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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

Soziologe

Medien übernehmen die Sprache der AfD

Politiker, Medien und Bürger haben nach Überzeugung des Soziologen Welzer die Sprache der AfD übernommen. Federführend sei Bundesinnenminister Horst Seehofer gewesen. Ihm seien Christian Lindner, Sahra Wagenknecht und Andrea Nahles gefolgt.

Zeitung, Medien, Zeitschriften, Kiosk
Zeitungsstand (Symbolfoto) © Ed Yourdon @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Soziologe Harald Welzer kritisiert die Übernahme von Sprache der AfD. Viele Politiker und Bürger hätten Wörter und Teile von Erzählungen einfach übernommen, sagte der Sozialpsychologe am Mittwochabend in Frankfurt am Main. Dazu hätten auch die Medien einen Großteil beigetragen, kritisierte Welzer bei einem Symposium an der Frankfurt University for Applied Sciences unter dem Titel „Populismus! Gefahr für die Demokratie in Europa.“

Federführend war dabei nach Wenzels Worten Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Der frühere bayerische Ministerpräsident habe nach der Fluchtmigration im Spätsommer 2015 erstmals davon gesprochen, dass die Stimmung im Land kippe. Teile dieser „Story“ hätten dann nach und nach auch andere Politiker wie Christian Lindner (FDP), Sahra Wagenknecht (Linke) und Andrea Nahles (SPD) übernommen, sagte der Direktor der gemeinnützigen Stiftung „Futurzwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit“.

Sicherheit wird auf Flüchtlinge zugespitzt

Niemand wundere sich außerdem, dass es nun so etwas wie ein Heimatministerium gebe, sagte Welzer. Die Begriffe und Bilder hätten den Wahrnehmungshorizont der Menschen verändert.

Viele Zeitungen würden zudem monothematisch über Flüchtlinge berichten, sagte Welzer. Jedes Thema wie etwa die Innere Sicherheit werde im Endeffekt auf Flüchtlinge zugespitzt. (epd/mig)

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4 Kommentare
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  1. CSUler sagt:

    Tut mir Leid, aber wir haben die Zuwanderungspolitik schon immer als Schwachsinn empfunden – seit 50 Jahren!

  2. Bert sagt:

    Herr Welzer will die Menschen halt eher erziehen. Die Medien und die Politiker wollen durch Verkaufszahlen bzw. Stimmen die Meinungen der Menschen übernehmen.
    Bei Merkels Zuwanderungspolitik finde ich es komplett normal, dass der Tonfall nun rauer wird. Aktion und Reaktion. Das hält so schnell keiner mehr auf…

  3. Henriette sagt:

    zu CSUler und Bert:
    dass Ihr und Eure Vorfahren schon lange auf Kosten von Afrika lebt,wird immer ausgeblendet (Ausbeutung der Rohstoffe von Afrika und daraus resultierend sehr schlechte Arbeits-und Lebensbedingungen). Und jeder will gut leben.Also ist es doch ganz verständlich,dass jetzt die Menschen dahin gehen,wo eben diese Lebensbedingungen besser sind. Und als nächstes: die Kriege, die weltweit geführt werden,werden auch mit deutschen Waffen geführt. es gibt weltweit ca. 60.000.000 Menschen,die aus all diesen Gründen auf der Flucht sind.

  4. Bert sagt:

    @Henriette
    Afrika wird von allen Ländern dieser Erde ausgebeutet, einfach weil man es kann. Es sind die dort vorhandenen Regierungen die dies erst ermöglichen. Würde Europa sich aus Afrika zurück ziehen, dann würde China einfach weiter machen. Die Afrikaner würden trotzdem zu uns kommen. Europa trägt keine Verantwortung für die dortige Geburtenkontrolle und die Korruptionskultur.
    Frieden und Arbeit findet man übrigens in sehr vielen Ländern weltweit. Es gibt scheinbar andere Beweggründe nach Europa zu kommen.



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