TÜV-Siegel der Sprachförderung

Unsere Zukunft ist mehrsprachig

Eine gezielte Sprachförderung wird als Integrationsmotor gesehen, doch leider herrscht ein großes Chaos auf diesem Gebiet. „Wildwuchs“ nennt Maryam Stibenz, Integrationsbeauftragte von Berlin Mitte, das Ganze. Nun soll Schluss damit sein. Der Bezirk Berlin-Mitte eröffnet nun ein Sprachförderzentrum.

Von Gülseren Ölcüm Montag, 25.10.2010, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 25.10.2010, 23:11 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Alles steht bereit. Die Mikrofone sind angeschlossen, das Buffet hergerichtet und auch einige Gäste sind in den Räumen des zukünftigen Sprachförderzentrums in der Turmstr. 75 bereits eingetroffen. Kurze Zeit später erscheinen auch die politischen Akteure, vorne weg Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister und Leiter der Abteilung Gesundheit, Petra Schrader, Bezirksstadträtin für Jugend, Schule und Sport und Maryam Stibenz.

Kaum angekommen geht es auch schon gleich los. Wowereit ist von der Idee eines Sprachförderzentrums, dessen Schirmherrschaft er übernommen hat, überzeugt. Er wünscht dem Zentrum „Mut zur Veränderung“. „Denkt quer“, fordert er, auf dass das bestehende System geändert werde.

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Das Sprachförderzentrum Mitte verbindet die bezirksweiten Fachkompetenzen zu frühkindlicher Sprachförderung im institutionellen Rahmen. Es soll einen Mindeststandard für frühkindliche und schulbegleitende Sprachförderung entwickeln. Außerdem soll die Elternbeteiligung und –bildung gestärkt und gefördert werden.

Auch Dr. Christian Hanke scheint sichtlich zufrieden. Schließlich laufen die Vorbereitungen für dieses Zentrum schon seit vielen Jahren. In dem Sprachförderzentrum sieht er eine Chance, den schlechten Sprachtests der Kinder im Bezirk Mitte etwas entgegenzusetzen, sie zu fördern und eine Grundlage für eine einheitliche Sprachförderung zu sichern.

Die Bezirksstadträtin, Petra Schrader, hebt hervor, dass dieses Förderzentrum nicht nur für Kinder mit einem Migrationshintergrund geschaffen wurde. „Mittlerweile haben auch Kinder ohne Migrationshintergrund erhebliche Sprachdefizite.“ Schrader sieht die Zukunft des Bezirkes „mehrsprachig“, dieses gelte es zu fördern.

Maryam Stibenz ist sich eines Erfolges sicher. Bisher konnte schon eine neue Stelle geschaffen werden und weitere sind geplant. Das Zentrum bündelt die Weiterbildung von Lehrkräften aber auch von Eltern und leistet Beratungsarbeit. „Wir setzen dem Wildwuchs an Aktivitäten Qualitätsstandards entgegen und werden somit zum TÜV-Siegel der Sprachförderung.“

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