NSU-Projekt am Residenztheater

Uraufführung von „Urteile“ am 10. April 2014 im Marstall

Am 10. April 2014 wird im Marstall Christine Umpfenbachs dokumentarisches Theaterprojekt "Urteile" über die Opfer des NSU in München uraufgeführt. Im Anschluss an einzelne Aufführungen von „Urteile“ findet die Diskussionsreihe „Alltag und Rassismus“ statt.

Montag, 07.04.2014, 8:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 09.04.2014, 7:29 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Am 29. August 2001 wurde Habil K. in seinem Obst- und Gemüseladen in München-Ramersdorf erschossen. Als Tatmotiv galt „organisierte Kriminalität“. Am 15. Juni 2005 wurde Theodoros B. in seinem Geschäft in München-Westend erschossen. Die Zeitung schrieb: „Eiskalt hingerichtet – das siebte Opfer. Türken-Mafia schlug wieder zu“. Die betroffenen Familien wurden nach den Morden von den Sicherheitsbehörden, Medien, aber auch von ihrem unmittelbaren Umfeld zehn Jahre lang zu Unrecht verdächtigt. Was ist bis zur Entdeckung der Täter im November 2011 in München geschehen?

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Die Regisseurin Christine Umpfenbach, bekannt für ihre dokumentarischen Theaterprojekte, hat mit Journalisten, Rechtsanwälten und Politikern gesprochen, vor allem aber mit den Verwandten, Freunden und den Arbeitskollegen der Opfer. Sie sucht nach Leerstellen und Strukturen, die das Versagen der Sicherheitsbehörden und Medien möglich gemacht haben. Die Autorin Azar Mortazavi schreibt in poetischen Skizzen über die Ver- und Beurteilung im persönlichen Erleben einer Postmigrantin, über die alltäglichen kleinen „Morde“ in Schule, Studium und Arbeit, die nach der Aufdeckung der NSU Verbrechen unerträglich geworden sind.

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Karten gibt es an den Kassen der Staatstheater, online unter residenztheater.de sowie unter 089 2185 1940.

Diskussionsreihe: Alltag und Rassismus
Im Anschluss an einzelne Aufführungen von „Urteile“ findet in Kooperation mit der städtischen Fachstelle gegen Rechtsextremismus (FgR) die Diskussionsreihe „Alltag und Rassismus“ mit den drei Themenschwerpunkten „Medien“, „Staat“ und „Kultur“ statt.

Die erste Veranstaltung am 11. April 2014 wird unter dem Titel „Alltag und Rassismus: Medien“ die Rolle der Medien in der Berichterstattung über die NSU-Morde und im Alltagsgeschäft kritisch in Augenschein nehmen. Die zweite Veranstaltung am 26. Mai 2014 mit dem Titel „Alltag und Rassismus: Staat“ untersucht den Umgang von Staat und Polizei im Umfeld der NSU-Morde und fragt nach Leerstellen und Strukturen, die das Versagen der Sicherheitsbehörden möglich gemacht hat.

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