Baden-Württemberg

Zahl ausländischer Arbeitnehmer um 30.000 gestiegen

Die Zahl der ausländischen Arbeiter ist in Baden-Württemberg im Jahr 2012 um etwa 30.000 auf über 400.000 angestiegen. Besonders starke Zuwächse wurden aus Osteuropa und den EU-Krisenländern verzeichnet.

Donnerstag, 28.02.2013, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 03.03.2013, 22:10 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

In Baden-Württemberg ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ausländischer Nationalität zur Jahresmitte 2012 gegenüber dem Vorjahr um über 30.000 oder +6,9 Prozent angestiegen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, entfiel damit in diesem Zeitraum gut ein Drittel des gesamten Beschäftigungszuwachses im Land (+88.000 Personen bzw. +2,2 Prozent) auf Arbeitnehmer mit ausländischem Pass.

Insgesamt gab es 2012 knapp 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, darunter 471.000 ausländische Arbeitnehmer. Gemessen an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war im Südwesten der Anteil der ausländischen Arbeitnehmer mit 11,6 Prozent so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Beim Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung belegt Baden-Württemberg im Ranking der Bundesländer im Vergleich dazu lediglich den 4. Platz. Bundesweit betrug die Quote der ausländischen Beschäftigten an allen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern 7,7 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 1,4 Prozent.

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Polen, Rumänen und Ungarn vorn
Fast 24.000 oder 78 Prozent des Zuwachses an ausländischen Arbeitnehmern entfiel auf Personen aus der Europäischen Union (EU). Den zahlenmäßig höchsten Zuwachs gab es dabei bei Arbeitnehmern aus Polen (+6.200 Personen), Rumänien (+3.800 Personen) und Ungarn (+3.700 Personen).

Für Polen und Ungarn sowie für weitere 6 EU-Mitgliedstaaten), die im Jahr 2004 der EU beigetreten sind, gilt seit dem 1. Mai 2011 die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Dies bedeutet, dass seitdem Arbeitnehmer aus diesen Staaten ohne Genehmigung in Deutschland eine Stelle annehmen dürfen. Für Personen aus Rumänien und Bulgarien, die beide erst 2007 der EU beitraten, ist dagegen die Arbeitnehmerfreizügigkeit noch bis Ende 2013 eingeschränkt.

Auch aus den EU-Krisenländern Italien (+2.400 Personen) und Griechenland (+2.100 Personen) gab es vergleichsweise hohe Zuwächse an sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern. Aus Portugal (+710 Personen) und Spanien (+660 Personen) war der Anstieg zahlenmäßig dagegen eher verhalten.

Türken die größte Gruppe
2012 waren im Südwesten unter den ausländischen Arbeitnehmern die Mitbürger mit türkischer Staatsangehörigkeit, die seit Jahren auch die größte Nationalitätengruppe im Land stellen, mit 106.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am stärksten vertreten. Es folgten die Arbeitnehmer der EU-Mitgliedstaaten Italien (67.800 Personen), Griechenland (27.600 Personen), Frankreich (26.400 Personen) und Polen (22.000 Personen).

Insgesamt arbeiteten zur Jahresmitte 2012 im Südwesten 218.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus verschiedenen EU-Staaten und 199.000 aus europäischen Nicht-EU-Staaten. Zusammen waren dies 88 Prozent aller ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Arbeitnehmer aus dem außereuropäischen Ausland waren dagegen mit 54.000 Personen oder 12 Prozent nur schwach vertreten. (etb)

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