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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Verband Bildung und Erziehung

Gelingende Integration fängt mit einer Wohnungspolitik an

„Der Verband Bildung und Erziehung fordert eine ehrliche und sachliche Debatte über die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund“, erklärte VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann gestern in Pforzheim.

„Mangelhafte Deutschkenntnisse, schwache Schulleistungen oder Ausraster von jungen Menschen, die sich als Bildungsverlierer sehen, lassen sich nicht wie Ordnungswidrigkeiten per Strafzettel aus dem Weg schaffen“, so Beckmann. „Wer dies dennoch wider besseren Wissens fordert, wie einige Interessenvertreter des Gymnasiums, die ihre Problemfälle in der Regel an Haupt- und Realschule weiterreichen, dem geht es um Schlagzeilen, nicht um Lösungen.“

Wer die Frage der Integration lösen wolle, müsse Bildungsteilhabe sicherstellen und junge Menschen mit Migrationshintergrund aus der Verliererrolle befreien. Dies gelinge besser, wenn mehr Lehrkräfte mit Migrationshintergrund für alle Schulformen gewonnen werden, ein islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache angeboten und eine qualitativ hochwertige Sprachförderung bereits ab dem Elementarbereich flächendeckend gesichert werde

Integration fängt mit einer Wohnungspolitik an
Beckmann weiter: „Gelingende Integration fängt mit einer Wohnungspolitik an, die Ghettobildung verhindert und mit Voraussetzung dafür ist, dass die Zusammensetzung der Schülerschaft in den Schulen weitgehend die gesamtgesellschaftliche Struktur abbildet.“ In Ballungsräumen seien aber inzwischen Hauptschulen mit einem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund von bis zu 80 Prozent keine Seltenheit. Dabei handele es sich insbesondere um Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Schichten, denen in diesen Schulen Vorbilder aus anderen Milieus und Kulturen fehlen würden. Das führe unter anderem auch dazu, dass von diesen Jugendlichen häufig Vorstellungen von Männer- und Frauenrollen gelebt würden, die dem Emanzipationsgedanken widersprächen. „Selbst wenn es gelingt“, so Beckmann, „das Zusammenleben in der Schule zu regeln, haben Lehrerinnen und Lehrer trotz aller Bemühungen kaum Chancen, diese aus den Elternhäusern mitgebrachten Vorstellungen nachhaltig aufzubrechen.“

Beckmann stellte klar: „Die Integrationsarbeit ist sehr unterschiedlich auf die Schulformen verteilt und in erster Linie eine besondere Herausforderung für die Hauptschulen sowie die Schulformen der Sekundarstufe I, die mehrere Bildungsgänge umfassen.“

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