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Zwei Freunde © Yasin Hassan @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Asylstatistik

Jugendämter betreuen weniger minderjährige Flüchtlinge

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die von den Jugendämtern betreut werden, geht zurück. Dennoch gibt es Versorgungslücken. In manchen Kommunen fehlen Personal oder bedarfsgerechte Unterbringungsmöglichkeiten.

Donnerstag, 16.03.2017, 4:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 16.03.2017, 16:51 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Zahl minderjähriger Flüchtlinge in der Obhut der Jugendämter geht zurück, dennoch gibt es bei der Versorgung teilweise noch Probleme. „So fehlt es in einigen Kommunen an personellen Ressourcen oder an bedarfsgerechten Unterbringungsmöglichkeiten“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Mittwoch in Berlin. Sie legte dem Bundeskabinett den ersten Bericht zur Situation unbegleiteter ausländischer Kinder und Jugendlicher vor. In Genf riefen Vertreter der katholischen Kirche zu einem besseren Schutz der Minderjährigen auf.

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Laut Bericht der Bundesregierung kümmerten sich die deutschen Ämter im Februar um 43.840 geflüchtete Kinder und Jugendliche. Im Februar 2016 waren es noch 60.638. Zugleich stieg die Zahl der Volljährigen in der Jugendhilfe von rund 6.400 im November 2015 auf mehr als 18.000 im Februar 2017.

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Kirche besorgt

Schwesig sagte, Kinder und Jugendliche, die allein nach Deutschland geflüchtet sind, gehörten zur schutzbedürftigsten Personengruppe überhaupt. Ihrem Bericht zufolge sind viele von ihnen in Deutschland in stationären Einrichtungen und betreuten Wohnformen untergebracht. Gast- und Pflegefamilien spielten eine untergeordnete Rolle. Der Gesundheitszustand bei vielen Minderjährigen sei durch fluchtbedingte extreme Belastungen gekennzeichnet.

Die Internationale Katholische Kommission für Migration appellierte derweil in Genf an die Staatengemeinschaft, mehr für den Schutz minderjähriger Flüchtlinge zu unternehmen. Der Generalsekretär der Kommission, Robert Vitillo, erklärte, unbegleitete Kinder würden Opfer von sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit, erzwungenen Eheschließungen und Organentnahme. Allein in den vergangenen zwei Jahren seien in Europa 10.000 unbegleitete Flüchtlingskinder nach der Registrierung spurlos verschwunden.

Asylanträge von 112.000 Kindern ohne Eltern

Im Jahr 2015 beantragten laut der Kommission 112.000 Kinder ohne Eltern oder Betreuungsperson in 83 Ländern Asyl. Laut den UN ist etwa jeder zweite der mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht unter 18 Jahre alt. Viele von ihnen hätten durch Gewalt und Konflikte die Eltern verloren und sich alleine auf den Weg gemacht. Andere Kinder würden zu Waisen, weil die Eltern auf der Flucht ums Leben kommen.

Die Internationale Katholische Kommission für Migration hilft Flüchtlingen und Migranten in 50 Ländern. Seit 1951 hat die Kommission für mehr als eine Million Flüchtlinge die Umsiedlung in eine neue Heimat organisiert. Die Kommission mit Sitz in Genf arbeitet eng mit dem Vatikan zusammen. (epd/mig)

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