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Migration und Integration in Deutschland

Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär, PresseClub Regensburg, 15.9.2016

Migrationsausblick

2017 kamen weniger Flüchtlinge in OECD-Länder

Im vergangenen Jahr haben die entwickelten Länder einem OECD-Bericht zufolge weniger Flüchtlinge aufgenommen als in den Vorjahren. Es kommen weiterhin vor allem Arbeitskräfte und ihre Familien in die Industrieländer.

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Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) © OECD

Die entwickelten Länder haben im vergangenen Jahr weniger Flüchtlinge aufgenommen und anerkannt als in den Jahren zuvor. Erstmals seit 2011 sank dadurch die Zahl aller Einwanderer in die OECD-Länder im vorigen Jahr um fünf Prozent im Vergleich zu 2016. Das geht aus dem „Internationalen Migrationsausblick 2018“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, der am Mittwoch in Berlin und Paris vorgestellt wurde. Der OECD gehören die 35 weltweit am stärksten entwickelten Länder mit einer Gesamtbevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen an.

Im vergangenen Jahr erhielten fünf Millionen Menschen einen regulären Aufenthalt in einem der OECD-Mitgliedsländer, darunter 1,23 Millionen Flüchtlinge. Im Vorjahr 2016 waren es noch 1,6 Millionen Flüchtlinge. Deren Hauptherkunftsländer sind weiterhin Afghanistan, Syrien und der Irak. Damit sind die Industriestaaten kaum von den internationalen Flüchtlingsbewegungen betroffen, die laut UN-Flüchtlingshilfswerk mit 68,5 Millionen Menschen im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht haben. In Relation zur Bevölkerung hat Schweden 2017 am meisten Flüchtlinge aufgenommen, auf Platz zwei und drei folgen Deutschland und Österreich vor Norwegen und Finnland.

Die meisten kommen als Arbeitskräfte

Der Mehrheit der Einwanderer in die OECD-Länder kommt aber nach wie vor nicht über das Asylsystem, sondern in aller Regel als Arbeitskräfte. Mit einer Gesamtzahl von rund 600.000 Einwanderern im Jahr 2017 liegt Deutschland unter den OECD-Ländern auf dem zweiten Platz hinter den USA und vor Großbritannien, Kanada und Frankreich. 40 Prozent der Neubürger sind Familienangehörige. Sie ziehen entweder zu einem Angehörigen nach oder kommen mit ihm in das Land, in dem er eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis erhalten hat.

Der jährlich erscheinende Migrationsausblick der OECD, der sich mit allen Formen der Migration und der Migrationspolitik der Mitgliedsländer beschäftigt, erfasst erstmals auch die Zahl der Saisonarbeiter. Sie ist in Polen und in den USA am höchsten. Nach Polen kommen vor allem Ukrainer, in den USA arbeiten vorwiegend Inder im Saisonbetrieb. Polen sei vom „Auswanderungsland zum Einwanderungsland“ geworden, sagte der Leiter der Abteilung für internationale Migration, Thomas Liebig. Gründe seien die gute wirtschaftliche Entwicklung, die Alterung der Gesellschaft und die Krise im Nachbarland Ukraine.

Arbeitslosigkeit von Migranten gesunken

Die Flüchtlinge machen sich dem Bericht zufolge auf dem Arbeitsmarkt kaum bemerkbar. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter werde in allen OECD-Ländern bis 2020 nur um 0,4 Prozent zunehmen, prognostiziert der Bericht. In einzelnen Ländern seien die Effekte indes deutlicher. So könnte die Zahl der jungen, wenig qualifizierten männlichen Arbeitskräfte in Deutschland und Österreich um 15 Prozent zunehmen.

Die Arbeitslosigkeit von Migranten insgesamt sank dem Bericht zufolge um einen Prozentpunkt auf 9,5 Prozent im Durchschnitt aller OECD-Länder. (epd/mig)

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