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Migration und Integration in Deutschland

Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Forschung

Wie viel „Deutscher“ steckt in mir?

Diese Frage stellen sich wohl viele Migranten in Deutschland. Bin ich nun Deutscher, Ausländer oder eher eine Mischung aus Beidem? Der Diplomant Dusan Sliva ist selbst als kleines Kind mit seinen Eltern von Tschechien nach Deutschland gekommen. Einen Großteil seines Lebens lebte er als „normaler“ Deutscher. Trotzdem drängt sich ihm ab und an die Frage auf: „Wie viel Deutscher steckt wirklich in mir?“ Und vor allem „geht es anderen Migranten ähnlich wie mir?“

DATUM8. Februar 2010

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Im Rahmen seiner Diplomarbeit an der FH Jena sucht Dusan Sliva die Antwort auf die Frage „Wie viel Deutscher steckt in mir?“ Dazu braucht er die Unterstützung von türkisch- und russischstämmigen Migranten und ruft zur Teilnahme am Online Fragebogen auf.

Bei der Wahl eines Themas für seine Diplomarbeit im Fachbereich BWL schien ihm diese Frage wichtig genug um sie genauer zu erarbeiten. Hat er die Werte Deutschlands als seine eigenen angenommen oder steckt in ihm und anderen Migranten doch noch viel von der ursprünglichen Heimat.

Um dies herauszufinden wurde eigens ein Online-Fragebogen erstellt. Er ist konzipiert für Türken und Russen aus der zweiten und dritten Generation. Die Ergebnisse sollen darstellen in wie weit man sich als Migrant oder Deutscher fühlt, ob Unterschiede zwischen den Generationen bestehen und natürlich auch Fragen klären, die Relevanz für das Marketing besitzen. Möchten Migranten zum Beispiel überhaupt unter Zuhilfenahme ihrer Heimatsprache angesprochen werden? Kann ein solches Ethno Marketing zu einer verbesserten Integration beitragen?

Zusammen mit Dr. Alexander Magerhans und der Unterstützung der Fachhochschule Jena hoffen sie Antwort auf diese Fragen zu finden. Der Fragebogen ist fast ausschließlich zum Ankreuzen und nimmt nicht allzu viel Zeit in Anspruch – maximal 15 Minuten. Die Teilnahmefrist läuft bis zum 20. Februar und die Diplomarbeit wird nach Fertigstellung veröffentlicht, damit Migranten mit ähnlichen Fragen auch ein paar Antworten finden können.

Dusan Sliva freut sich über eine rege Teilnahme und bittet um Unterstützung. Hier geht es zum Online Fragebogen.

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4 Kommentare
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  1. Auf allen Stühlen und darüber hinaus... sagt:

    Die Fragestellung dieser Onlineumfrage ist zu kurz gedacht und leider wieder mal auf einem Kulturbegriff basierend, der statisch und fest ist. Inzwischen spricht man in der Wissenschaft eigentlich von hybriden Identitäten bzw. Patchworkidentitäten, die nicht von monokulturellen Kurturdefinitionen ausgehen.

    Ich persönlich fühle mich als Zielgruppe von solch einer Fragestellung nicht angesprochen und finde es schade, dass zeitliche und persönliche Ressourcen des Forschers Sliva am Puls der Zeit vorbeigehen.

    Ich frage mich, wann wir endlich aufhören uns immer „zwischen den Stühlen“ zu verorten oder verorten zu lassen. Dabei sieht doch unsere Lebensrealität doch so aus, dass wir schon längst alle Stühle erobert haben und sogar eigene Kreationen präsentieren können.

    Die Frage „Wieviel Deutscher steckt in mir?“ ist ein Hohn an die Realität unserer Generation! Sie ist wie die Pest, die unsere Generation verfolgt: Entscheide dich, was bist du? Entscheide dich, welchen Pass willst su? Entscheide dich, wo willst du leben? Entscheide dich, wen willst du heiraten? Daran misst sich dann, wie „deutsch“ bzw. wie integriert man ist! Nein Danke! Ich verzichte!

  2. NDS sagt:

    Aber vielleicht sind genau solche Umfragen von Nöten, um aufzuzeigen, dass es „die deustche Seite“ in Menschen nicht gibt. Zumal der Forscher kein Soziologe ist und die Umfrage auf Marketing-Strategien zielt… Somit hätte aber auch der Vorredner Recht, da auch ich „Bikulturelle“ keinesfalls zwischen irgendwelchen Stühlen verstehen würde, sondern als Transkulturalität bezeichnen würde, die sich nicht als plumpe Mischung, sondern die Neu-Formierung komplexer Verhaltensmuster, Denkweisen und Wertesysteme aus den vielfältigen Sozialisations“räumen“ unserer Biographien bildet…

  3. Mehmet sagt:

    Bis jedoch die Teile, die die Mehrheit in den Staaten bilden, dies verstehen bzw. verstehen WOLLEN, wird es noch Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte dauern.

  4. Cajun Coyote sagt:

    Ich fühle mich von dieser Umfrage auch nicht angesprochen, aber das Leben steckt eben voller Entscheidungen.



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