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Internationale Fachkräfte

Profis aus dem Ausland gesucht

Viele Krankenhäuser begegnen dem Fachkräftemangel in der Pflege, indem sie Personal aus dem Ausland rekrutieren. Die Göttinger Uni-Klinik gehört auch dazu. Jetzt haben Pflegekräfte aus Italien das Krankenhaus als möglichen Arbeitsplatz kennengelernt. Von Reimar Paul

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In der Diakoniestation Elbgemeinden bereitet eine Mitarbeiterin Mediakemente vor. © Diakonie/Annette Schrader

VONReimar Paul

DATUM5. Februar 2019

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RESSORTLeitartikel, Wirtschaft

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Der Parcours durch das große Gebäude musste relativ schnell absolviert werden. Einen Tag lang haben sich 36 Frauen und Männer, ausgebildete Pflegekräfte aus verschiedenen Regionen Italiens, durch die Göttinger Universitätsklinik führen lassen. Anschließend sind sie noch durch die Stadt gebummelt. „Das war nicht allzu viel Zeit“, räumt der stellvertretende Pflegedirektor der Göttinger Universitätsmedizin, Holger Gottschling, ein. „Aber sie konnten sich einen Eindruck von unserem Haus und der Stadt verschaffen.“ Pflegedirektorin Helle Dokken hofft, „dass am Ende 20 oder mehr aus dieser Gruppe bei uns in der Universitätsklinik in Göttingen arbeiten wollen“.

Der Pflegedienst der Universitätsmedizin wirbt gezielt in Ländern wie Italien oder den Philippinen um gut ausgebildete Pflegekräfte. Im Februar geht die Suche im philippinischen Manila weiter.

Dabei arbeitet der Pflegedienst mit Personalagenturen vor Ort zusammen. Diese Agenturen suchen in ihrem Land nach Pflegefachkräften. Dann interviewt die Agentur für eine erste Vorauswahl die Bewerberinnen und Bewerber. Und schließlich führte vor dem Besuch der Italiener in Göttingen ein Pflege-Team der Universitätsklinik in Rom Gespräche mit etwa 60 Kandidatinnen und Kandidaten.

737 Bewerber aus Italien

In Italien hatten sich auf die Stellenanzeige 737 Gesundheits- und Krankenpfleger beworben. Die meisten von ihnen können einen vierjährigen Bachelor-Abschluss vorweisen. „Diese Resonanz hat uns sehr gefreut und beeindruckt. Sie wollen in ihrem Beruf arbeiten und sind bereit, dafür auch nach Deutschland zu kommen“, sagt Dokken. Ein Grund für die große Nachfrage seien die schlechten Arbeitsmarktbedingungen und die hohe Arbeitslosigkeit in Italien. Dort werden mehr Pflegekräfte ausgebildet, als es Stellenangebote gibt.

Die Pflegeausbildung ist in dem südeuropäischen Land schon lange ein eigener Studiengang, hat Holger Gottschling von den Besuchern erfahren. Inhaltlich unterscheide sich die Ausbildung aber nicht allzu sehr von der in Deutschland.

Sprachkurs ist Pflicht

Voraussetzung für die Arbeit an der Uni-Klinik Göttingen ist der Nachweis eines Sprachkurses, bei dem die Italiener einen B2-Abschluss in Deutsch erreichen müssen. Dann könnten sie noch in diesem Jahr nach Göttingen kommen – zunächst als Pflegefachhelfer und nach der staatlichen Anerkennung als Pflegefachkraft. Dokken und Gottschling hoffen, dass viele Bewerber einen Vorvertrag unterzeichnen.

Mitte Februar fliegt eine Delegation der Universitätsklinik nach Manila auf den Philippinen, um dort Informations- und Auswahlgespräche mit Pflegekräften zu führen. Für die Personalentwicklung an der Universitätsmedizin nennt Dokken dennoch eine klare Priorität: „Zuerst wollen wir die Menschen, die zum Teil schon sehr lange am Universitätsklinikum arbeiten, bei uns halten. Dann kommt das Gewinnen neuer Mitarbeiter.“ (epd/mig)

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