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Rheinland-Pfalz

Einbürgerungen im Jahr 2009 auf Rekordtief – Doppelpassquote hoch

5.017 Einbürgerungen verzeichnete das Statistische Landesamt in Rheinland-Pfalz für das Jahr 2009. Ein neues Rekordtief seit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahre 2000. Die Quote der Einbürgerungen unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit betrug 58,2 Prozent.

Freitag, 12.03.2010, 8:08 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 06.01.2011, 10:28 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Im vergangenen Jahr erhielten 5.017 in Rheinland-Pfalz lebende Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen deutschen Pass. Damit ist die Zahl der Einbürgerungen auf ein neues Tief gefallen. Dies teilte das rheinland-pfälzische Statistische Landesamt mit.

„Misstrauen, kein solides Fundament für ein Land, dass sich ‚Integration‘ groß auf die Fahne geschrieben hat.“

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Im Jahr 2008 erwarben noch 5.159 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit und in den beiden Jahren davor waren es mit rund 6.700 bzw. 6.900 deutlich mehr. Seit dem Hoch aus dem Jahre 2001 (7.714 Einbürgerungen) gingen die Einbürgerungszahlen somit insgesamt um rund 35 Prozent zurück.

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Auf Nachfrage des MiGAZIN teilte das Statistische Landesamt außerdem mit, dass im vergangenen Jahr 58,2 Prozent aller Einbürgerungen unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit erfolgt sind. Diese Quote betrug bei EU-Bürgern 99,4 Prozent, bei Nicht-EU-Bürgern 51,9 Prozent und bei Türkischstämmigen nur noch 17,7 Prozent.

Türken mit Abstand vorne
Die mit Abstand meisten der im Jahr 2009 Eingebürgerten (1.131) waren zuvor türkische Staatsangehörige. An zweiter Stelle standen mit 484 Einbürgerungen die Serben, gefolgt von 404 Irakern. Insgesamt 658 Eingebürgerte stammten aus einem EU-Land, 208 von ihnen kamen aus Polen. Dahinter rangierten Rumänen (91), Italiener (74), Bulgaren (38), Franzosen (35) und Griechen (34).

Mehr als zwei Drittel der eingebürgerten Personen lebten schon länger als acht Jahre in Deutschland, ein Drittel sogar schon mehr als 15 Jahre und rund 10 Prozent bereits 25 Jahre oder länger. Nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz haben Personen, die mindestens acht Jahre in Deutschland leben, einen besonderen Anspruch auf Einbürgerung, wenn sie bestimmte, gesetzlich festgelegte Anforderungen erfüllen. Deren Ehegatte und die minderjährigen Kinder können mit eingebürgert werden, auch wenn sie sich noch keine acht Jahre im Inland aufhalten.

Vertrauen gewinnen, nicht verspielen
„Es ist nur noch dreist, wenn Politiker den Doppelpass weiterhin als ‚Ausnahme‘ bezeichnen“, kommentierte der Vorsitzende von „Migration in Germany“, Ekrem Senol, die Einbürgerungszahlen. Würde man, so Senol weiter, die größte Gruppe der Eingebürgerten – die türkischstämmigen – in der Statistik außen vor lassen, so ergebe sich selbst bei Nicht-EU-Bürgern eine Doppelpassquote von rund 64 Prozent.

Weitere Studien, Statistiken und Um- fragen rund um Integration und Migration von Zuwanderern und Minderheiten in Deutschland gibt es im MiGAZIN Dossier: Studien.

„Wer Gleiches ungleich behandelt und trotz eindeutiger Zahlen immer noch das Gegenteil behauptet, darf sich über weiter zurückgehende Einbürgerungszahlen nicht wundern“, so Senol. Weder Appelle noch Einbürgerungsaufforderungen würden eine Trendwende bei den seit Jahren sinken Einbürgerungszahlen einleiten, wenn das Vertrauen einzelner Migrantengruppen auf eine derart plumpe Art und Weise verspielt werde.

„Weder Einbürgerungstests noch -hürden anderer Art könnten die Menschen von einem Einbürgerungsantrag abhalten, wenn ihnen endlich ein ‚Willkommensgefühl‘ vermittelt werden würde. Das Gefühl aber, dass man vom Staat und Regierungen über viele Jahre hinweg mit offensichtlich fadenscheinigen Begründungen benachteiligt und für dumm verkauft wird, sitzt irgendwann so tief, dass es irreparable Langzeitfolgen hat. Misstrauen, kein solides Fundament für ein Land, dass sich ‚Integration‘ groß auf die Fahne geschrieben hat“, so Senol abschließend.

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