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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

TV-Tipps des Tages

26.10.2012 – Islam, Juden, Irak, Integration, Migranten, Beschneidung

TV-Tipps des Tages sind: Streitfall Beschneidung: Aus der Reihe „Gott und die Welt“. Der Spruch des Kölner Landgerichts, das religiös motivierte Beschneidung als Akt der Körperverletzung unter Strafe stellt, sorgt seit Wochen für leidenschaftliche, erbitterte Debatten; Cosmo TV ein Magazin für alle, Zugewanderte und Deutsche

Streitfall Beschneidung
Aus der Reihe „Gott und die Welt“. Der Spruch des Kölner Landgerichts, das religiös motivierte Beschneidung als Akt der Körperverletzung unter Strafe stellt, sorgt seit Wochen für leidenschaftliche, erbitterte Debatten. Werden Juden und Moslems in der Ausübung ihrer Religionsfreiheit massiv behindert? Oder ist eben dieser Entscheid ein Sieg des säkularen Rechtsstaates? Und was zählt mehr: Der Ritus oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit? Ein Team des Hessischen Rundfunks hat Menschen besucht, die direkt von diesem Urteil betroffen sind: Familien, Imame und Rabbiner, Ärzte und vor allem Männer.

Die Fronten scheinen unversöhnlich: Der Rabbi erklärt, das Verbot der Beschneidung sei die schlimmste Grausamkeit gegen die Juden seit dem Holocaust. Der Kinderschutz-Bund spricht von einem weisen Entscheid zum Wohle von Tausenden von Jungen. Die junge jüdische Familie M. aus dem Rhein-Main-Gebiet droht, nach Israel auszuwandern, sollten sie ihren zukünftigen Stammhalter nicht legal hierzulande beschneiden lassen dürfen. Deutsche Muslime und die Islamverbände protestieren, die christlichen Kirchen auch.

Der türkischstämmige Muhammed erzählt hingegen von seinen seelischen und körperlichen Qualen nach dem blutigen Eingriff. Er betet, das umstrittene Urteil möge für alle bindend sein. Kurzum: Der Spruch des Kölner Landgerichts, das religiös motivierte Beschneidung als Akt der Körperverletzung unter Strafe stellt, sorgt seit Wochen für leidenschaftliche, erbitterte Debatten.

Werden Juden und Moslems in der Ausübung ihrer Religionsfreiheit massiv behindert, am Ende aus Deutschland vertrieben? Wie erleben muslimische wie jüdische Familien dieses Urteil in all seinen Konsequenzen? Oder ist eben dieser Entscheid ein Sieg des säkularen Rechtsstaates? Was aber zählt mehr: Der Ritus oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit? Fieberhaft arbeiten Juristen und Politiker in Berlin an einem neuen Gesetz, um den „Religionsfrieden“ im Lande wieder herzustellen, – denn musste die juristische Debatte über die Strafbarkeit der Beschneidung ausgerechnet in Deutschland beginnen? Gestritten wird über ein großes religiöses wie politisches Thema. Und letztlich über das Verhältnis von Staat und Religion. Gibt es auch für die Glaubensfreiheit Grenzen?

Ein Team des Hessischen Rundfunks hat Menschen besucht, die direkt von diesem Urteil betroffen sind: Familien, Imame und Rabbiner, Ärzte. Vor allem aber Männer – jene, die ihre Beschneidung als identitätsstiftend begreifen und solche, die sich für ihr Leben gezeichnet sehen. 20:15-20:45 • tagesschau24

Cosmo TV
Moderation: Till Nassif. Integration geht jeden etwas an, ob im Beruf, in der Schule oder unter Nachbarn. Deshalb ist Cosmo TV ein Magazin für alle, Zugewanderte und Deutsche. Jede Woche nimmt das WDR-Magazin Cosmo TV dieses Zusammenleben unter die Lupe. Im Guten und im Schlechten. Ohne politisch korrekten Zuckerguss. Kritisch und aktuell. Cosmo TV ist nah dran am Leben und Lebensgefühl. 02:25-03:00 • tagesschau24

Internationale Krisen
Wechselnde Diktaturen, 24 Jahre unter Saddam Hussein und drei große Kriege – die Bevölkerung des Irak hat in den vergangenen Jahrzehnten viel erleiden müssen. Und muss es immer noch: Der letzte Krieg entlässt den Irak in eine zweifelhafte Demokratie, die sich mit islamistischen Terroranschlägen und dem Zerfall des Landes auseinander setzen muss. Dabei hatte und hat der Irak eine gute Voraussetzung: das Öl – Reichtum und Verhängnis zugleich. So sind die Kriege am Golf (1. bis 3. Golfkrieg) immer auch als Kriege ums Öl geführt worden. 07:45-08:00 • SWR BW

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