MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Studie

Jugendliche wollen ihre Länder weiterhin in der EU

Trotz Brexit und Polemik von osteuropäischen Regierungsvertretern: Jugendliche sind offenbar alles andere als EU-müde. Junge Europäer schätzen laut einer Studie das friedliche Zusammenleben sowie die Arbeitsmöglichkeiten in anderen EU-Ländern.

Europa, Flagge, EU, Europäische Union, Avrupa
Die Europäische Flagge © fdecomite auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Jugendliche in Deutschland, Österreich und Ost-Europa sind einer aktuellen Studie zufolge überzeugte Europäer. Die Mehrheit der jungen Menschen spricht sich für einen Verbleib ihres Landes in der EU sowie für die Mitarbeit an Reformen aus, wie die Bertelsmann Stiftung am Dienstag in Gütersloh bei der Vorstellungen einer aktuellen Studie erklärte. Drei von vier jungen Menschen (77 Prozent) bewerten die EU-Mitgliedschaft ihres Landes als positiv.

Befragt wurden rund 3.000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in Deutschland, Österreich, Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn. Als wichtigste Errungenschaft sehen die Befragten den Frieden zwischen den Mitgliedern, hieß es. Danach folgen die Möglichkeiten, im europäischen Ausland zu studieren und zu arbeiten. Als größtes Problem für die EU sehen die Jugendlichen den islamistischen Terrorismus.

Den größten Zuspruch erhält die EU von deutschen Jugendlichen (87 Prozent), gefolgt von österreichischen Jugendlichen (77 Prozent). Aber auch in Osteuropa erhalte die EU trotz der Anti-EU-Rhetorik ihrer Regierungsvertreter von Jugendlichen große Zustimmung. In Ungarn sind es 79 Prozent, in Polen 76 Prozent, Tschechien 73 Prozent und in der Slowakei 70 Prozent.

Jugendliche unbeeindruckt

Die Ängste vor „islamistischem“ Terrorismus und Migration sind unter polnischen Jugendlichen mit 83 und 79 Prozent am weitesten verbreitet. Junge Deutsche sehen zwar ebenfalls den Terrorismus als größte Bedrohung (64 Prozent). Für ebenso problematisch halten deutsche Jugendlichen Umweltverschmutzung, Klimawandel und die damit verbundenen ökologischen Katastrophen (63 Prozent). Ähnlich bedrohlich wird von jungen Deutschen wachsender Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit in europäischen Gesellschaften (60 Prozent) gewertet.

„Die europäische Jugend lässt sich von EU-feindlicher Rhetorik nicht beeindrucken“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Aart De Geus. Die guten Zustimmungswerte unter Jugendlichen seien ein aufmunterndes Signal zum 60. Geburtstag der EU. (epd/mig)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...