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Migration und Integration in Deutschland

Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.

Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

Flüchtlinge und Arbeit

Unternehmen wollen mehr Rechtssicherheit

Die meisten Arbeitgeber haben gute Erfahrung mit Flüchtlingen gemacht. Das geht aus einer UNO-Umfragen unter Unternehmen hervor. Allerdings seien Unklarheiten bezüglich Aufenthaltsdauer ein großes Problem.

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Handwerk © voltamax @ pixabay.com (CC 0 Public Domain)

Viele Unternehmen wünschen sich offenbar mit Blick auf die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen mehr Rechtssicherheit. Neben dem Wunsch nach mehr berufsbegleitenden Sprachkursen appellierten Unternehmer an die Politik, die Rechtssicherheit für Arbeitgeber und Flüchtlinge zu stärken, um etwa Abschiebungen während eines Praktikums, einer Ausbildung oder gar einer Beschäftigung zu verhindern, teilte die UNO-Flüchtlingshilfe am Sonntag in Bonn mit. Die deutsche Partnerorganisation des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR verwies auf die Ergebnisse einer nicht-repräsentativen Stichproben-Umfrage unter 93 Mittelstandsunternehmen, von denen 69 derzeit Flüchtlinge beschäftigen.

Grundsätzlich hätten die meisten Befragten des deutschen Mittelstands gute Erfahrungen mit geflüchteten Arbeitnehmern gemacht, erklärte die UNO-Flüchtlingshilfe, die die Umfrage zusammen mit der Agentur Pollytix Strategic Research anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni realisiert hatte. Fast alle Unternehmen haben demnach gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht, lediglich sechs Unternehmen berichten von negativen Erlebnissen.

Größtes Hindernis: mangelnde Deutschkenntnisse

Fast die Hälfte der Unternehmen sieht den Angaben nach mangelnde Deutschkenntnisse als größtes Hindernis bei der Einstellung von Flüchtlingen. Jedes sechste Unternehmen nennt auch Unklarheiten bezüglich der Aufenthaltsdauer und -berechtigung oder dem allgemeinen rechtlichen Rahmen als größte Sorge. Rund jedes fünfte befragte Unternehmen verweist darauf, dass mehr Rechtssicherheit notwendig ist, um etwa Abschiebungen während einer Tätigkeit für das Unternehmen zu verhindern.

Weltweit seien über 68 Millionen Menschen auf der Flucht, Tendenz steigend, erklärte die UNO-Flüchtlingshilfe. Diese Menschen auch in Deutschland nicht nur Sicherheit zu bieten, sondern auch eine Perspektive in unserer Gesellschaft, sei eine gemeinsame Aufgabe. „Und gerade der Mittelstand kann ein entscheidender Motor für Integration sein und Vorbild für andere Akteure der Zivilgesellschaft“, erklärte Geschäftsführer Peter Ruhenstroth-Bauer. Unternehmen wollten Verantwortung übernehmen und belegten dies durch ein hohes Engagement in der Integration von Flüchtlingen. (epd/mig)

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