus dem Engagementbericht des Bundesfamilienministeriums hervor, über den das Bundeskabinett am Mittwoch beriet. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) bezeichnete die Freiwilligen als „Motor“, der die Demokratie am Laufen halte.

Eine Ursache für den Anstieg des Engagements ist dem Bericht zufolge – besonders unter Muslimen in Deutschland – die hohe Anzahl der ab Sommer 2015 in Deutschland Zuflucht suchenden Menschen. Dies habe zu einer beträchtlichen Zunahme von Engagement, praktischer Hilfe, Sach- sowie Geldspenden geführt: „Fast die Hälfte der in Deutschland lebenden Menschen wurde in einer dieser Formen aktiv“, heißt es in dem Bericht.

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Bildung und Einkommen maßgeblich für Engagement

Laut Ministerium engagierten sich im Jahr 2014 43,7 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren ehrenamtlich. Die meisten sind im Bereich „Sport und Bewegung“ (16,3 Prozent) tätig, danach folgen „Schule und Kindergarten“ (9,1 Prozent) sowie „Kultur und Musik“ (9,0 Prozent). Etwa ein Drittel der Ehrenamtlichen übt die Tätigkeit seit mehr als zehn Jahren aus. Besonders groß ist die Zunahme der Engagierten unter den 70- bis 74-Jährigen. Im Jahr 2000 hatten von ihnen nur 16 Prozent ein Ehrenamt übernommen. 2014 hatten in dieser Altersgruppe 27 Prozent ein Ehrenamt inne.

Migranten engagieren sich dem Bericht zufolge weniger als Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte. Die in Deutschland geborene zweite und dritte Generation ist jedoch deutlich stärker engagiert als Menschen, die über eigene Migrationserfahrungen verfügen. Hierbei beeinflussen Bildung und Einkommen das Engagement erheblich. Berücksichtige man diese beiden Faktoren, „gleichen sich die Engagementquoten an“, heißt es in dem Bericht.

Schwesig sagt Freiwilligen mehr Unterstützung zu

„Künftig wollen wir die Menschen, die ihre Zeit einbringen und sich für andere stark machen, noch besser unterstützen“, sagte Schwesig. Bürgerschaftliches Engagement sei die Basis für eine lebendige und innovative Gesellschaft. Die meisten Freiwilligen sind für Organisationen tätig. Die zweitgrößte Gruppe engagiert sich in individuell organisierten Gruppen, Kirchen und religiösen Vereinigungen sowie kommunalen oder staatlichen Einrichtungen.

58,1 Prozent der Freiwilligen üben ihr Ehrenamt bis zu zwei Stunden pro Woche aus. Auf dem Land ist der Anteil der Engagierten mit 45,5 Prozent höher als in der Stadt (42,7 Prozent). In Westdeutschland beträgt die Engagementquote 44,8 Prozent und in Ostdeutschland 38,5 Prozent. Seit 1999 ist die Quote im Osten um 10,6 Prozentpunkte und im Westen um 9,1 Prozentpunkte gestiegen.

Der Zweite Engagementbericht der Bundesregierung umfasst rund 600 Seiten und wurde von einer Sachverständigenkommission unter der Leitung von Thomas Klie, dem Leiter des Zentrums für zivilgesellschaftliche Entwicklung in Freiburg, verfasst. Die Kommission empfiehlt den demografischen Wandel als sozialen Wandel aktiv zu gestalten und bürgerschaftliches Engagement miteinzubeziehen. (epd/mig)

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