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Migration und Integration in Deutschland

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

Statistisches Bundesamt

Jedes fünfte in Deutschland geborene Kind hat ausländische Mutter

Etwa 20 Prozent aller Neugeborenen Babys hatten im vergangenen Jahr eine ausländische Mutter. Die meisten Mütter waren türkische und polnische Staatsbürger. Das teilt das Statistisches Bundesamt mit.

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Baby mit Opa © conorwithonen @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Rund 20 Prozent der 2015 in Deutschland geborenen Babys haben eine ausländische Mutter. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, kamen im vergangenen insgesamt 738.000 Kinder auf die Welt. Etwa 590.000 haben eine deutsche Mutter, rund 148.000 eine Mutter mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Zwischen 1996 und 2014 lag der Anteil der Neugeborenen mit nichtdeutscher Mutter stabil bei 17 bis 18 Prozent.

Den Angaben zufolge stieg die Zahl der Geburten im Vergleich zum Jahr 2014 insgesamt um 22.650. Dazu trugen vor allem Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bei (plus 17.280) bei.

Türkinnen unter Ausländern vorn

Der Geburtenanstieg des Jahres 2015 unterscheidet sich damit deutlich von dem des Vorjahres, wie die Statistiker ausführten. 2014 wurden rund 33.000 Kinder mehr als im Vorjahr geboren. Zu dieser Geburtenzunahme hatten mit 22.000 Babys in erster Linie Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit beigetragen.

Die meisten ausländischen Mütter sind Türkinnen: Etwa 21.600 im vergangenen Jahr geborene Babys wurden von Frauen mit türkischem Pass geboren. Auf Platz zwei folgen polnische Mütter, die 10.800 Babys in Deutschland zur Welt brachten. Besonders stark war der Anstieg neugeborener Kinder von Syrerinnen, deren Zahl sich von 2.300 auf 4.800 mehr als verdoppelte. (epd/mig)

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