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Migration und Integration in Deutschland

Wenn mir etwas Sorge macht, dann nicht Sarrazins Buch, das ich für das absurde Ergebnis eines Hobby-Darwins halte. Viel mehr Sorge macht mir, dass dieser Rückgriff auf die Eugenik in unserem Land gar nicht mehr auffällt, ja mehr noch: als »notwendiger Tabubruch« frenetisch gefeiert wird.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), Die Zeit, 16.09.2010
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Rheinland-Pfalz

Landesweite Einbürgerungskampagne gestartet

Mit der ersten von insgesamt drei Informationsveranstaltungen startet heute in Koblenz die landesweite Einbürgerungskampagne „Wir sagen JA zur Einbürgerung“. Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) und die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Maria Weber, haben die Kampagne ins Leben gerufen; unterstützt wird sie von Innenminister Karl Peter Bruch, der für das Staatsangehörigkeitswesen zuständig ist.

Ziel ist es, die Vorteile der Einbürgerung herauszustellen und die einbürgerungswilligen Ausländerinnen und Ausländer beim Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit zu unterstützen. Außerdem weist sie auf die Beratungs- und Informationsangebote in Rheinland-Pfalz hin, besonders im Hinblick auf die geänderten Voraussetzungen zur Einbürgerung.

„Die gleichberechtigte Teilhabe der Migrantinnen und Migranten in allen Bereichen des gesellschaftspolitischen Lebens ist das vorrangige Ziel der rheinland-pfälzischen Integrationspolitik. Die Kampagne eignet sich hervorragend, diesem Ziel ein gutes Stück näher zu kommen, denn wer sich einbürgern lässt und die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, hat alle Möglichkeiten der politischen Teilhabe sowohl in Deutschland wie in der Europäischen Union“, sagte Ministerin Dreyer zum Auftakt der Kampagne. Die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration unterstrich, dass Rheinland-Pfalz in der Vergangenheit immer wieder für die Einbürgerung geworben, regelmäßig Informationsmaterialien erstellt und bereits 1997 eine Einbürgerungskampagne durchgeführt habe.

„Die Einbürgerung stellt für Migrantinnen und Migranten in rechtlicher Hinsicht, aber besonders für ihre persönliche Lebensplanung ein bedeutendes Ereignis dar. Daher ist es besonders wichtig, Informationen nicht einfach nur zur Abfrage bereit zu halten, sondern die Menschen eindeutig einzuladen, sich mit dem Thema Einbürgerung zu befassen“, so Innenminister Karl Peter Bruch.

Die diesjährige Informationskampagne geht zurück auf eine Vereinbarung zwischen den Partnerinnen und Partnern der Integrations- und Migrationsarbeit und der Landesregierung zur Umsetzung des Integrationskonzepts des Landes. In einem ersten Schritt wurde die Informationsbroschüre „Fragen und Antworten zur Einbürgerung“ neu aufgelegt. Die Kampagne verstärkt noch einmal die Informationen über die Einbürgerungsvoraussetzungen und ermutigt zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit. Zentrale Elemente sind dabei Plakate, Handreichungen für Ausländerinnen und Ausländer, eine eigene Website und Veranstaltungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Informationen zum Staatsangehörigkeitsrecht weitergeben. Einbezogen sind auch die Einbürgerungsbehörden.

Durchgeführt wird die Kampagne von der Beauftragten der Landesregierung für Migration und Integration in Zusammenarbeit mit dem Ministerium des Innern und für Sport, dem Initiativausschuss für Migrationspolitik und der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Rheinland-Pfalz. Die Kommunalen Spitzenverbände unterstützen die Kampagne.

Informationsveranstaltungen finden in Koblenz, in Bad Kreuznach und in Ludwigshafen statt.

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27 Kommentare
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  1. Boli sagt:

    @ibo
    Ich sage Ihnen alle wunderbar was Sie so erzählen. Aber spätestens wenn ein Land in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommt hat es sich mit multikulturell. Dann wird der nächste Nachbar zum Feind wie im ehemaligen Jugoslawien geschehen. Und eben ja auch in der Geschichte der Türkei. Wieso wird immer von den Deutschen das Unmögliche verlangt? Wieso kloppen sich eigentlich Libanesen und Türken in Duisburg? Kurden und Türken in Berlin? Und nebenbei werden auch noch fast 330 Tage im Jahr also fast jeden Tag mind. 1 Berliner Busfahrer so verletzt, das dieser mind. für 1 Tag krank geschrieben ist?
    Multikulturell haut nur insofern hin wenn aus mehreren Kulturen letztendlich eine neue wird durch Vermischung. Die die immer nur nebeneinander leben wollten haben sich letztendlich schon immer gegenseitig den Schädel eingeschlagen. Das ist das Problem das ich damit habe. Weißt Du ich wohn in dem Stadtviertel hier mit einem Haufen Rußlanddeutschen zusammen. Gut es gibt nen Supermarkt um die Ecke wo es einige russsische Produkte gibt. Aber Schlägereien, Pöpeleien Fehlanzeige bei uns. Bei uns herrscht im Gegensatz zu solch einem Molloch wie Berlin Respekt und Frieden. Es liegt halt auch an der Nationalitätenmischung. Und mit Kulturverwandten lebt es sich halt auch einfacher.

  2. ibo sagt:

    du wirst wohl nicht Pilgern oder, Mekka ist eine Stadt, die kannst du besuchen…

    du kannst zur Kaaba nicht rein (ca. 20km gebiet)…es sei denn du konvertierst..:-)
    dort werden Gebete abgehalten, die schaulustige Touristen nur stören würden…

    Der Besuch des Kaabas ist mit bestimmten Regeln verbunden, die einem Ungläubigen nicht auferlegt werden können.

    zu den 2 Pässen, das gehört zum Bericht…oben habe ich danach gefragt, also antworte komplett oder gar nicht und nicht mit anderen witzigen Themen.

  3. Boli sagt:

    Das Problem ist doch, das Multikulti immer nur funktioniert hat, wenn die Zeiten gut waren. In dem Moment wo Turbulenzen rein kommen ging es plötzlich wieder jeder gegen jeden. Und so wird es auch sein wenn sich die Wirtschaftskrise nicht in absehbarer Zeit wieder abmildert.
    http://www.migazin.de/2009/07/03/oecd-umgang-der-eu-mit-fluchtlingen-muss-sich-andern/

    Schau auf den Balkan, dem Kaukasus wie sie sich alle lieben (viele verschiedene Ethnien zusammen). Selbst wenn es Jahrzehnte funktionieren kann, bisher kam immer der Tag an dem sich alles wieder umkehrte, siehe ehemaliges Jugoslawien, Sowjetunion. Und man darf halt auch nicht vergessen es kommt auch darauf an, wie groß die Unterschiede sind. Ich lebe mit vielen Rußlanddeutschen in diesem Stadtteil und ich habe bisher noch nicht eine einzige Schlägerei, Pöpelei wie auch immer miterlebt.
    Und wenn es um Respekt geht schau Dir mal bitte das da an.
    Die Begründung war: „es leben ja eh 80 % Araber und Türken in diesem Viertel“. (Erste Anzeichen wohin der Hase laufen soll?)
    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/268595.html

    Im übrigen. Der Bildhauer hat so lange rumgemacht bis sie ihm sogar noch aus seinem vom Quartiersmanagement zu Verfügung gestellten Atelier rausgeworfen haben, bzw. ihm den Vertrag gekündigt haben.
    http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/268692.html

    Also wer sollte Deiner Meinung nach nun wen respektieren?? Die Mehrheit die Minderheit? Die Ungläubigen die Rechtgläubigen? Es ist doch ein ewiges Spiel, bis es mal wieder kracht.

  4. Hans Schneter sagt:

    Herr Ibo,

    man kann als Nicht-Moslem nicht nach Mekka fahren, soll ich Ihnen denn den ganzen Wiki-Artikel vorlesen?

    „Nichtmuslimen ist das Betreten der heiligen Stadt strengstens verboten. Aus der ursprünglichen Befürchtung, der vorislamische polytheistische Kult an der Kaaba könne wiederbelebt werden, entstand der Wunsch, die heilige Stätte solle nicht durch Ungläubige entweiht werden. Straßensperren schirmen die Stadt vor dem Besuch von Nichtmuslimen ab.“

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Christian_Bypass.jpg&filetimestamp=20070508061343

    Selbst hier wird wieder nur schöngeredet, geradegebogen, wenn’s sein muss, gelogen. Mit Ihnen hat sich für mich jede Diskussion erübrigt.

  5. Ekrem Senol sagt:

    Das schweift ja ganz schön aus. Bitte darum, diese Diskussion wo anders zu führen. Ob ein Nichtmuslim nach Mekka fahren kann oder nicht und aus welchen Gründen auch immer hat nun wirklich nichts mit der Einbürgerungskampagne in Rheinland-Pfalz zu tun.

  6. Markus Hill sagt:

    Darauf würde ich keine Hoffnung setzen. Selbst die Grünen werden immer ausgewogener und differentzierter bei der Migrationsdebatte. Viele Türken fliehen aus „Türken-Ghettos“, damit die Kinder eine faire Chance auf Bildung erhalten. Zunehmend werden diese auch kritischer ggü. den Stimmen der eigenen, oft selbsternannten Verbandsvertreter (DA besteht wohl Hoffnung, weil in diesen Verbänden vielleicht eine junge Generation an die Macht kommen kann – mehr Sachlichkeit und Ausgewogenhei). Die besagten Deutschen sehen auch die vielen Multikulti-Altlasten. Letztendlich haben dies auch Angst um die Bildungszukunft Ihrer Kinder.

  7. Markus Hill sagt:

    „Deutschland entwickelt sich unwiderruflich zum einer multikulturellen Gesellschaft.
    Auch die letzten Querulanten werden es also lernen, ob Sie wollen oder nicht.“
    Das kling fast wie eine Drohung an. „Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlage ich Dir den Schädel ein.“:-)
    Der Wind pfeift gegenwärtig etwas anders in Deutschland. Die sehr grosse Gruppe der Aussiedler fährt wohl nicht auch dieser Multikulti-Schiene. Sie sind sich hoffentlich klar darüber, dass unter Umständen viele der hier lebenden Deutschen oder Doppelstaatler nichts gegen vielfältige Kulturen haben. Respekt haben viele auch vor vielen Kulturen – auch gegenseitig. Leider ist es so, dass aufgrund der unglücklichen „Zuwanderungsgeschichte“ der Türken (Bildungsferne, die Folgekosten etc.) oft der Respekt verloren gegangen ist. Vieles wird da als Belastung, Unverschämtheit und Undankbarkeit betrachtet. Ich rede hier von Gefühlen vermengt mit Tatsachen, nicht über die Abbildung der Objektivität. Das da oft die falschen Leute stigmatisiert und benachteiligt werden, ist wohl eine Tatsache. Die meisten Deutschen haben nichts gegen einen türkischen „Einstaatler“, der hier seine Steuern zahlt. Das Bild der Türken in Deutschland ist aber geprägt durch Sachen wie Rütli-Schule, Berlin-Neukölln etc. Teilweise medienbedingt, teilweise auch in der Realität wiederfindbar.


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