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Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

Weltwirtschaft

Kommt die US-Leitzinserhöhung im September?

Es gibt zahlreiche Expertenstimmen, die damit rechnen, dass die US-Notenbank den Leitzins wieder anhebt. Das hat weitreichende Bedeutung für Anleger im In- und Ausland. Zeit, sich auf etwaige Szenarien vorzubereiten. Das gilt vor allem für internationale Anleger.

Reichtum © Nicola @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Gebäudekomplex © Nicola @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

DATUM7. September 2015

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Seit Jahren wurden die Leitzinsen der wichtigsten Zentralbanken immer nur gesenkt. Die Ursache war die Wirtschaftskrise. Niedrige Zinsen sollten die Menschen dazu bringen, in Aktien zu investieren und damit die Wirtschaft zu stützen. Jetzt ist die große Krise zumindest in den USA so gut wie beendet. Die Arbeitslosenquote beträgt dort nur noch 5,5 Prozent. Die Inflation steigt auf ein bedenkliches Maß. Es gibt zahlreiche Expertenstimmen, die damit rechnen, dass die US-Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung in diesem September den Leitzins wieder um etwa 0,25 Prozent anhebt. Was bedeutet das für die Weltwirtschaft im Allgemeinen und deutsche Anleger im Besonderen?

Anlegen lohnt sich wieder

Wie hier nachzulesen ist steht die Zinswende unmittelbar bevor. Die Folgen einer solchen Wende werden ziemlich gravierend sein. Einerseits erhöhen die USA dadurch den Druck auf Wirtschaftsregionen, in denen es nicht so gut läuft. Also konkret auf die EU und China. Die EU leidet großflächig unter massiver Arbeitslosigkeit. In Spanien, Griechenland, Portugal und Süditalien liegen die Arbeitslosenquoten klar über 25 Prozent. China ist momentan wirtschaftlich in großer Bedrängnis. Die chinesische Börse befindet sich seit Wochen auf Talfahrt. Wenn die USA nun durch eine Zinserhöhung signalisieren, dass in ihrem Wirtschaftsraum wieder alles in Ordnung ist, werden die weltweiten Gelder wieder vermehrt ihren Weg nach New York und Los Angeles finden. Wenn deutsche Anleger bei ihrer Hausbank nicht mal 1 Prozent Zinsen bekommen, werden sie nicht zögern, ihr Geld bei einer US-Bank lukrativer anzulegen. Die USA gehen als Gewinner aus der Wirtschaftskrise hervor. Der Druck auf die Konkurrenten wächst.

Aktien werden unattraktiver

Wenn sich Anlegen wieder lohnt, werden Aktien unattraktiver. Deswegen werden die Börsen auf eine Leitzinserhöhung negativ reagieren. Es wird zu Kurseinbrüchen kommen. Denn es ist davon auszugehen, dass viele Menschen, die ihr Geld jetzt in riskanten Aktien angelegt haben, wieder zum sicheren Sparkonto bei ihrer Bank zurückkehren werden, wenn es dort wieder nennenswerte Zinsen gibt. Das bedeutet, dass viele aktiennotierte Unternehmen weniger Geld zur Verfügung haben werden. Das betrifft dann vor allem Unternehmen, die sich nicht in den USA befinden, sondern etwa in China, Europa oder den Schwellenländern. Hier ist also mit Turbulenzen zu rechnen. Den USA selbst kann das allerdings relativ egal sein, weil die US-Wirtschaft vor allem vom Binnenmarkt getragen wird. Das heißt: Die US-Wirtschaft brummt, wenn es den US-Amerikanern gut geht. In der EU gibt es diesen ökonomischen Zusammenhang bisher leider nicht. Vor allem Deutschland ist ein exportorientiertes Land. Der Binnenmarkt spielt in unserer Wirtschaft nur eine Nebenrolle. (gg)

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