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Migration und Integration in Deutschland

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Neues Bundesprogramm

Kommunen bekommen Untersütztung bei der Integration junger Flüchtlinge

Rund ein Drittel aller nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge sind Kinder. Viele von ihnen kommen ohne Eltern und unbegleitet hier an. Mit dem Ziel, Kommunen künftig bei der Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher zu unterstützen, wurde nun das Bundesprogramm „Willkommen bei Freunden“ gestartet.

Mit dem Programm „Willkommen bei Freunden“ unterstützt der Bund ab sofort Kommunen bei der Aufnahme von jungen Flüchtlingen. Es gebe eine große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, die mit dem Programm gezielter gefördert und vernetzt werden solle, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstag in Berlin. Kinder und Jugendliche mit Fluchtgeschichte müssten in Deutschland ohne Angst leben können und eine gute Bildung erhalten. Zusätzlich strebe sie ein Gesetz an, das jungen Flüchtlingen ein Bleiberecht für die Zeit ihrer Ausbildung garantiere.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Migrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD), will das Familienministerium die Kommunen mit Beratungsangeboten beim Aufbau von lokalen Integrationsprojekten unterstützen. Oft kämen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Großstädten an, erklärte Schwesig. Die Aufnahmeeinrichtungen seien mittlerweile überlastet. Deshalb sollen mit dem Programm auch Einrichtungen wie etwa Mehrgenerationenhäuser junge Flüchtlinge aufnehmen können.

„Gerade die minderjährigen Flüchtlinge benötigen unseren besonderen Schutz. Wir dürfen nicht vergessen, dass sie in erster Linie Kinder und Jugendliche sind, die unsere Hilfe brauchen, ob das nun Bildung, soziale Teilhabe oder die Unterbringung betrifft. Dem müssen wir gerecht werden“, ergänzte Özoğuz.

Zum 1. August sollen sechs regionale Servicebüros in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Magdeburg und München eingerichtet werden, die bei der Arbeit mit jungen Flüchtlingen beraten werden. Für das auf vier Jahre angelegte Programm stellt der Bund zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Unter der Service-Hotline 030/257676803 können Städte, Kommunen und ehrenamtliche Helfer sich künftig bei der Gründung neuer Bündnisse für junge Flüchtlinge beraten lassen. (epd/mig)

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