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Migration und Integration in Deutschland

Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

Ehrung

Vorbildliches Engagement türkischer und arabischer Unternehmer bei der Ausbildung

Staatsministerin Maria Böhmer hat gestern 30 türkische und arabische Berliner Unternehmer dafür ausgezeichnet, dass sie zum ersten Mal Ausbildungsplätze für Jugendliche zur Verfügung stellen.

Bei der Ehrung im Bundeskanzleramt in Anwesenheit des türkischen Botschafters Ahmet Acet überreichte Staatsministerin Maria Böhmer Urkunden an an türkische und arabische Unternehmer. Unterstützung bei ihrem Engagement erhalten die Betriebe von Ausbildungsplatzentwicklern des BildungsWerks in Kreuzberg (BWK). Die BWK-Mitarbeiter konnten seit 2006 knapp 300 Ausbildungsplätze in Berlin schaffen, zunächst ausschließlich in Unternehmen türkischstämmiger Inhaber, seit 2009 auch in Betrieben arabischstämmiger Unternehmer. Geholfen hat dabei das Programm „Jobstarter“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Böhmer betonte: „Eine gute Ausbildung ist in unserem Land der Schlüssel für den sozialen Aufstieg! Deshalb danke ich dem Bildungswerk Kreuzberg für seinen Einsatz bei der Akquise von neuen Ausbildungsplätzen. Das vorbildliche Engagement der 30 Betriebe ist Motivationsschub für weitere Unternehmer und Unternehmerinnen mit Migrationshintergrund, auch Ausbildungsplätze anzubieten. Dafür ist es entscheidend, bürokratische Hürden und Informationsdefizite abzubauen. Die Ausbildung junger Menschen ist für alle ein Gewinn: Die Jugendlichen erhalten eine Perspektive für eine erfolgreiche Zukunft. Und die Arbeitgeber erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens und sichern sich angesichts des demografischen Wandels ihre Fachkräfte von morgen.“

Angst vor der deutschen Bürokratie
Während etwa jedes vierte deutsche Unternehmen ausbildet, bieten beispielsweise nur etwa 18 Prozent der Unternehmen mit türkischstämmigen Inhabern Ausbildungsplätze an. BWK-Geschäftsführer Nihat Sorgec, ehrenamtlicher Vizepräsident der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer, nennt Gründe dafür: „Viele schrecken vor der deutschen Bürokratie zurück. Dazu kommt, dass diejenigen, die selbst nicht in Deutschland aufgewachsen sind, das deutsche Ausbildungssystem nicht ausreichend kennen und oft auch glauben, dass sie ohne den Meisterbrief gar nicht ausbilden dürfen. Die ökonomischen Vorteile für das eigene Unternehmen erkennen die wenigsten.“

Der türkische Botschafter in Deutschland, Ahmet Acet, begrüßt das Engagement des BildungsWerks Kreuzberg: „Die Beteiligung am deutschen dualen Ausbildungssystem ermöglicht die Beteiligung an der deutschen Gesellschaft. Das Angebot des BWK erleichtert meinen Landsleuten diese Teilhabe. Ich würde es sehr begrüßen, wenn es mehr vergleichbare Projekte gäbe, im Rahmen derer Menschen mit Migrationshintergrund der Mut und das Selbstbewusstsein vermittelt wird, sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zurechtzufinden.“

Das „Jobstarter“-Programm fördert mehr als 280 Projekte, die zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen und ausbildungsunerfahrene Betriebe unterstützen. Bisher konnten die „Jobstarter“-Projekte rund 42.000 Ausbildungsplätze akquirieren, von denen bereits knapp 30.000 passgenau besetzt wurden.

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