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Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

Berlin

Gymnasien setzen Klassen nach Herkunft und Religion zusammen

Die Herkunft und Religion ist für Berliner Gymnasien ein Auswahlkriterium für die Zusammensetzung von Schulklassen. Dies geht aus einer Antwort des Berliner Sentas auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Özcan Mutlu hervor.

In einer Kleinen Anfrage erkundigte sich der Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu nach der Zusammensetzung von Schulklassen in Berliner Gymnasien. Konkret wollte Mutlu wissen, ob es dem Senat bekannt ist, dass mehrere Schulen „bewusst und gezielt“ Schüler nichtdeutscher Herkunft in einer Klasse zusammenfassen und somit Klassen mit extrem hohem und niedrigem Migrantenanteil schaffen. Wie der Grünen-Abgeordnete dem MiGAZIN mitteilte, wurde er zuvor von mehreren Eltern aufgesucht, die sich beschwerten, dass ihre Kinder in sog. Ausländerklassen gesteckt werden.

Die Antwort des Senats bestätigte die Vermutung Mutlus und die der Eltern. Am Askanischen Gymnasium, so der Senat, wurden Klassen mit unterschiedlichen Anteilen Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache zwischen 28 % und 55 % eingerichtet. Dabei habe sich die Schule von unterschiedlichen Organisationskriterien leiten lassen, u.a. Fremdsprachenfolgen oder der Organisation des Religionsunterrichts und der Sprachenfördermöglichkeiten.

Andersartigkeit der Schüler wird manifestiert
Zwar sei die Bildung von Klassen nach Herkunftssprache kein ausschließliches Organisationsprinzip „und sollte es auch nicht sein“, doch unterliege die Zusammensetzung von Klassen in der Verantwortung der Schule. „Sofern erkennbar ist, dass Schulen Beratungsbedarf hinsichtlich ihrer Schulorganisation haben, wird die regionale Schulaufsicht tätig werden“, so der Senat abschließend.

Für Mutlu ist die Antwort des Senats nicht ausreichend. „Der Senat möchte das Problem nicht wahrnehmen und meint, die Schulen machen das im Rahmen ihrer Eigenverantwortung“. Diese Praxis, so Mutlu weiter „muss sofort beendet werden, weil sie zu Segregation der Schülerschaft führt und damit die Andersartigkeit der Schüler manifestiert.“ Dem MiGAZIN kündigte Mutlu weiter an, dass er sich dagegen politisch einsetzen werde.

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21 Kommentare
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  1. delice sagt:

    Und das von einer SPD regierten Regierung in Berlin! Der Ausländerversteher-Partei schlechthin! Das ich nicht lache!!!!

    Nun die Linke darf sich natürlich mit dieser Selektions-Maßnahme auch nicht gerade rühmen! Aber was soll man schon von einer SPD schon noch erwarten?! Wenn sie einen SArrazin unter sich wähnen darf, dann sind das weitere ofensichtliche Zeichen. Wer da noch eine SPD wählt, der darf sich hinterher auch nicht darüber beschweren!!!!!

    Wie ich meine Landsleute kenne, wählen die demnächst in NRW – in ihrer Mehrheit – wirklich nochmals die SPD! „Nur die allerdümsten Kälber wählen ihren Metzger selber!“, ist dafür trefflich formuliert!

    Man muss sich doch das vorstellen. NUn haben diese jungen Menschen es geschafft und kamen auf ein Gymnasium und werden selbst dort ausgegrenzt und herausgenommen. Sie sollen wollen den Wissenseifer der deutschen Schüler nicht stören!

    Aber so kennen wenigstens die türkischstämmigen KInder, was die deutsche Umgebung von ihnen hält und auch erwartet – eigentlich ein großes NICHTS! Das beklemmnste daran ist, dass das natürlich unbedingt auch eine SPD diese Selektion machen musste!

    Das erinnert mich an eine andere Selektion, aus dem Jahre 2005, wo auch eine SPD in NRW, uns zum ertsten Mal gezungen hatte uns selbst – ein jeder für sich – schriftlich zu denunzieren zu habe, über den damaligen Aufenthaltsstatus. Und erst danach wagte auch die CSU und die anderen Undesländer diesem Selektionbeispiel zu folgen! Die SPD ist schon ein insgesamt traurige Gestalt, wer darin noch sich als Mitglied zählt, sollte keine Annährungspunkte haben, demnächst einer NPD als Mitglied sich anzudienen. Denn in Bezug auf die Politik in der Gegnerschaft zu Mernschen aus der Türkei, hätte die SPD selbst zu derlei harten Maßnahmen gefordert zu fordent. Anscheinend geht es aber, wenn diese rassitische Politik eine SPD fordert und komprisslos dann auch noch umsetzt!!!

  2. municipal sagt:

    Interessant dazu ist ein Artikel im Berliner Tagesspiegel zu diesem Thema:

    Zitat
    Schulleiter erleben aber immer öfter, dass Eltern fragen, wie hoch der Migrantenanteil in den Gymnasien ist. Wenn man ihnen nicht mindestens 50 Prozent Anteil deutscher Schüler garantiere, würden sie drohen, ihre Kinder an anderen Gymnasien anzumelden. „Das sind übrigens nicht nur Deutsche, sondern auch viele Migranteneltern“, erzählt ein Lehrer.
    Zitat Ende
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/familie/schule/Gymnasium-Klasse-Sortierung;art295,3058979
    …sondern auch viele Migranteneltern !

    Was,bitte, ist denn der GRUND die URSACHE für dieses Verhalten? Möglicherweise ERFAHRUNGSWERTE bezüglich des VERHALTENS bestimmter Schülergruppen?

  3. Klaus-Dieter Boden sagt:

    Das Problem in Deutschland ist nicht nur der staatlich gefoerderte, sondern der „ganz normale“ Rassismus in diesem Land ! Dass das nicht anders wird in dieser sogenannten „Bundesrepublik Deutschland“, dafuer wird schon gesorgt ! Von staatlicher Seite, als auch von der manipulativen Meinungsmacherseite.
    Viel Spass weiterhin !

  4. Luca Martin sagt:

    was sollen das für Erfahrungswerte sein frage ich mich. Bei einem oder einem Zweitkind sprechen wir doch nicht aus Erfahrung heraus, sondern aus reinen Vorurteilen. Und da liegt der Krucks. Es hat sich eingenistet, es hat eine Form angenommen und die Politik baut diese weiterhin auf, anstatt sie abzubauen. Ich dachte, das wären nur vereinzelte Schulen, aber das es auch bis in den Gymnasien Einzug erhalten hat, ist schon ein herber Rückschlag nicht nur in den Bemühungen, sondern auch in der Bildungspolitik.
    @municipal
    was für ein Verhalten kann in einem Gymnasium dazu führen, das man die Klassen nach Ethnie sortiert?

  5. Sinan A. sagt:

    Wenn ich Schuldirektor wär….
    Also an meiner Schule würd’s sowas nicht geben. Selbstverständlich würden wir Kinder reindeutscher Herkunft in unsere Klassen integrieren. Warum nicht? Wenn sie sich anständig benehmen, spräche nichts dagegen. Gut, die meisten von uns haben schlechte Erfahrungen gemacht mit Herkunftsdeutschen, und ich müsste auch die Sorgen und Ängste unserer Eltern ernstnehmen, aber das darf man nicht verallgemeinen. In jedem Deutschen steckt auch was positives. Da bin ich ein absoluter Gutmensch. Mit gezielter Förderung bekämen wir das in den Griff. Ein herkunftsdeutscher Integrationshelfer würde die Kinder unterstützen und uns dabei helfen, sie besser zu verstehen.

    In meiner Schule wären die deutschen Kinder gleichberechtigt, wenn ich Schuldirektor wär’…….

  6. NDM sagt:

    Ja, Erfahrungswerte. Und zwar genau solche wie der „Erfahrungswert“ in den 1950ern, dass Frauen nicht zum Autofahren geeignet sind, der heutige „Erfahrungswert“, dass Kinder aus ärmeren Familien dumm sind und bleiben, und der „Erfahrungswert“, dass Deutsche ohne Migrationserfahrung Rassisten sind.

  7. elimu sagt:

    🙂 🙂 😀 😀 ……….

  8. Marek Weber sagt:

    Tja was können das nur für Erfahrungswerte sein?
    Vielleicht solche:

    Sexuelle Belästigung von Mädchen, die es wagen ohne Kopftuch zu erscheinen? Für sogenannte „Südländer“ und „Südländerinnen“ sind Frauen und Mädchen die ohne Kopftuch auf die Straße gehen einfach nur Huren und werden so auch behandelt!

    Beispiel Berlin: „Kopftuchmädchen machen in Berlin mobil, weil ihnen die Lebensweise anderer nicht gefällt. Ihre Opfer sind meistens blonde Polinnen, also ebenfalls Migranten. Da die Täter Moslems, die Opfer aber nur Christen sind, hört man nichts darüber.“

    Ich kann jeden nur mal empfehlen sein Kind in eine „südländisch“ bereicherte Klasse zu schicken. Mal sehen wie schnelle es ohne Jacke nach Hause kommt.

    http://polskaweb.eu/die-opfer-sind-meist-polinnen.html

    Oder wie wäre der Standardspruch in „südländisch“ bereicherten Gegenden und Schule „Gib mal Kippe, deutscher Pisser?“

    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/panorama/2041294_Randale-Pruegel-und-Attacken-Das-Bad-Godesberg-Phaenomen.html

    Als Jemand, der aus Polen nach Deutschland eingewandert ist und in Berlin Wedding groß geworden ist, habe ich solche Erfahrungen persönlich erlebt. Deshalb würde ich meine Kinder nie in eine „südländisch“ bereicherte Klasse geschweige Schule schicken, ohne eine Ausbildung im Nahkampf und Antiterrorkampf. Besonders der Umgang mit dem Messer sollte beherrscht werden, da eine andere Form der Konfliktlösung immer seltener wird. Sonst werden sie nur als Opfer schikaniert, bestohlen, geschlagen und sexuell belästig!

  9. Mehmet sagt:

    Sehr guter Kommentar!

  10. Claudia sagt:

    Ich hätte nicht gedacht, dass die Schulen von sich aus eine solche Einteilung vorgenommen hätten. Wäre ich heute für meine Kinder noch mal vor die Wahl einer Schule gestellt, würde ich auch eine Schule mit überwiegend deutschen Schülern bevorzugen.

    Glücklicherweise sind meine Kinder bereits erwachsen bzw. gehen auf eine Schule, an der sich solche Probleme nicht stellen.


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