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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Umfrage

Große Mehrheit der Deutschen befürwortet Seenotrettung

Drei Viertel der deutschen Bevölkerung finden es gut, dass private Initiativen im Mittelmeer Flüchtlinge retten. Etwa genauso viele sprechen sich in einer Umfrage gegen die Kriminalisierung von Helfern aus.

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Das Seenotrettungsschiff Iuventa (Archivfoto) © Cesar Dezfuli

Die Seenotrettung im Mittelmeer trifft in der Bevölkerung auf breite Zustimmung: Rund drei Viertel (72 Prozent) der Bundesbürger finden es gut, dass dort private Initiativen Flüchtlinge retten, wie eine am Donnerstag in Köln veröffentlichte ARD-Umfrage ergab. Ungefähr gleich viele Befragte (72 Prozent) meinen, die Rettung von Flüchtlingen aus Seenot sollte grundsätzlich nicht juristisch verfolgt werden. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) halten es für falsch, dass die EU die Seenotrettung ausgesetzt hat.

Dass Italien Rettungsschiffen mit Flüchtlingen an Bord den Zugang zu seinen Häfen verweigert, findet nur ungefähr jeder vierte Deutsche (27 Prozent) gut. Zugleich wird aber mehr Solidarität mit den Mittelmeer-Anrainern gefordert: Neun von zehn Befragten (88 Prozent) wollen das europäische Asylrecht so geändert sehen, dass die EU-Staaten an den Außengrenzen entlastet und die Flüchtlinge möglichst gleichmäßig auf alle Mitgliedsländer verteilt werden.

Bei Anhängern der AfD ergibt sich bei allen Fragen ein deutlich anderes Meinungsbild. So finden es 68 Prozent der Parteianhänger richtig, dass Italien seine Häfen für Rettungsschiffe mit Flüchtlingen sperrt, und 65 Prozent beurteilen die private Seenotrettung skeptisch. Die Aussetzung der Seenotrettung durch die EU halten 61 Prozent der AfD-Anhänger für richtig. Das Institut Infratest dimap befragte für den ARD-Deutschlandtrend im Auftrag der ARD-„Tagesthemen“ am Montag und Dienstag 1.006 Wahlberechtigte. (epd/mig)

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