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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

SPD

Positionspapier Integration

„Alle reden über Integration – aber was ist gemeint? Wenn Sie uns fragen: Wo Integration gelingt, haben alle Menschen gleiche Chancen auf Teilhabe an der Gesellschaft“, so die SPD in ihrem neuen „Positionspapier Integration“. MiGAZIN dokumentiert das Papier.

Kulturelle Vielfalt fördern
In unserer Gesellschaft gibt es längst verschiedene Kulturen, Wertvorstellungen, Traditionen und Lebensweisen. Solange sich alle mit Respekt und Toleranz begegnen, ist diese Vielfalt eine Bereicherung. Unsere Institutionen sollen diese Vielfalt ebenso fördern wie widerspiegeln.

Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik: Fenster zwischen den Welten
Das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Deutsche Welle und andere Institutionen sorgen für einen kulturellen Austausch Deutschlands mit anderen Staaten. Das bedeutet für beide Seiten: Den Horizont erweitern und Verständnis schaffen. Deshalb werden wir

  • den kulturellen Jugendaustausch ausbauen,
  • das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, das eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für die staatliche Kulturpolitik schafft, effektiv umsetzen,
  • Mittlerorganisationen wie Goethe-Institut, Deutscher Akademische Austauschdienst, die Alexander von Humboldt-Stiftung und Deutsche Welle stärken und
  • das Angebot, Deutsch im Ausland zu lernen, beim Goethe-Institut und der Deutschen Welle ausbauen.

Anders Schwarz-Gelb: Außenminister Westerwelle kürzt rundum. Die Schulbeihilfen für Auslandsschulen werden um 70 Prozent gekürzt und der Etat des Hauses der Kulturen der Welt um 20 Prozent. Auch die operativen Mittel des Goethe-Instituts hat die Koalition um 10 Millionen Euro gekürzt. Wenigstens konnten wir im Haushaltsausschuss durchsetzen, dass die Mittel für Sprachförderung im Ausland um 8 Millionen Euro aufgestockt werden – ohne unseren Einsatz hätte auch hier Westerwelles Rotstift regiert.

Öffnung der Gremien
In den Jurys, Beiräten und Kuratorien der Kulturinstitutionen muss sich die alltägliche Lebensrealität widerspiegeln. Das heißt: Migrantinnen und Migranten müssen vertreten sein. Hier kann der Bund mit gutem Beispiel vorangehen und dafür sorgen, dass sie in den Gremien von Bundeskulturinstitutionen wie der Kulturstiftung des Bundes, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, des Hauses der Geschichte und des Deutschen Historischen Museums, aber auch in Bundesinitiativen wie „Netz für Kinder“ vertreten sind.

Zugang erleichtern
Auch in der Kultur gilt: Teilhabe darf nicht am Geldbeutel scheitern. In Kulturinstitutionen müssen kostengünstige oder -freie Zugänge für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien bestehen.
Kulturelle Vielfalt fördern
Der Bund soll künstlerische Projekte, die einen Beitrag zur Integration leisten, unterstützen. Dafür möchten wir die Fonds der Kulturstiftung des Bundes, etwa den Fonds Soziokultur, ausbauen. Außerdem müssen integrativ wertvolle Projekte bei der Auslobung und Verleihung von Preisen berücksichtigt werden.

Vernetzung ausbauen
Landauf, landab gibt es interkulturelle Initiativen. Sie vereinen Wissen und Engagement. Doch nicht immer sind die Initiativen bekannt, sei es bei anderen Kulturschaffenden oder bei – nachfragenden. Wir werden die Vernetzung ausbauen, indem wir

  • eine Evaluation über best-practice-Beispiele durchführen und
  • eine Datenbank aufbauen, in der solche Projekte dargestellt werden. So können Kulturschaffende miteinander in Kontakt gebracht werden und Nachfragende wie Schulklassen oder Einzelpersonen können sich informieren.

Gemeinsames Gedächtnis
Unsere Geschichte bestimmt unser Zusammenleben. Es bedarf gemeinsamer historischer und kultureller Erinnerung, um sich verständigen zu können. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte der Migration in Deutschland, sondern auch um die Vermittlung der Ideen- und Geistesgeschichte Deutschlands. Bundesinstitutionen wie das Deutsche Historische Museum oder nationale Gedenkstätten sollen deshalb ihre Programme für Migrantinnen und Migranten öffnen und die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen suchen.

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Ein Kommentar
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  1. […] und das kommunale Wahlrecht auch für Nicht-EU-Ausländer plädiert die SPD im „Positionspapier Integration“, das am Freitag auf der Jahresauftaktklausur in Magdeburg vorgestellt wurde. Der Grundsatz, […]



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