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Erwerbsquoten der inländischen (43 %) und ausländischen (70,8 %) Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1970.

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TV-Tipps des Tages

11.04.2012 – Jugoslawien, Muslime, Hongkong, Frankreich, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Jugoslawien ist tot; Hongkong – Götter, Glitter, Geldpaläste: – zwischen Kronkolonie und Kommunismus, ländlicher Tradition und gläsernen Palästen; Hinter Mauern: Mauern setzen Grenzen und bedeuten Trennung. Zumindest von einer Seite aus ist ihre Überwindung unerwünscht

VONÜmit Küçük

DATUM11. April 2012

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Jugoslawien ist tot
Es lebe die Jugosphäre! Es sei ein Gefühl aus alter Verbundenheit. In Belgrad haben sie daraus eine Fernsehshow gemacht. Bei Veliki Brat? der serbischen Variante von Big Brother ? sperren sie die einst verfeindeten Bewohner Ex-Jugoslawiens gemeinsam in ein Haus im Wald. Und obwohl es eine serbische Sendung ist, erzielt sie auch beim Nachbarn Kroatien höchste Einschaltquoten. Fünf ehemalige jugoslawische Teilrepubliken in einem Schlafsaal – zwei Jahrzehnte nach dem Zerfall quasi wiedervereint unter einer Decke. Das kommt an beim Publikum.Massaker, ethnischen Säuberungen und Kriegsverbrechen scheinen vergessen.

Nach dem Motto: Jugoslawien ist tot? es lebe die Jugosphäre! Moderatorin Marijana erklärt uns: Im wiedervereinigten Container kämen bis auf Liebeskummer keine größeren Konflikte untereinander. Es gäbe da ein einfaches Rezept für den Frieden: wer über Politik redet fliegt raus!

Wirtschaftlich arbeiten die einst verfeindeten Teilrepubliken längst wieder zusammen – was die Kriege geteilt haben, fügt der Markt wieder zusammen. Denn Jugoslawien, der Multikulti-Staat aus Moslems und Christen – damals sozialistisch verordnet – sorgt heute nicht nur bei Big Brother für Quote. Zwar will nicht mal mehr die Hälfte der Serben laut Umfragen in die EU. Aber Jugoslawien, so wie es mal war, hätten viele gern zurück – nicht nur in Belgrad. Gemeinsam waren sie einst stark und wohlhabend – trotz Sozialismus‘. Jetzt gehören die Länder Ex-Jugoslawiens ausnahmslos zu den ärmsten auf dem Balkan.

Eine Nationalität jedoch muss bislang allerdings noch draußen bleiben: Kosovo. Serbien verweigert immer noch die Unabhängigkeit. Das haben auch Miss Serbien und Miss Kosovo lernen müssen.

Der Film von Tonja Pölitz geht für PHOENIX dem neuen zarten Miteinander zwei Jahrzehnte nach Ausbruch des Krieges nach und zeigt, noch gilt es nicht für alle Ex-Jugoslawen, aber es bewegt sich was. 10:30-11:15 • PHOENIX

Hongkong – Götter, Glitter, Geldpaläste
In Hongkong – zwischen Kronkolonie und Kommunismus, ländlicher Tradition und gläsernen Palästen – verlieren Einheimische und Urlauber gleichermaßen leicht die Orientierung. Die Auslandsreportage durch die chinesische Sonderverwaltungszone führt zu den bekannten und weniger bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Mit U-Bahn, Doppeldecker-Straßenbahn, Helikopter und auf der längsten Rolltreppe der Welt erreichen wir auch das alltägliche Hongkong: eine fünfköpfige Familie, die auf vierzig Quadratmetern genauso viel Freiheit findet wie die indische Großfamilie in zweihundert Gemächern.

Eine Geschäftsfrau, die sich sympathisch in der chinesischen Männergesellschaft behauptet, und alte Menschen, die im Seniorenheim zum ersten Mal in ihrem Leben im eigenen Bett schlafen.

Hongkong ist etwas größer als Berlin aber mit einer Bevölkerung von über sieben Millionen Menschen fast so einwohnerreich wie die Schweiz. Die chinesische Sonderverwaltungszone gehört zu den am dichtest besiedelten Gebieten der Welt. Für Freizeitaktivitäten weicht man in Hongkong deshalb gerne auf die zahlreichen Wasserflächen aus. Wir begleiten ein Team, das sich im Drachenboot auf die kommenden internationalen Meisterschaften vorbereitet. Und wir besuchen das Dorf Tai O am südwestlichen Ende Hongkongs, das auf Stelzen im Wasser steht. Mehr schlecht als recht ernährt es seine Bewohner von der Fischerei. Die Jugend von Tai O drängt in die Stadt – Urlauber erfreuen sich an diesem selten geworden idyllischem Platz. 18:00-18:20 • PHOENIX

Hinter Mauern
Dokumentation – Mauern setzen Grenzen und bedeuten Trennung. Zumindest von einer Seite aus ist ihre Überwindung unerwünscht. Doch hinter Mauern leben immer auch Menschen, die auf das Ende dieser Mauern hoffen. Mauern trennen und verbergen. Hinter Mauern leben Frauen, Männer, Völker, die ihr Vaterland, ihr Haus, ihre Familie oder ihre Rechte verloren haben. Hinter Mauern stauen sich Hoffnung, Entschlossenheit, Stolz, Leiden und Resignation. In der Dokumentation kommen Menschen zu Wort, die hinter Mauern leben. Sie sprechen über Möglichkeit oder Unmöglichkeit eines freien Lebens.

Die seit 1975 von Marokko besetzte Westsahara kennt trotz des nach wie vor gültigen Waffenstillstandsabkommens von 1991 nur den Wechsel von Aufstand und Unterdrückung. Ein starkes Polizeiaufgebot versucht, die entschlossen vorgehende Frente Polisario, die Befreiungsfront der Sahrauis, hinter Mauern in Schach zu halten. Auf der seit 1974 teilweise von der Türkei besetzten Insel Zypern gibt es nationalistische Kräfte auf beiden Seiten, aber hier stehen die Zeichen auf Versöhnung. Vielleicht kommt es sogar zu einer Föderation auf der Mittelmeerinsel. In Indien und Bangladesch leben die Bewohner des ehemaligen Bengalen seit 1947 getrennt. Drastischer ist die Teilung seit Beginn des 21. Jahrhunderts spürbar, als eine Mauer um ganz Bangladesch gebaut wurde. Sie wird von einer Grenzpolizei bewacht, die durchaus mit scharfer Munition schießt.

Dann gibt es da noch die wirtschaftlichen Barrieren wie zwischen Europa und Afrika. Sie sind zwar weniger sichtbar als echte Mauern, sind aber für Flüchtlinge nicht weniger abschreckend. Auf lange Sicht jedoch sind auch diese „Mauern“ wirkungslos. 05:00-06:00 • arte

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