TV-Tipps des Tages

19.11.2012 – NSU, Terror, Migranten, Edathy, Neonazi, Zschäpe, V-Mann

TV-Tipps des Tages sind: NSU - Terror von Rechts: Ein Wohnmobil in Flammen, zwei tote Männer, eine Hausexplosion, eine Frau auf der Flucht - erst wenige Tage nach diesen Ereignissen Anfang November 2011 stellt sich heraus: Eine dreiköpfige Bande hat fast 14 Jahre lang unentdeckt im Untergrund gelebt, zehn Menschen ermordet. Ihr selbst gewählter Name: Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)

Von Montag, 19.11.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 18.11.2012, 23:16 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

THEMA: NSU – Terror von Rechts
Ein Wohnmobil in Flammen, zwei tote junge Männer, eine Hausexplosion, eine Frau auf der Flucht – erst wenige Tage nach diesen Ereignissen Anfang November 2011 stellt sich heraus: Eine dreiköpfige Bande hat fast 14 Jahre lang unentdeckt im Untergrund gelebt, Banküberfälle und Bombenanschläge begangen und vor allem zehn Menschen ermordet. Ihre Motivation: Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremistisches Gedankengut. Ihr selbst gewählter Name: Nationalsozialistischer Untergrund (NSU).

Seit dem Auffliegen des so genannten NSU ist ein Jahr vergangen.

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Ein Jahr, in dem auf vielen Ebenen versucht worden ist, Antworten auf vor allem diese Fragen zu finden: Wie konnte die Mörderzelle aus Zwickau so lange unentdeckt bleiben? Wo und wie haben Polizei- und Geheimdienstbehörden und die Politik versagt? Und wie kann ein solcher Fall in Zukunft verhindert werden? Für das PHOENIX-THEMA „Terror von Rechts – Ein Jahr nach Auffliegen des NSU“ blicken Jeanette Klag und Erhard Scherfer auf die bisherige Aufarbeitung der Verbrechensserie des Zwickauer Terrortrios zurück. In Beiträgen und Interviews geht es dabei um die Arbeit von Polizei- und Geheimdienstbehörden, Entscheidungen in der Politik und Reaktionen der Gesellschaft. Gesprächspartner sind Barbara John, Beauftragte der Bundesregierung für die Angehörigen der Opfer, Sebastian Edathy, Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestags, sowie Professor Hajo Funke, Politikwissenschaftler und Rechtsextremismusforscher an der Freien Universität Berlin.

Moderation: Erhard Scherfer

Darin Dokumentation:
Brauner Terror – Blinder Staat
Die Spur des Nazi-Trios

14 Jahre lang lebten die Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos im Untergrund, verübten Morde, Bombenanschläge und Raubüberfälle, ohne dass die Ermittler ihnen auf die Spur kamen. Die „Frontal 21“-Dokumentation zeichnet das Leben und die Taten der Terroristen nach und belegt das Versagen von Verfassungsschutz und Polizei. Angehörige der Täter und der Opfer, Zeugen der Taten sowie verantwortliche Ermittler nehmen Stellung zu einer in der Geschichte der Bundesrepublik einmaligen Verbrechensserie.

War es die Eitelkeit einzelner Ermittler, die verhinderte, dass das Trio gefasst werden konnte? Zeugen der rassistischen Morde berichten in der ZDF-Dokumentation, dass ihre Aussagen über die beobachteten Täter bewusst ignoriert wurden. Die Spur zu den Neonazis ging immer wieder verloren, weil die Fahnder irrtümlich ausländische Verbrecherkartelle hinter den Morden an acht Türken, einem Griechen und einer Polizistin vermuteten. Wären die Ermittler der richtigen Spur zum Nazi-Trio gefolgt, hätten sie den Fall an übergeordnete Behörden abgeben müssen. Das aber, so belegen Dokumente, sollte verhindert werden.

Der frühere Thüringer Verfassungsschutzchef Helmut Roewer gesteht Fehler des Geheimdienstes bei der Observation des Neonazi-Trios ein. So habe man die Beschaffung der Mordwaffen nicht bemerkt. „Das haben wir nicht gesehen“, sagt Roewer in der ZDF-Dokumentation: „Damit muss man leben.“

Die Eltern von Uwe Böhnhardt berichten, wie sie sich drei Mal mit den Untergetauchten treffen konnten, ohne dass Polizei und Verfassungsschutz eingriffen. Dabei wurden die Telefone der Familien intensiv abgehört und der Bekanntenkreis des Trios jahrelang überwacht. „Wenn wir als Eltern Gelegenheit haben, sie zu treffen, mit ihnen zu telefonieren, dann ist es nicht vorstellbar, dass die Behörden das nicht mitbekommen haben“, sagt Brigitte Böhnhardt im ZDF-Interview. 16:00-17:15 • PHOENIX

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