Türkische Presse Europa

28.11.2009 – Minarett, Schweiz, Türkischunterricht

In der türkischsprachigen Presse in Europa vom Samstag wird über die Kritik im Vorfeld des Minarett-Referendums berichtet. Außerdem erfolgte ein Farbanschlag auf eine Moschee in Genf. Die Integrationsbeauftragte Böhmer kann sich Türksichunterricht in der Schule vorstellen, während Pro-Köln den nordrhein-westfälischen Integrationsminister bedrängt.

Montag, 30.11.2009, 6:11 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:25 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Nein zum Minarett-Verbot in der Schweiz
Die HÜRRIYET räumt den Gegnern des Minarett-Verbots in der Schweiz Raum ein. Viele Kreise würden dazu aufrufen, mit Nein gegen das Verbots-Referendum zu stimmen. So habe unter anderem der Bundespräsident Hans-Rudolf Merz dazu aufgerufen, mit Nein in dem Referendum zu stimmen. „Muslime müssen in der Schweiz ihren Glauben auch mit dem Minarett leben können“, sagte Merz. Bei einer Mehrheit für das Minarett-Verbot warnte Merz vor einer Entscheidung des EuGH. Dort werde solch eine Entscheidung keine Aussicht auf Erfolg haben.

Im Schweizer Bundesparlament riefen zudem die Sozialdemokraten (SP), die Christliche Volkspartei (CVP) und die Freien Demokraten (FDP) zu einem Nein im Referendum auf. Außerdem warnten Bundespräsident und Parlament davor, dass ein Minarett-Verbot das Ansehen der Schweiz in der Weltöffentlichkeit negativ beeinflussen werde. Auch warnten Schweizer Handelskammern vor den Folgen eines „Ja“s zum Minarett-Verbots. Sieben Prozent der Schweizer Exporte würden in islamische Länder gehen. Diese würden gefährdet werden.

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Farbanschlag auf Moschee vor Referendum in der Schweiz
MILLIYET und SABAH berichten über einen Farbanschlag auf eine Moschee in der Schweiz. In diesem Monat soll dies der dritte Anschlag auf die Gemeinde in Genf sein. Vorher wurde die Gemeinde unter anderem schon gesteinigt.

Grünes Licht für den Türkisch-Unterricht
Wenn es aufgrund der Struktur vernünftig sei, in einer Schule Türkischunterricht zu geben, dann solle dieser auch eingerichtet werden, forderte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer. Es sei von Vorteil, wenn in einem Zuhause zwei Sprachen gesprochen werden. Es sei aber wichtig, dass die Landessprache beherrscht werde, zitiert die SABAH Frau Böhmer. Es sei normal, wenn türkische, italienische oder spanische Familien möchten, dass ihre Kinder ihre Muttersprache lernen. Dies gelte ja auch für Deutsche im Ausland.

Pro-Kölner bedrängen Integrationsminister Laschet
Nach einem Bericht der HÜRRIYET haben Anhänger von Pro Köln die Lesung eines Buches des NRW-Integrationsministers, Armin Laschet, gestört. Bei der Vorstellung von „Die Aufsteigerrepublik: Zuwanderung als Chance“  protestierten einige Pro Köln-Anhänger im Publikum gegen Laschet. Deutschland sei ein Einwanderungsland und es wären nicht die Migranten, die Deutschland schaden, sondern die Anhänger von Pro Köln.

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