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Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

TV-Tipps des Tages

10.08.2011 – Islam, Kultur, Muslime, Religion, Türkei, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Stationen.Dokumentation: 1/4, Gesichter des Islam – Glaube und Kultur spürt den religiösen Grundlagen und der Vielfalt der muslimischen Welt nach von der laizistischen Türkei über das fundamentalistische Saudi-Arabien; Dokumentarfilm: Das Ei ist eine geschissene Gottesgabe

VONÜmit Küçük

DATUM10. August 2011

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Stationen.Dokumentation
1/4, Gesichter des Islam – Glaube und Kultur – „Glaube und Kultur“ spürt den religiösen Grundlagen und der Vielfalt der muslimischen Welt nach – von der laizistischen Türkei über das fundamentalistische Saudi-Arabien bis nach Indonesien mit seiner bunten Mischung an Religionen.

Nur die „Fünf Säulen des Islam“ haben alle gemeinsam: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengewähren und die Pilgerfahrt nach Mekka. Das Filmteam begegnet in Istanbul einer jungen Familie, die mit dem Einkauf des festlichen Prinzengewandes einen wichtigen Tag im Leben ihres kleinen Sohnes Efe beginnt, die Beschneidung. Weiter geht es zu jungen Rockmusikern zwischen Glauben und Selbstverwirklichung. In der Wüste Saudi-Arabiens pflegen Beduinen, wie zu Zeiten des Propheten, das einfache Leben der Kamelzüchter, und in Riad beobachtet das Filmteam einen Kalligraphiekünstler. In Mekka besuchen Pilger Stationen der „Hadj“-Wallfahrt und umrunden Pilger die Kaaba, den zentralen Ort der Muslime. Der ägyptisch-schweizerische Islamwissenschaftler Tariq Ramadan spricht in London für einen Islam der Vernunft und der Verständigung. In Indonesien führt die Schwester des Sultans von Cirebon durch die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten; ein Schattenspieler zeigt und erklärt sein Wayang-Theater. In Istanbul leitet die Architektin Nilgün Olgun die Restaurierungsarbeiten in der prächtigen Süleymaniye-Moschee, und den einstigen Kölner Imam Habil Öndes erlebet man als Seelsorger und Chorleiter der Istanbuler Stadtteil-Moschee Sultan Valide.

4 Teile: 10.8., 17.8., 31.8. und 7.9.11.

„Gesichter des Islam“ ist eine vierteilige filmische Reise durch die Welt von 1,5 Milliarden Muslimen – Begegnungen mit Menschen und ihrem Glauben zwischen Tradition und Moderne, überraschende Einblicke in Lebensalltag und Überzeugungen muslimischer Gemeinschaften heute.

In der Sendung spiegelt sich wider, dass es in den Kirchen und zwischen den Religionen lebendig, kontrovers, bewegt und sogar widersprüchlich zugehen darf, aber eben auch besinnlich, nachdenklich und fragend. (19:00-19:45 • BR)

Das Ei ist eine geschissene Gottesgabe
Dokumentarfilm – Auf dem Bauernhof Sprengenöd, 40 Kilometer von München entfernt, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es gibt keine geteerten Straßen, keine Melkmaschinen, keine getrennte Tierhaltung. Doch jetzt verändert sich alles …

Sehr zum Leidwesen der 77-jährigen Bäuerin, die den Hof noch immer nicht verlassen hat.

Mit dem mehrfach, u. a. mit einem Bayerischen Filmpreis ausgezeichneten Dokumentarfilm beendete Dagmar Wagner ihr Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film.

Irgendwo zwischen Eurasburg und Beuerberg liegt Sprengenöd. Früher war es ein kleines Königreich – der größte und schönste Bauernhof der Gegend, mit Pensionshaus, Ausflugslokal und einem Sägewerk. Dort lebten die Bäuerin Sophie Geisberger, ihr Mann Jakob, der Sohn Sepp mit Frau, Tochter und Sohn. Das Unglück kam mit der Schwarzbrennerei, die Sepp in großem Stil und lange unbehelligt betrieb. 1978 aber wurde Sepp anonym angezeigt. 1980 wurde Jakob, so behauptet er selbst, vom Hof verjagt – vom eigenen Sohn. Niemand spricht seitdem von ihm. 1983 ging Sepps Frau Isi und nahm ihre Kinder mit. Man musste viel Land verkaufen, um die Steuernachzahlung und die Strafe für die Schwarzbrennerei zu zahlen.

Alles ist anders geworden. Sepp arbeitet jetzt nur noch im Sägewerk, aus der Pension hat er eine Art Asylantenheim gemacht. Auf dem Hof leben jetzt neben Sophie Kurden, Griechen, Russen, Türken, Bulgaren, deutsche Sozialempfänger, Tagelöhner und der Rentner Kurt H. aus dem Norden.

Aus dem einstigen gemütlichen Ausflugslokal ist inzwischen ein Nobelrestaurant geworden, hier trifft sich die Münchner Schickeria. Nur Sophie hat sich nicht geändert, in ihrer Welt scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. (20:15-21:45 • BR)

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