Buchtipp zum Wochenende

Transit Deutschland – Debatten zu Nation und Migration

Auf 878 Seiten dokumentiert „Transit Deutschland“ den Wandel Deutschlands zu einer multiethnischen Gesellschaft – von der Ankunft der ersten Gastarbeiter bis zur Gegenwart. In elf Kapiteln werden zahlreiche Originaldokumente, Illustrationen, politische Reden u.v.m. strukturiert.

Freitag, 10.06.2011, 8:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 14.06.2011, 0:09 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Mit Transit Deutschland erscheint erstmals eine Dokumentation, die den Wandel Deutschlands zu einer multiethnischen Gesellschaft nachvollziehbar macht – von der Ankunft der ersten Gastarbeiter bis zur Gegenwart.

Nicht nur Migranten befinden sich in transit, sondern Deutschland selbst.

Migration hat die Geschichte der Bundesrepublik maßgeblich geprägt. Obgleich sich Deutschland offiziell bis zum Zuwanderungsgesetz von 2005 dagegen verwehrte, als Einwanderungsland zu gelten, war der Ruf nach besserer Integration von Migranten bereits in den 1970er Jahren zu hören. Die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte in Westdeutschland oder die Völkerfreundschaft in der DDR waren ebenso umstritten wie Asyl und Fremdenhass, Staatbürgerschaft und Doppelpass, Multikulti und Leitkultur, Mehrsprachigkeit und Repräsentation, Religion und Säkularismus.

Transit Deutschland erschließt das Archiv der Kontroversen in rund 250 ausgewählten Originaldokumenten und 13 Illustrationen aus Zeitungen und Zeitschriften, Gesetzestexten und politischen Reden, Radiosendungen und Popsongs – thematisch strukturiert in 11 Kapiteln. Beispiele aus Literatur und Film schärfen den Blick für die Inszenierung von Identitäten in einer zunehmend vernetzten Welt. Die Dokumentation zeigt deutlich, dass Migration von Anfang auch ein europäisches Projekt mit globalen Implikationen war, wenngleich die Debatte um Integration heute verengt im nationalen Rahmen geführt wird.

Mit Texten u.a. von
Fatih Akın, Klaus Bade, Ulrich Beck, Maxim Biller, Hartmut Böhme, Henryk M. Broder, Daniel Cohn-Bendit, Recep Tayyip Erdoğan, Rainer Werner Fassbinder, Günter Grass, Jürgen Habermas, Wilhelm Heitmeyer, Elfriede Jelinek, Barbara John, Wladimir Kaminer, Necla Kelek, Helmut Kohl, Udo Lindenberg, Monika Maron, Angela Merkel, Franz Müntefering, Armin Nassehi, Michael Naumann, Emine Sevgi Özdamar, Cem Özdemir, Orhan Pamuk, Wolfgang Schäuble, Alice Schwarzer, Zafer Şenocak, Theo Sommer, Thomas Steinfeld, Yoko Tawada, Mark Terkessidis, Hans-Ulrich Wehler, Sigrid Weigel, Feridun Zaimoğlu u.v.m.

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