TV-Tipps des Tages

06.10.2011 – Juden, Türken, Deutschland, Integration, Politkowskaja, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Die Juden - Geschichte eines Volkes: Exodus; Die Juden - Geschichte eines Volkes: 2/5, Diaspora; Mit dem Transit durch Almanya: 50 Jahre Heimat in Deutsch Türkland; Ein Artikel zu viel: Anna Politkowskaja und das System Putin

Von Donnerstag, 06.10.2011, 8:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 05.10.2011, 23:33 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |  

Die Juden – Geschichte eines Volkes
1/5, Exodus – Der Glaube an den einen Gott und die Tora stehen im Zentrum des jüdischen Glaubens. Die erste Folge führt zurück zu den Ursprüngen des jüdischen Volkes in Ägypten und schildert den Mythos vom Exodus, dem Weg ins ‚Gelobte Land‘.

Erzählt wird, wie die erste jüdische Nation entsteht, die zunächst von Richtern, dann von legendären Königen wie David und Salomo regiert wird. Vom Babylonischen Exil aus begleitet der Film die Juden zurück in ihre Heimat und zeigt den Wiederaufbau Jerusalems zu einem reichen und prächtigen Zentrum.

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Doch die Unabhängigkeit dauert nur kurze Zeit, und wieder wird das Land von mächtigeren Völkern erobert. Auf Alexander den Großen und seine Erben folgen die Römer. Dem von ihnen eingesetzten König Herodes gelingt es, das Land zu einen. Er errichtet einen Tempel, dessen Pracht in aller Welt gerühmt wird.

Die fünfteilige Dokumentationsreihe folgt den Spuren historischer Figuren, die Zeugen wichtiger Ereignisse der jüdischen Geschichte wurden – von der Antike bis in die Gegenwart. Sie forscht in der Bibel und an archäologischen Stätten nach den Wurzeln des Judentums und zeigt die kulturellen Zentren und schriftlichen Zeugnisse, die das jüdische Volk in der Diaspora hervorgebracht hat. Außerdem geht sie der Rivalität zwischen Christen und Juden im mittelalterlichen Europa nach, erzählt vom blühenden kulturellen Austausch im muslimischen Spanien und lässt die Goldenen Zeitalter der Juden in Venedig, Amsterdam, Krakau, Prag und Istanbul wieder aufleben. Flucht und Vertreibung und die Suche nach einer neuen Heimat prägen die Geschichte des jüdischen Volkes bis in die Gegenwart.

Hintergrundinformationen:
„Die Juden – Geschichte eines Volkes“, produziert von Uwe Kersken, begibt sich auf eine beispiellose Reise durch unzählige Länder auf mehreren Kontinenten, in denen die jüdische Kultur einen prägenden Eindruck hinterlassen hat. Mit Hilfe von Spielszenen, gedreht in Marokko, Tschechien und Deutschland, werden wichtige historische Ereignisse, aber auch der Alltag der Juden dargestellt. Computeranimationen und Modellbauten erwecken antike Gebäude und Städte wie den legendären Tempel Salomos, Jerusalem oder Babylon zu neuem Leben. Neben den dokumentarischen Abschnitten erzählen episodenhafte Szenen von wichtigen Ereignissen der jüdischen Geschichte und dem Schicksal historischer Figuren des Judentums. 14:30-15:25 • arte

Die Juden – Geschichte eines Volkes
2/5, Diaspora – Nach der Eroberung Jerusalems durch die Römer und der Zerstörung des Tempels ist für die Juden nichts mehr wie es war: Sie werden in alle Welt, in die Diaspora, zerstreut.

Von Land zu Land ziehend, sind sie stets abhängig vom guten Willen und der Toleranz der jeweiligen Machthaber und der Bevölkerung. Doch sie haben auch großen Einfluss auf andere Kulturen.

Als Volk ohne Land und religiöses Zentrum müssen die Juden neue Säulen für ihren Glauben finden. Neben Thora entstehen Mischna und Talmud, die das Leben in der Diaspora regeln. Die Juden werden zum Volk der Schrift. Mit diesen Schriften kann dieses Volk seinen Zusammenhalt als religiöse Gemeinschaft für die nächsten Jahrhunderte in der Fremde sichern.

Nachdem die Anhänger Mohammeds die arabische Halbinsel, Nordafrika und schließlich auch Teile der iberischen Halbinsel erobern, leben die Juden zum ersten Mal seit langem wieder in einem kulturellen und wirtschaftlichen System. Das Zusammentreffen mit dem Islam beeinflusst sie nachhaltig.

Hintergrundinformationen:
faszinierende Expedition in die 3.000-jährige Geschichte einer der ältesten Weltreligionen. Die Kraft ihres Glaubens an den einen Gott Jahwe und das Andenken an die gemeinsame Geschichte verbindet die Juden noch heute weltweit. Wo immer sie sich ansiedelten, gelang es ihnen, eine lebendige Kultur aufzubauen, teils losgelöst von ihren nichtjüdischen Nachbarn, teils in friedlicher Koexistenz mit ihnen. Der zweite Teil erzählt von der Zerstreuung des jüdischen Volkes in alle Welt. 15:25-16:15 • arte

Mit dem Transit durch Almanya
Dokumentation – 50 Jahre Heimat in Deutsch Türkland

Ein roter Ford Transit macht sich auf den Weg durch Almanya, am Steuer die Journalisten Asli Sevindim und Till Nassif: die Migrantenkinder machen sich auf die Reise durch DeutschTürkland.

Ihre Route: 3000 km Heimat für Türken in Deutschland, Heimat für fast drei Millionen Menschen, deren Familien aus der Türkei zu uns kamen. Die ersten kamen vor 50 Jahren, als Deutschland sie rief, weil die Industrie hier dringend Arbeiter brauchte. Für sie war der Ford Transit das Symbol für ihren Erfolg in der Fremde: ein Gefährt mit viel Platz für Familie und Gastgeschenke auf dem langen Weg in den Heimaturlaub in die Türkei. Asli Sevindim und Till Nassif sind ihrem alten Transit auf Heimaturlaub in Deutschland unterwegs auf der Suche nach Menschen mit türkischen Wurzeln abseits von allen Klischees. Und da treffen sie Ali Güzel in Duisburg, Meister und Betriebsrat auf Thyssen, der sich darüber freut, dass sein Sohn Geschichtslehrer werden will und in Hamburg Ali Güngörmüs, erster Sternekoch mit türkischen Wurzeln, der in Bayern kochen gelernt hat, und zwar bayrisch.

Hintergrundinformationen:
Ein Film von Elke Maar und Florian von Stetten 20:15-21:00 • EinsExtra

Ein Artikel zu viel
Dokumentation – Anna Politkowskaja und das System Putin

Am 7. Oktober 2006 wurde Anna Politkowskaja in Moskau erschossen – die russische Journalistin war die schärfste Kritikerin der Tschetschenienkriege und des in ihren Augen dafür verantwortlichen russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der Mord sorgte in Europa und den USA für Empörung und brachte das Thema „Demokratie und Meinungsfreiheit“ im Russland Putins wieder auf die Tagesordnung.

Der Filmemacher Eric Bergkraut, der Anna Politkowskaja persönlich kannte, realisierte mit unveröffentlichem Material ein ungewöhnliches Portrait Anna Politkowskajas, in dem er auch eine Menschenrechtsbilanz der Ära Putin zieht. Ausgehend von den Umständen des Mordes und dem Stand der Ermittlungen, erinnert Bergkraut mit Dokumenten an die Arbeit der Journalistin. „Ein Artikel zuviel“ zeichnet durch Interviews unter anderem mit dem Chefredakteur der Zeitung „Nowaja Gaseta“, Anna Politkowskajas Kindern, ihrem Ex-Mann und Freunden ein lebendiges Bild der mutigen Frau, die bis zu ihrem Tod für ihr Herzensanliegen, die Beendigung des Krieges in Tschetschenien, und für wirkliche Meinungsfreiheit in Russland kämpfte.

„Ein Artikel zuviel“ ist eine persönliche Spurensuche – und ein politischer Film.

Hintergrundinformationen:
Ein Film von Eric Bergkraut/Deutschland 2007 23:30-00:55 • RBB Berlin, RBB Brandenburg TV-Tipps

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