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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

Hamburg

Erster alevitischer Friedhof Europas

In Hamburg soll auf 5.000 Quadratmetern der erste alevitische Friedhof entstehen. Eine ehemalige Schulsporthalle stellt der Bezirk Bergorf kostenlos zur Verfügung.

Hamburg bekommt den ersten alevitischen Friedhof Europas. Die Religionsgemeinschaft soll ein eigenes Gelände auf dem Bergedorfer Friedhof erhalten, wie der Radiosender NDR 90,3 am Montag berichtete. Auf den rund 5.000 Quadratmetern ist Platz für etwa 250 Gräber, Abschiedsräume und Büros. Der Bezirk Bergedorf stellt den Aleviten dafür eine ehemalige Schulsporthalle kostenlos zur Verfügung. Die Gemeinde muss lediglich die Betriebskosten tragen. Die Eröffnung ist am 10. April.

In der Vergangenheit habe es oft Konflikte mit muslimischen Bestattern gegeben, sagte Ismail Ceylan, Vorsitzender der alevitischen Stiftung in Hamburg. Zwar würden Aleviten oft als Teil des Islam angesehen. Doch ihre Lebens- und Glaubenspraxis unterscheide sich wesentlich. So gebe es zum Beispiel keine rituellen Gebete. Außerdem sind Männer und Frauen auch im Gottesdienst gleichberechtigt.

Diese Unterschiede zeigen sich auch bei Bestattungen. So tragen alevitische Frauen beispielsweise keinen Schleier, und die Aleviten kennen auch keine rituellen Waschungen bei Trauerfeiern. „Dafür erklingt bei uns – anders als bei Muslimen – Musik, und zwar mit der traditionellen Langhals-Gitarre, der Saz“, sagte Ceylan.

Der Friedhof soll dem Bericht zufolge allen Menschen offenstehen. Vor allem richte sich das Angebot an andere kleinere Religionsgruppen wie Aramäer und Jesiden, die ebenfalls Konflikte mit muslimischen Trauergesetzen kennen. In Hamburg leben nach eigenen Angaben etwa 40.000 Aleviten. Der Hamburger Senat hatte 2012 einen Vertrag mit den Hamburger Gemeinden geschlossen, der ihnen etwa das Recht auf eigene Feiertage garantiert. (epd/mig)

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