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Migration und Integration in Deutschland

Es gab vor allem in der Anfangsphase der Anwerbung von Türken häufige Klagen der deutschen Arbeitskollegen darüber, dass die Türken … an ihrem Arbeitsplatz wie verrückt arbeiten und dadurch die Akkordsätze verderben.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Wir sind ein Volk!

“Liebe deinen Nächsten…”

Nach der Rede des Bundespräsidenten zur Feier der Wiedervereinigung brach eine unnötige Diskussion über die Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland aus. Man streitet sich nun, wie viel Islam passt, und was im Islam verwerflich ist.

VONDr. Andreas Wojcik

 “Liebe deinen Nächsten…”
Geboren 1972 in Brieg an der Oder; An der Universität Bonn studierte er Germanistik, Deutsch als Fremdsprache und Islamwissenschaften, es folgten Auslandsemester in Polen. Heute ist er Direktor des Troisdorfer Bildungszentrums Netzwerk Deutsch und Integrationsbeauftragter der CDU Troisdorf.

DATUM18. Oktober 2010

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„WIR SIND EIN VOLK!“

Nun was versteht man unter „ein Volk“? Sind es Menschen, die in einem Land wohnen? Sind es Menschen, die gleiche Sprache sprechen? Sind es vielleicht Menschen gleicher Religion?

Diese Fragen kann man nur sehr schwer unter Einbeziehung der Globalisierung eindeutig beantworten. Ich glaube, es ist noch nicht mal wichtig, eine genaue Definition zu suchen, denn

WIR SIND EIN VOLK!

Nach der Rede des Bundespräsidenten zur Feier der Wiedervereinigung brach eine unnötige Diskussion über die Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland aus. Man streitet sich nun, wie viel Islam passt, und was im Islam verwerflich ist. Man grenzt sich erneut aus und sagt, dass Deutschland von judisch-christlichen Werten geprägt ist. Sogar der „deutsche“ Papst nimmt an der Diskussion teil, obwohl er ja Oberhaupt von Vatikan und nicht von Deutschland ist. Ich persönlich sehe hier viele Parallelen zu den Islamstaaten, in denen sich der Glaube mit der Politik vermischt.

Das Problem „Islam“ ist eine Erfindung unserer Generation. In Deutschland wohnen schon seit mehr als 50 Jahren Menschen moslemischen Glaubens. Solange sie in den „Hinterhofmoscheen“ gebetet haben, stellten sie keine Gefahr dar. Man sprach nicht von Zwangsheirat, Gewalt in der Ehe und noch das Lieblingsthema: „Der Kopftuch“. Atochtone Moslems leben in Deutschland bereits viel viel länger. Man hörte von ihnen kaum etwas.

Der Islam ist eine der drei monotheistischen Religionen mit Gott als Schöpfer von Erde und Himmel, Adam und Eva. Immer wieder sendete Gott Propheten, um Menschen auf den richtigen Weg zu bringen. So kamen z.B. Moses, Jesus und Mohammed und brachten eine Botschaft von Gott.

Moses erhielt die 10 Gebote, die alle drei Religionen und deren Gläubige bis heute prägen. So sind scheinbar unsere Werte nun die gleiche wie im Judentum oder dem Islam. Deshalb ist die Diskussion meiner Meinung nach unnötig. Man bedient sich dem Halbwissen, um Menschen auszugrenzen, die anders sind. Es gibt auch Christen, die Kopftücher tragen, sich von der „normalen“ (ich frage mich manchmal, ob das stimmt) Gesellschaft isolieren, es gibt Juden, die fasten und beten. Ein guter Christ sollte auch fünf Mal am Tag beten, wenn ein Moslem es tut, stört es uns. Warum?

Wenn WIR EIN VOLK SIND(!), dann gehört Ali, Ayşa, Sergej und Tamara zu diesem VOLK. Dem VOLK des Grundgesetzes, das von diesem VOLK beschützt aber auch praktiziert werden muss. Freiheit ist nicht selbstverständlich.

Jesus sagte, ich bin nicht gekommen, um das alte Gesetz abzuschaffen, sonders dies zu ergänzen:

„LIEBE DEINEN NÄCHSTEN, WIE DICH SELBST.“

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