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Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Lüders warnt vor zunehmender Diskriminierung

Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, hat warnt vor zunehmender Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft und mahnt mehr Toleranz im Umgang mit anderen Kulturen an.

Montag, 20.12.2010, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 22.12.2010, 1:20 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Christine Lüders, hat anlässlich des Internationalen Tages der Migranten am Samstag vor zunehmender Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft gewarnt und mehr Toleranz im Umgang mit anderen Kulturen angemahnt.

„Wenn wir immer nur über Integrationsdefizite sprechen, bringt uns das in der Sache keinen Schritt voran“, sagte Lüders am Freitag in Berlin. Sie fügte hinzu: „Die stetige Wiederholung von Versäumnissen und Fehlern befördert nicht die Integration, sondern spaltet die Gesellschaft. Wir müssen erkennen, dass Vielfalt ein Gewinn für alle ist.“

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Benachteiligung wegen ethnischer Herkunft steigt
Lüders betonte: „Jede fünfte der inzwischen mehr als 12.000 Anfragen an uns bezieht sich auf Benachteiligungen wegen der ethnischen Herkunft oder der Religion. Die Tendenz ist weiter steigend. Migrantenverbände berichten vermehrt von wachsenden Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen Monaten“, betonte Lüders. Um die Integration hier lebender Migranten zu verbessern, brauche man einen Grundkonsens in der Gesellschaft, der von allen Menschen mitgetragen wird. Leider würden Menschen mit Migrationshintergund noch zu oft Benachteiligungen und Diskriminierung erfahren – sei es in Beruf und Beschäftigung oder im Zivilleben.

Als zentralen Punkt für eine bessere Integration von Zuwanderern nannte Lüders eine verbesserte Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen, die von der Bundesregierung inzwischen auf den Weg gebracht wurde. Auch das vor wenigen Wochen gestartete Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu anonymisierten Bewerbungsverfahren sei ein möglicher Baustein, Benachteiligungen von Menschen mit Migrationshintergrund weiter abbauen zu helfen.

Konvention zum Schutz der Rechte nicht unterzeichnet
Die Vereinten Nationen hatten vor zehn Jahren den 18. Dezember zum Internationalen Tag der Migranten erklärt. Und schon vor 20 Jahren hat die UN-Vollversammlung die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen angenommen, dass Deutschland immer noch nicht unterzeichnet hat. In Deutschland leben nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes über 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – das ist nahezu jeder Fünfte. (sb)

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