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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Amtlich

Honorare für Lehrer in Integrationskursen steigen

Immer mehr Einwanderer wollen einen Integrationskurs besuchen und immer weniger Lehrer wollen diesen Job machen. Grund ist die schlechte Bezahlung. Viele Jahre hat die Politik tatenlos zugeschaut. Jetzt wurden die Honorare angehoben.

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Integrationskurs © cdsessums auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Lehrer für Integrationskurse erhalten nach langem Streit höhere Honorare. Wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte, wird ihre Mindestvergütung mit Wirkung zum 1. Juli von 23 auf 35 Euro je Unterrichtseinheit angehoben (MiGAZIN berichtete). Der Satz, den Träger pro Kursteilnehmer und Unterrichtseinheit abrechnen können, steigt von 3,10 auf 3,90 Euro. Ab dem 21. Kursteilnehmer gibt es aber nur noch zwei Euro.

Die Vergütungssituation von Lehrkräften solle verbessert werden, um die Qualität der Angebote zu erhalten, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte eine Verbesserung der Situation der Lehrer gefordert, um die Arbeit in Integrationskursen für Akademiker attraktiver zu machen.

Systematisch geförderte Scheinselbständigkeit

Lehrer an Integrationskurse arbeiten in der Regel als Honorarkräfte. Sie müssen krankheitsbedingte Ausfallzeiten finanziell selbständig kompensieren und auch ihre Altersvorsorge selbst stemmen. Auch das Risiko, dass ein Kurs nicht zustande kommt, tragen die Lehrer. Lehrerverbände und Gewerkschaften kritisieren die Zustände bereits seit Jahren. Rechtsexperten sind sogar überzeugt, es handele sich hierbei um systematische Förderung von Scheinselbständigkeit. Obwohl Lehrer zeitlich wie örtlich gebunden sind an die Vorgaben der Kursträger, sind sie selbständig und genießen keine Arbeitnehmerrechte.

Am Donnerstag stand die Verabschiedung des Integrationsgesetzes auf der Tagesordnung des Bundestags. Es verspricht Flüchtlingen unter anderem mehr Angebote zum Erlernen der Sprache. Dazu soll das Angebot der Integrationskurse nochmals deutlich ausgebaut werden. (epd/mig)

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