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Migration und Integration in Deutschland

So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen.

Angela Merkel, Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

Wahlen 2009

20 Bundestagsabgeordnete mit Migrationshintergrund

20 Bundestagsabgeordnete mit Migrationshintergrund werden in den kommenden vier Jahren im Bundestag sitzen. Sechs Politiker stellen die Grünen auf, fünf die Linke, jeweils vier die SPD und die FDP. Die stärkste Fraktion im Bundestag, die Union, stellt einen Abgeordneten.

Damit ist die Zahl der im Bundestag sitzenden Abgeordneten nach der Bundestagswahl 2009 auf 20 gestiegen. Mit etwas mehr Glück hätten es mehr werden können. Trotz eines beachtlichen Achtungserfolges – Erststimmenanteil von 29,9 Prozent – hat beispielsweise Grünen-Chef Cem Özdemir den Einzug in den Bundestag über ein Direktmandat verpasst. Er kündigte allerdings an, 2013 noch einmal anzutreten.

Bei Özcan Mutlu (Die Grünen) war es besonders knapp. 68 Grünen-Politiker werden für die nächsten vier Jahre in den Bundestag einziehen. Mutlu wäre der 69. gewesen, wenn die Grünen Bundesweit 0,1 Prozent mehr Stimmen bekommen hätten.

Für Lale Akgün (SPD), die es ebenfalls nicht schaffte, wird ihr Nichteinzug in den Bundestag Konsequenzen haben. Sie hat angekündigt, sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen.

Steckbriefe der 20 Abgeordneten mit Migrationshintergrund:

Sevim Dagdelen, DIE LINKE.

Journalistin

1975 in Duisburg geboren; ledig (türkischstämmig).

1997 Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife in Duisburg; 1998 bis 2001 Studium der Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg; 2001 bis 2002 Akademisches Jahr an der juristischen Fakultät University of Adelaide, Südaustralien; seit April 2002 an der Universität zu Köln.

Juni 1996 bis Juni 1998 Mitglied im Landesvorstand der LandesschülerInnenvertretung Nordrhein Westfalen (LSV NW) und Mitglied im Bundesausschuß der BundesschülerInnenvertretung; Juni 1999 bis Juni 2000 Autonomes AusländerInnenreferat der Uni Marburg; Journalistische Tätigkeiten.

Seit 1991 Mitglied in der Gewerkschaft (ver.di); Ende 1993 bis 2001 aktives Mitglied der Bundesjugendkommission der Jugendorganisation der DIDF (Föderation Demokratischer Arbeitervereine e.V.); seit Februar 2003 Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand der DIDF; März 2005 Gründungsmitglied “Bundesverband der Migrantinnen“.

1995 bis 1996 redaktionelle Mitarbeit bei „Tatsachen“; 1996 ein Jahr freie Mitarbeiterin in der Europaredaktion der türkischsprachigen Tageszeitung „Evrensel“; Anfang 1998 bis 2001 Mitglied im Redaktionskollektiv der Zeitschrift „junge Stimme“; seit April 2002 freie Mitarbeiterin bei „Evrensel“; nebenher Übersetzerin für verschiedene Publikationen.

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39 Kommentare
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  1. […] 11 sind 15 geworden. Das MiGAZIN stellt sie alle ausführlich und mit Foto […]

  2. delice sagt:

    Hab die Quelle vergessen! Bitte austauschen – Danke!

    “Migranten mit Mandat
    Von den etwa 80 Millionen Bundesbürgern haben rund 15 Millionen einen “Migrationshintergrund”. Diese Bevölkerungsgruppe ist – wie die Aussiedler – im Bundestag nicht ausreichend repräsentiert.

    Als der türkischstämmige Bülent Arslan 2002 für die CDU in Hagen kandidieren wollte, löste er heftige Diskussionen an der Parteibasis aus. CDU-Mitglieder agitierten gegen ihn, weil er Moslem ist und auf gar keinen Fall die christlichen Werte der CDU nach außen vertreten könne. Nach langwierigen Parteidebatten gab Arslan schließlich auf und zog seine Kandidatur zurück.

    Die großen Parteien betrachten es zwar als wünschenswert, Einwanderer in den eigenen Reihen zu haben, aber sie machen keinen Versuch, aus dem Wunsch Realität werden zu lassen. Die Forscher des Max-Planck-Instituts sehen “langfristig entstandene Machtstrukturen, lokale Erbhöfe und Ängste vor negativen Reaktionen der Wählerschaft auf solche Kandidatinnen und Kandidaten” als “hemmende Faktoren”. Bei den Grünen ist das nach den Erfahrungen von Memet Kilic anders. Dort sei ein “Migrationshintergrund kein Bonus, aber auch kein Hindernis”.

    Autor: Matthias von Hellfeld
    Redaktion: Thomas Grimmer”

    Quelle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4741267,00.html

    Anmerkung auf Bülent Arslan:

    Man lernt einfach nie aus! Lass einfach den Kopf nicht so hängen – lieber Bülent I Denn Sie wissen einfach nicht, was sie da tun! Ich würde das mit dem christlichem Hintergrund eh nicht so unbedingt unterschreiben, wohl eher doch, wegen des fehlenden nordisch-germanischen Hintergrundes, wie z.B. einem Hintergrund von Odin und Wotan und dem Hau-den-Lukas-Trieb, sprich wegen dem Fehlen eines Urahnen als Barbaren, z.B. Conan der Barbar aus der Steiermark.

    Für mich bedeutet das “C”, also das Christliche einfach nicht mehr automatisch abendländisch. Das “C” bedeutet für mich einfach nur orientalisch. Deshalb sind C-Parteien – für mich – einfach nur orientalische Parteien. Und wer dies verneint, verkennt einfach nur die Realitäten und Tatsachen!

    Selbst die Aussage und das Bekenntnis zu einer “christlich-europäischen Gemeinschaft” zeugt einfach nur von einer überaus und sehr großen Unkenntnis von Fakten und Erkenntnissen im logischen Denken! Das unterstreicht doch geradezu die obige Aussage auf das trefflichste und verdoppelt sozusagen das obige Bekenntnis zum Orient, die auch meine eigene Herkunft ist!

    Erinnern wir uns alleine auf die einzige Tatsache, dass z.B. der oberste Hirte der katholischen Kirche zu Rom, in Tarsus eine Kirche zu Ehren des Heiligen Apostel Paulus errichten will, wegen dem Geburtsort des Apotel versteht sich, wobei die kleine Quelle daneben bereits schon heilig gesprochen bzw. heilg geweiht wurde oder so etwas ähnliches. Und dieser Ort liegt nun mal im Tarsus-Gebirge, blöderweise liegt es auch noch in der heutigen Türkei. Paulus ist also auch ein Anatolier, wie wir also. Ergo, wer uns als Anatolier beschimpft und uns nicht achtet, der beschimpft, im Grunde nach, auch den Kirchengründer der Christenheit, eben auch den Heiligen Paulus und verachtet ihn zudem!

    Außerdem wird täglich ein Semit angebetet, einen Propheten namens Jesus, der auch noch beschnitten war. Weil auch er, als Jude in erinem Raum zur Welt kam, wo ein Wand einfach gefehlt hatte. Wobei das mit dem Kreuz ist so eine Sache, erwiesenermaßen ist wohl eine spätere und gewisse Dreingabe der späteren Kirchenlenker – sozusagen.

  3. Werner sagt:

    > “Migrationshintergrund” sagt nichts über deine kulturelle sozialisation aus, hier geborene,
    > adoptierte, binationale werden statistisch als “Mensch mit Migrationshintergrund” geführt …

    Wer hat sich denn mal die Mühe gemacht, den „Migrationshintergrund“ zu definieren? Ist es nicht vielmehr so, dass man Ausländer nicht mehr sagen will/soll/kann und jetzt muß dieser konstruierte „Migrationshintergrund“ her. Der Gipfel war ein Artikel hier, der von „Deutschen und Menschen mit Migrationshintergrund“ sprach.

    Okay, es gibt bei uns (sogar im Bundestag) Menschen, die keine deutsche Abstammung haben. Aber muß man das so betonen? Wendungen wie „Deutschen und Menschen mit Migrationshintergrund“ sind schon fast wieder zum Lachen.

    Und kann mir jemand mal erklären, was solche Statistiken sollen?

    Da ist die türkische Presse ehrlicher: sie spricht von drei Türken im neu gewählten Bundestag.

  4. Markus Hill sagt:

    Zitat:
    „Da ist die türkische Presse ehrlicher: sie spricht von drei Türken im neu gewählten Bundestag.“
    Das hört sich nicht gut an. Damit tut die Presse diesen Abgeordneten keinen Gefallen. Sie sind deutsche Staatsbürger uns sollten weniger mit dem Migrationshintergrund „glänzen“ sondern durch gute Sachpolitik auffallen. Dieser permanente Bevölkerungs-Spaltungs-Ansatz erscheint mir wenig produktiv für ein Aufeinander-zugehen. Vielleicht wird das bei der nächsten Einwanderergeneration etwas normaler, entspannter. Ist wohl ein Prozess.

  5. Boli sagt:

    @delice
    Kannst Du mir mal bitte verraten, wieso Du ständig krampfhaft versuchst die vortürkische Geschichte Kleinasiens im Bezug zu den Türken zu stellen. Die Türken haben den größten Bezug zu den asiatischen Mongolen. Beweis dafür ist, das Sie geschichtlich als erstes von den Chinesen erwähnt wurden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Turkv%C3%B6lker

    Egal wer oder was der Apostel Paulus war ob Jude oder nicht, egal ob Jesus ein Jude war es hat nichts mit den Türken zu tun. Egal ob das Christentum aus dem Nahen Osten kommt. Es hat nichts mit den Türken zu tun, da die Türken erst ab dem 10. Jahrhundert aus dem FERNEN Osten gekommen sind. Also haben weder die ursprünglichen Ethnien noch die geographische Lage Kleinasiens etwas mit den eigentlichen Türken zu tun.
    Und ich glaube nicht das sich irgendein Christ dafür interessiert oder es anstößig findet das das Christentum von Osten nach Westen gekommen ist. Es ist also völlig sinnlos, das Du versuchst dies als etwas für einen Christen beschämendes hinstellen zu wollen.

  6. Zur guten Sachpolitik gehört es gerade aktuell eine pointierte Vertretung inländischer Minderheiten zu leisten.
    Die hier geführte Diskussion über Migranten im Bundestag zeigt vor allem eins überdeutlich:
    Es ist leichter wirklicher Exot in Deutschland zu sein, als Angehöriger einer als solches erkennbaren Minderheit.
    Wer den darin liegenden Sprengstoff nicht erkennt, ist bestenfalls arglos.

  7. Markus Hill sagt:

    Ich bin „arglos“, vielleicht übersehe oder missverstehe ich etwas. Worin genau sehen Sie den „Sprengstoff“? (Eine so schwerwiegende Gefahr ist mir in dieser Thematik wirklich noch nicht bewusst – es gibt natürlich andere Themenfelder im Migrationsbereich, wo ich diese Gefahren sehe – Bildung etc.).

  8. Markus Hill sagt:

    PS: Gegen eine Minderheitenvertretung ist auch nichts zu sagen. Auch in institutionalisierter Form. Auch ein Kenntlichmachen der Herkunft. Aber es sollte kein inhaltliches Programm ersetzen oder sich im Zweifelnsfalle in Klientelpoltik für das ursprüngliche „Herkunftsland“ (unglücklicher Begriff, da ja in der Regel hier geboren und dann später für deutsche Staatsangehörigkeit entschieden, als Beispiel) erschöpfen. Als „Programm“ empfinde ich das in der Regel einfach als zu „dünn“. Zumal man sich da als Poltiker schnell selber als reiner „Klientel-Politiker“ in eine Schublade begibt – freiwillig oder unfreiwillig.
    (Beispiel: C.Ö. bei den Grünen – unfreiwillig hat er wohl den „Türken-Interessen-Stempel“, auch von anderen Migrantengruppen, aufgedrückt bekommen – so mein Eindruck. Obwohl er eigentlich oft normale Politik mit gutem Willen machen wollte. Mein Gefühl bei Statements von ihm war nämlich keineswegs, dass er sich da selbst als „Türkische-Migranten-Vertreter sieht).

  9. Sabine v.C. sagt:

    Özdemir hat als TÜRKE die KURDISCHE Moschee aus dem Haus geklagt, in welchem er eine Eigentumswohnung hat. Können Sie sich eigentlich vorstellen, ob das ein Deutscher, gar deutscher Politiker, ohne Konsequenzen hätte tun dürfen?

  10. Mehmet sagt:

    Ach unsere Türkin wieder… 🙂


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