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Handwerk

Junge Flüchtlinge auf dem Lehrstellenmarkt

Im Handwerk fehlen bundesweit jährlich bis zu 20.000 Azubis. Flüchltinge könnten die Lücke schließen. Immer mehr bewerben sich und finden eine Ausbildungsstelle. Experten sind überzeugt: Flüchtlinge sind ein Teil der Lösung.

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Handwerk © voltamax @ pixabay.com (CC 0 Public Domain)

Die Misere ist bekannt: Seit Jahren finden längst nicht alle Schulabgänger eine Lehrstelle. Zugleich fehlen im Handwerk bundesweit jedes Jahr zwischen 15.000 und 20.000 Azubis.

Flüchtlinge tun sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz besonders schwer. Doch es gibt Bewegung auf dem Lehrstellenmarkt: Die Zahl der Lehrstellenbewerber mit Fluchthintergrund stieg von 10.300 (2016) auf rund 26.400 im Jahr 2017. Hiervon mündeten laut dem Berufsbildungsbericht der Bundesregierung 9.500 (35,9 Prozent) zum 30. September 2017 in eine Ausbildung.

Spezielle Programme

Spezielle Programme sollen helfen, noch mehr junge Geflüchtete ins duale System zu bringen. Eines ist die gemeinsam von der Bundesagentur für Arbeit, dem Zentralverband für das Handwerk und dem Bundesbildungsministerium getragene Initiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“. Hierbei handelt es sich um Angebote zur Berufsorientierung im Handwerk. 3.600 Plätze wurde bereitgestellt. Die Bilanz: Im Anschluss an das Programm begannen bis Ende 2017 17 Prozent der Teilnehmer eine Ausbildung, 21 Prozent starteten eine Einstiegsqualifizierung und ein Prozent machte ein Praktikum.

Als alleinige Lösung für den Nachwuchsmangel an Azubis betrachten Experten Flüchtlinge ohnehin nicht. Dirk Palige, Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, sagt aber, Flüchtlinge seien „ein Bestandteil der Lösung“. Denn immerhin seien 11.000 Flüchtlinge derzeit in Ausbildungsverhältnissen oder in ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen. (epd/mig)

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