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Migration und Integration in Deutschland

Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.

Hessischer Integrationsminsiter Jörg-Uwe Hahn (FDP), Frankfurter Neue Presse, 7.2.2013

3,9 Prozent Ausländer

Mehr als die Hälfte der Sachsen fühlt sich überfremdet

Die Angst vor Überfremdung ist in Sachsen einer aktuellen Umfrage zufolge ausgeprägt. Dabei liegt die Ausländerquote bei unter vier Prozent. 15 Prozent der Sachsen sind überzeugt, dass Deutsche anderen Völkern von Natur aus überlegen sind.

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Sachsen © MiG

Die meisten Sachsen sind einer Studie zufolge mit ihren Lebensumständen zufrieden, dennoch hat mehr als die Hälfte Angst vor Überfremdung durch Ausländer. Insgesamt 56 Prozent der mehr als 1.000 Befragten hätten im sogenannten Sachsen-Monitor der Aussage zugestimmt, dass „die Bundesrepublik durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ sei, sagte der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts dimap, Reinhard Schlinkert, am Dienstag bei der Vorstellung der Ergebnisse in Dresden. Bundesweit seien es allerdings auch immerhin 53 Prozent, die dies bejahten.

Ende 2015 lebten im Freistaat Sachsen 158.743 Ausländer, das waren 3,9 Prozent der 4,05 Millionen Einwohner in Sachsen. Der Ausländeranteil in Sachsen ist damit im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 10,5 Prozent gering. Im Vergleich zum Ausländeranteil in den Bundesländern belegt Sachsen dem Statistischen Bundesamt zufolge gemeinsam mit Sachsen-Anhalt den 12. Platz.

Deutsche von Natur aus Überlegen

Wie die Umfrage Sachsen-Monitor weiter ergab, vertraten 15 Prozent (2016: 18 Prozent) die Ansicht, dass „die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen“ seien. 38 Prozent (2016: 39 Prozent) bejahten, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden solle. 61 Prozent der Teilnehmer am „Sachsen-Monitor“ sehen die Leistungen der Ostdeutschen zu wenig gewürdigt, immerhin 58 Prozent (2016: 47 Prozent) sind der Meinung, dass nach der Widervereinigung Deutschlands vielfach neues Unrecht geschaffen wurde.

Der Studie zufolge bewerteten 77 Prozent (2016: 76 Prozent) die eigene wirtschaftliche Situation als „sehr gut und „eher gut“. „Eher optimistisch“ in die persönliche Zukunft blicken 76 Prozent (2016: 73 Prozent). Als „wichtigste Probleme in Sachsen“ wurden Asylpolitik, Arbeitslosigkeit und Bildung genannt. Insgesamt bestätigte der zweite „Sachsen-Monitor“ weitgehend die Befunde der ersten Studie von 2016. Für die aktuelle Erhebung hatte dimap zwischen dem 20. Juli und 24. August 1.006 Einwohner des Freistaates persönlich befragt. (epd/mig)

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