TV-Tipps des Tages

09.10.2012 – Irak, Christen, Türkei, Europa, Erdoğan, Kurden, Atatürk

TV-Tipps des Tages sind: Angst! Christen im Irak: Abt Gabriele betreut vertriebene Christen im Nordirak. Joseph Yunis ist einer von ihnen; I Love Democracy: Türkei als Modellstaat, in dem Wirtschaftswachstum und Demokratie, islamischer Glaube und Laizismus keine Gegensätze mehr sind

Von Dienstag, 09.10.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 07.10.2012, 12:04 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Angst! Christen im Irak
Abt Gabriele betreut vertriebene Christen im Nordirak. Joseph Yunis ist einer von ihnen. Er flüchtete mit seiner Familie aus Mosul, nachdem ihn islamistische Terroristen entführt und gegen 20.000 Dollar Lösegeld wieder freigelassen hatten. „So etwas hat es im Irak nie gegeben. Das fing erst nach der US-Besetzung 2003 an“, sagt sein Sohn Eder. Vor 100 Jahren war jeder vierte Iraker Christ. Heute in Zeiten von Terror und Verfolgung lebt ein großer Teil der irakischen Christen im Exil. Viele haben Zuflucht in der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak gesucht. Eine Schar Unerschrockener jedoch bleibt. 21:32-22:02 • tagesschau24

I Love Democracy
Dokumentarfilm – Während in den arabischen Ländern neue Zukunftsperspektiven entstehen und das junge Europa von einer Krise ohnegleichen erschüttert wird, präsentiert sich die Türkei als Modellstaat, in dem Wirtschaftswachstum und Demokratie, islamischer Glaube und Laizismus keine Gegensätze mehr sind. Der Dokumentarfilm begibt sich auf eine Reise durch das Land und befragt einheimische Politiker, Intellektuelle und Künstler nach dem Stand der Demokratie in ihrem Land.

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Die Reise auf den Spuren der Demokratie quer durch die Türkei erkundet eine Gesellschaft im ständigen Spagat zwischen dem Erbe Mustafa Kemal Atatürks, der sich bei der Gründung der laizistischen und nationalistischen türkischen Republik auf die Werte der Französischen Revolution berief, und der heutigen islamistischen Regierung unter der Führung von Recep Tayyip Erdogan, der meint, Demokratie sei ein „Autobus, aus dem man aussteigt, wenn die Endstation erreicht ist.“ Dabei hatte genau diese Regierung mit mehreren demokratischen Reformen die Pforten Europas aufgestoßen, mehrere der für den Putsch von 1980 verantwortlichen Generäle vor Gericht gestellt und die Macht des Militärs deutlich beschnitten. Wie erklärt sich dieser Widerspruch?

Das Roadmovie führt zunächst nach Gaziantep, einer Hochburg von Erdogans Partei AKP, von der aus traditionalistische Firmenchefs als „anatolische Tiger“ nationale wie internationale Märkte erobern und die Türkei zu einer neuen Wirtschaftsmacht machen wollen. In der kurdischen Hauptstadt Diyarbakir dreht sich alles um die Pressefreiheit: Zwar verzeichnet die Türkei nach China das zweitgrößte Wirtschaftswachstum der Welt, aber auch fast dreimal so viele verhaftete Journalisten. 22:05-23:34 • arte

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