Türkische Presse Europa

21. und 22.02.2010 – Auslandstürken, Visum, Turbo-Einbürgerung, Doppelpass

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen räumen dem Besuch des für Auslandstürken zuständigen türkischen Ministers Faruk Celik breiten Raum ein. Außerdem wird u.a. die Turbo-Einbürgerung, die Visumspflicht für türkische Staatsbürger und der Doppelpass für Minderjährige thematisiert.

Dienstag, 23.02.2010, 8:01 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:58 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

21.02.1020

Turbo-Einbürgerung
Die HÜRRIYET greift den Vorschlag des migrations- und integrationspolitischen Sprechers der FDP, Serkan Tören, auf und berichtet ausführlich über seinen Vorschlag. Mit Belohnung solle man Migranten begegnen anstatt ihnen Sanktionen anzudrohen. Tören habe diesen Vorschlag anlässlich der aktuellen Debatten um Hartz IV gemacht. Sozialhilfebezieher hätten alle das gleiche Problem: mangelnde Bildung. Man dürfe die Debatte nicht auf die Herkunft der Menschen reduzieren.

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Lehrer mit Migrationshintergrund
Die Hamburger Bildungssenatorin Christa Goetsch habe als Ziel vorgegeben, die Quote der Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund auf 20 Prozent zu heben. Jeder dritte Schüler habe einen Migrationshintergrund und die Zahl steige. Demgegenüber sei der Anteil an Lehrern mit Migrationshintergrund verschwindend gering. (HÜRRIYET)

Sprachpolitik
Prof. Emel Huber (Universität Duisburg Essen) habe gesagt, dass die Sprachpolitik sich mit dem zunehmenden Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ändern werde. Es müsse eine Politik entwickelt werden, die dies berücksichtigt. Außerdem habe sie darauf hingewiesen, dass manche Sprachen (bspw. türkisch, arabisch, russisch) nicht ausreichend gewürdigt werden. Dabei sei es sehr wichtig, dass Kinder von Beginn an mehrsprachig aufwachsen. Um welche Sprachen es sich handelt, spiele keine Rolle. (SABAH)

Selbstmordrate
Die MILLIYET berichtet über höhere Selbstmordraten unter türkischen Frauen und Mädchen und beruft sich dabei auf eine aktuelle Untersuchung der Berliner Charite und der Universität in Hamburg. Als Gründe seien aufgeführt worden: Zwangsverheiratungen, Kulturkämpfe innerhalb der Familien und Unterdrückung.

Bosbachs Lügen
Die SABAH gibt die Worte der migrations- und integrationspolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Sevim Dagdelen, wieder. Sie hatte Wolfgang Bosbach (CDU) kritisiert, Unwahrheiten über die Teilnahmemoral von Migranten an Integrationskursen zu verbreiten. Bosbach hatte Sanktionen für Migranten gefordert, die trotz Verpflichtung nicht an Integrationskursen teilnehmen. Die Verweigererquote liege bei 20 Prozent. Dagdelen weist diese Vorwürfe zurück und beruft sich auf die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage. Die Bundesregierung hatte mitgeteilt, dass die rund 20 Prozent der Migranten, die den Integrationskurs entweder nicht beginnen oder abbrechen Gründe vorzuweisen haben wie Arbeitsaufnahme, Krankheit, Schwangerschaft etc.

Spracherfordernisse bei Ehegattennachzug
Über einen Familienvater, der seine Frau und die beiden Kinder nicht zu sich holen kann, berichtet die HÜRRIYET. Die Frau habe an einem Sprachkurs teilgenommen und habe auch den Sprachtest bestanden. Dennoch habe die deutsche Auslandsvertretung kein Visum erteilt. Begründung: Mangelnde Sprachkenntnisse. Der Familienvater habe nun geklagt, berichtet die Zeitung ungläubig über diesen Vorfall.

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