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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Statistik

Erneut weniger Einbürgerungen in Berlin

In Berlin lassen sich immer weniger Ausländer einbürgern. Die Zahl sei 2016 im dritten Jahr in Folge leicht rückläufig gewesen, teilte das Statistikamt mit. Am häufigsten ließen sich türkische Staatsangehörige einbürgern.

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Einbürgerungsurkunde © MiGAZIN

Im Jahr 2016 wurden 6.127 Personen in Berlin eingebürgert. Somit wurde im dritten Jahr in Folge eine leicht rückläufige Zahl von Einbürgerungen registriert, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mit. Im Jahr 2015 hatten noch 6.302 Personen durch ein Einbürgerungsverfahren die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten.

Rund 15 Prozent der 2016 eingebürgerten Personen besaßen zum Zeitpunkt der Einbürgerung die türkische Staatsangehörigkeit (936 Personen). Es folgten Einbürgerungen von Personen aus Polen (461 Personen), Libanon (251 Personen) sowie aus Vietnam (250 Personen) und der Ukraine (221 Personen). Der Anteil der Personen aus EU-Staaten insgesamt betrug 22,1 Prozent (2015: 19,1 Prozent).

Jeder Dritte jünger als 25 Jahre

Knapp ein Drittel der Ausländer, die 2016 die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten, war jünger als 25 Jahre. Fast 63 Prozent der Eingebürgerten war im Alter von 25 bis unter 60 Jahren. Der Anteil der über 60-Jährigen lag bei fast 5 Prozent. 43 Prozent der Eingebürgerten lebten zum Zeitpunkt der Einbürgerung bereits seit mehr als 15 Jahren in Deutschland, weitere 15 Prozent hatten eine Aufenthaltsdauer von unter acht Jahren. Der Anteil der Frauen lag bei 52 Prozent.

Auch im Land Brandenburg ging die Zahl der Einbürgerungen leicht zurück, 2016 erhielten 821 Personen durch ein Einbürgerungsverfahren die deutsche Staatsangehörigkeit (2015: 857 Einbürgerungen). (mig)

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