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Neuer NSU-Mord?

Türkeistämmige Café-Betreiberin kaltblütig erschossen

Ein Mordfall in Duisburg stellt die Polizei vor Rätsel. Am hellichten Tag wurde eine Türkeistämmige Café-Betreiberin in ihrem Geschäft erschossen. NSU-Watch fordert Untersuchung möglicher rassistischer Motive. Der Fall erinnere an die NSU-Morde.

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Tator Café Vivo. Die Polizei ermittelt.

Mittwochvormittag (3. Mai 2017). Um kurz vor zehn meldet ein Anrufer der Polizei eine Leiche in einer Blutlache in einem Café am Duisburger Innenhafen. Die Feuerwehr öffnet die verschlossene Eingangstüre. Der Notarzt kann nur noch den Tod der Frau bestätigen. Polizeiangaben zufolge handelt es sich um die 46-jährige Geschäftsführerin des Cafes. Brisant an diesem Fall ist: Sie erinnert an die NSU-Mordserie. Am hellichten Tag wurde eine Türkeistämmige Ladeninhaberin in ihrem Geschäft erschossen.

Die Initiative NSU-Watch fordert die Sicherheitsbehörden auf, insbesondere in Richtung Rechtsextremismus zu ermitteln. „Wir wollen jetzt sehen, dass die Polizei und die Medien aus ihren Versäumnissen im NSU-Komplex lernen und ein mögliches rassistisches Motiv des Mordes lückenlos untersuchen,“ sagt Ulli Jentsch von NSU-Watch.

Rassistisch konnotierte Ermittlungsthesen

In den letzten fünfeinhalb Jahren wurde der NSU-Komplex von vielen Institutionen, Initiativen sowie Wissenschaftlern aufgearbeitet. Dabei ist deutlich geworden, warum die Verantwortlichen für die damals so genannte „Ceska-Mordserie“ sowie für drei Bombenanschläge nicht gefasst werden konnten.

Stets legte sich die Polizei vorschnell auf rassistisch konnotierte Ermittlungsthesen wie Schutzgelderpressung, organisierte Kriminalität, Spielschulden etc. fest. Gleichzeitig ermittelten die Behörden, trotz anderer Beteuerungen, fast ausschließlich im Umfeld der Opfer und Betroffenen, teilweise mit fragwürdigen Methoden. Auf der anderen Seite wurden Hinweise, die auf ein mögliches rechtes Motiv der Mordserie aufmerksam machten, nicht verfolgt.

15-köpfige Mordkommission

„Gerade in Anbetracht dessen, dass rechte und rassistische Angriffe immer brutaler werden, darf ein rechtes Motiv für den Mord in Duisburg nicht ausgeschlossen werden,“ so Jentsch. Seit nun mehr vier Jahren kann in ganz Deutschland ein stetiges Ansteigen von rechten Äußerungen, Aufmärschen und Angriffen beobachtet werden. In einem ähnlichen Klima sozialisierte sich der NSU in den 1990er Jahren. „Alles was wir aus dem NSU-Komplex lernen, lernen wir auch, um so etwas in Zukunft verhindern oder zumindest erkennen zu können,“ so Jentsch weiter.

Die Polizei hat eine 15-köpfige Mordkommission eingerichtet. Die Ermittlungen zum Tathergang und zum Täter dauern weiterhin an. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen. Die Ermittler bitten insbesondere Personen, die in der Zeit von 9:30 Uhr bis 09:50 Uhr am Cafe Vivo (Am Innenhafen) vorbei gekommen sind, sich zu melden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand, ist die Tat in dieser Zeit passiert. Hinweise nehmen die Sicherheitsbehörden unter der Telefonnummer 0203 280-0 entgegen. (bk)

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2 Kommentare
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  1. Mehmet Kubasik sagt:

    Nur weil man keine Spuren der Täter gefunden hat, bedeutet dies nicht, dass es die NSU nicht gibt. Offensichtlich haben sie Franz gar kein Interesse daran, dass diese unmenschlichen Taten der rechtsextremen Terrororganisation NSU aufgedeckt werden. Wie alle Welt weiss, haben die Verfassungsschutz und die deutschen Geheimdienste die rechtsextremen Terrorzellen mit Waffen, Geld und gefälschten Papieren unterstützt. Sind das nicht beweise genug?

    Mein Beileid an die Angehörigen der Opfer.

  2. Thomas Frenzel sagt:

    Gibt es schon Neuigkeiten bezüglich des Mordes? Kann da wer nachhaken?

    Das wäre toll.



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