Statistik für 2012

Einbürgerungszahlen steigen weiter an

Im Jahr 2012 haben sich über 110.000 Ausländer einbürgern lassen. Das ist ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Einbürgerungspotenzial wird aber kaum ausgeschöpft und vom Hoch aus dem Jahr 2000 ist man immer noch weit entfernt.

Dienstag, 27.08.2013, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 30.08.2013, 1:49 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland mehr als 112.300 Ausländer eingebürgert. Dies waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 5.400 Einbürgerungen mehr als 2011 (+ 5,1 %) und 10.800 mehr als 2010 (+ 10,6 %). Damit setzte sich die positive Entwicklung der letzten Jahre fort. Seit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 war die Zahl der Einbürgerungen zunächst zurückgegangen – von 186.700 im Jahr 2000 auf 94.500 im Jahr 2008. Seither steigen die Zahlen wieder kontinuierlich an.

Gegenüber dem Vorjahr haben vor allem Einbürgerungen aus den Mitgliedsländern der EU (+ 3.200 oder + 19,1 %) sowie aus den Kandidatenländern der EU (+ 4.861 oder + 15,0 %) zugenommen. Demgegenüber wurden aus den sonstigen europäischen Ländern weniger Personen eingebürgert als im Vorjahr (– 136 oder – 1,0 %). Noch größer ist der Rückgang bei den Eingebürgerten aus Afrika, Amerika, Asien und Australien beziehungsweise Ozeanien (zusammen – 2.200 oder – 5,2 %).

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Baden-Württemberg und Türken vorn
Innerhalb Deutschland ist die Zahl der Einbürgerungen vor allem in Baden-Württemberg angestiegen (+ 2.200 beziehungsweise + 15,2 %), gefolgt von Hessen mit 1.700 Einbürgerungen (+ 12,8 %), Nordrhein-Westfalen (+ 900 bzw. + 3,2 %) und Bayern (+ 700 bzw. + 5,7 %). Rückläufige Zahlen gab es demgegenüber in Berlin (– 600 bzw. – 8,1 %) und in Brandenburg (– 300 bzw. – 40,8 %) sowie bei den Einbürgerungen im Ausland (– 800 bzw. – 24,2 %).

Wie schon in den Vorjahren wird die Liste der am häufigsten eingebürgerten Staatsangehörigkeiten von türkischen Staatsbürgern angeführt (33 200 Fälle), gefolgt von Personen aus dem ehemaligen Serbien und Montenegro und seinen Nachfolgestaaten (6 100 Fälle) und aus Polen (4 500 Fälle). Die am häufigsten eingebürgerten Staatsangehörigkeiten sind seit mehreren Jahren unverändert, ihre Reihenfolge verschiebt sich aber dabei von Jahr zu Jahr.

Einbürgerungspotenzial viel höher
Das ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial – also das Verhältnis von erfolgten Einbürgerungen zur Zahl jener Ausländer, die seit mindestens zehn Jahren in Deutschland leben und damit alle Voraussetzungen erfüllen – betrug im Jahr 2012 durchschnittlich 2,4 %. Staatsbürger aus den Mitgliedsländern der EU weisen dabei traditionell unterdurchschnittliche Werte auf (1,2 %) – wahrscheinlich weil es für sie weniger zusätzlichen Nutzen bringt, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben, als dies bei vielen Personen aus Drittstaaten der Fall ist. Die höchsten Werte traten bei Kamerun (26,5 % bei 900 Einbürgerungen), Nigeria (12,5 % bei 800 Einbürgerungen) und beim Irak auf (12,2 % bei 3 500 Einbürgerungen). (destatis/bk)

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