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Migration und Integration in Deutschland

Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979
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Rheinland-Pfalz

Landesweite Einbürgerungskampagne gestartet

Mit der ersten von insgesamt drei Informationsveranstaltungen startet heute in Koblenz die landesweite Einbürgerungskampagne „Wir sagen JA zur Einbürgerung“. Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) und die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Maria Weber, haben die Kampagne ins Leben gerufen; unterstützt wird sie von Innenminister Karl Peter Bruch, der für das Staatsangehörigkeitswesen zuständig ist.

Ziel ist es, die Vorteile der Einbürgerung herauszustellen und die einbürgerungswilligen Ausländerinnen und Ausländer beim Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit zu unterstützen. Außerdem weist sie auf die Beratungs- und Informationsangebote in Rheinland-Pfalz hin, besonders im Hinblick auf die geänderten Voraussetzungen zur Einbürgerung.

„Die gleichberechtigte Teilhabe der Migrantinnen und Migranten in allen Bereichen des gesellschaftspolitischen Lebens ist das vorrangige Ziel der rheinland-pfälzischen Integrationspolitik. Die Kampagne eignet sich hervorragend, diesem Ziel ein gutes Stück näher zu kommen, denn wer sich einbürgern lässt und die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, hat alle Möglichkeiten der politischen Teilhabe sowohl in Deutschland wie in der Europäischen Union“, sagte Ministerin Dreyer zum Auftakt der Kampagne. Die Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration unterstrich, dass Rheinland-Pfalz in der Vergangenheit immer wieder für die Einbürgerung geworben, regelmäßig Informationsmaterialien erstellt und bereits 1997 eine Einbürgerungskampagne durchgeführt habe.

„Die Einbürgerung stellt für Migrantinnen und Migranten in rechtlicher Hinsicht, aber besonders für ihre persönliche Lebensplanung ein bedeutendes Ereignis dar. Daher ist es besonders wichtig, Informationen nicht einfach nur zur Abfrage bereit zu halten, sondern die Menschen eindeutig einzuladen, sich mit dem Thema Einbürgerung zu befassen“, so Innenminister Karl Peter Bruch.

Die diesjährige Informationskampagne geht zurück auf eine Vereinbarung zwischen den Partnerinnen und Partnern der Integrations- und Migrationsarbeit und der Landesregierung zur Umsetzung des Integrationskonzepts des Landes. In einem ersten Schritt wurde die Informationsbroschüre „Fragen und Antworten zur Einbürgerung“ neu aufgelegt. Die Kampagne verstärkt noch einmal die Informationen über die Einbürgerungsvoraussetzungen und ermutigt zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit. Zentrale Elemente sind dabei Plakate, Handreichungen für Ausländerinnen und Ausländer, eine eigene Website und Veranstaltungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Informationen zum Staatsangehörigkeitsrecht weitergeben. Einbezogen sind auch die Einbürgerungsbehörden.

Durchgeführt wird die Kampagne von der Beauftragten der Landesregierung für Migration und Integration in Zusammenarbeit mit dem Ministerium des Innern und für Sport, dem Initiativausschuss für Migrationspolitik und der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Rheinland-Pfalz. Die Kommunalen Spitzenverbände unterstützen die Kampagne.

Informationsveranstaltungen finden in Koblenz, in Bad Kreuznach und in Ludwigshafen statt.

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27 Kommentare
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  1. Hans Schneter sagt:

    „Ich gebe aber meine Arbeitskraft und Steuern. Dafür muss ich noch “infantile” Nachrichten, Behauptungen und und und dulden. “

    was bekommen Sie dafür? Was hält Sie in so einem menschenverachtenden System?

  2. ibo sagt:

    Das System zu korrigieren und Vorurteile abzubauen. Es dauert nicht mehr lange, bis die 80er und 90er Generation der Deutschen, die alle mit Multi-Kultis aufgewachsen sind oder es selber sind, in die Politik einsteigen und dann wird das menschenverachtende System gekippt.

    Erst wenn das geschafft ist, gehe ich nach Hause.

  3. Non-EU-Alien sagt:

    @ boli –> Meinen Namen habe ich ja nicht von ungefähr mir ausgesucht. Eine Gesellschaft die auf den Grundsatz der Gleichbehandlung aufgebaut ist, kann nicht als Antwort geben: „Spanier, Bulgare = EU, Türke, Kroate = Non EU“, denn dann ist die Ungleichbehandlung mehr als offensichtlich. Darum geht es mir… Ich will nicht mehr Rechte als andere Ausländer, ich will die gleichen Rechte!

  4. Hans Schneter sagt:

    „Das System zu korrigieren und Vorurteile abzubauen. Es dauert nicht mehr lange, bis die 80er und 90er Generation der Deutschen, die alle mit Multi-Kultis aufgewachsen sind oder es selber sind, in die Politik einsteigen und dann wird das menschenverachtende System gekippt.“

    Hoffen wir, dass dieser Schuss nicht nach hinten losgeht. Viele dieser Zeit haben wahrscheinlich einen eher schlechten Eindruck vom realen Multikulturalismus in unseren Großstädten. Wer von denen, die später Politiker werden, wurde nicht schon mal von Jungtürken – und Arabern angepöbelt, verschlagen oder verspottet…? Weltfremde Internatsschüler vielleicht – das wars.

    „Erst wenn das geschafft ist, gehe ich nach Hause.“

    Und dann machen Sie sicherlich zu Hause damit weiter? Da liegt aber noch viel Arbeit vor Ihnen….

  5. ibo sagt:

    wieso bleiben Sie nicht beim Thema? Ihre Vergleiche sind eine Sackgasse.
    Die Türkei hat auch seine Probleme, deswegen wird ja Kapitel um Kapitel mit der EU verhandelt, oder nicht?
    Man kann nicht einfach so die Wirtschaftsnation Nr.17 auf der Welt ignorieren.

    Nun erklären Sie mir doch bitte wieso ich als mehr integriert gelten soll, wenn ich einen deutschen Pass hätte?

    Wieso soll der deutsche Pass für die persönliche Lebensplanung, wie oben im Bericht erwähnt, wichtig sein?
    Kann man denn nicht glücklich sein ohne diesen Pass und integriert gelten?
    Wieso können meine ital. Freunde 2 Pässe besitzen, ich aber nicht?

    Erklären Sie mir bitte, wieso sich alle Multi-Kulturellen untereinander besser verstehen als mit einem Teil der deutschen Bevölkerung?

    Finden Sie nicht, dass da etwas in die falsche Richtung läuft?

  6. Boli sagt:

    Diese Multi-Kulturellen von denen Sie sprechen. Hmmm, erklären Sie mal bitte wer das sein soll und vor allem wieviele. Es gibt kein Multi-Kulturell weil es niemanden gibt, der sich in allen Kulturen heimisch fühlt bzw. Kontakt zu diesen hat. Selbst wenn man Freunde verschiedener Nationen hat, heißt das noch lange nichts. Denn das gemeinsame Fundament bildet eigentlich immer die jeweilige Landessprache. Und das einzige was die Leute verbindet sind allenfalls gemeinsame Interessen, Orte, Nachbarschaft aber Kultur ist meistens gar nicht mal das tragende Teil der Freundschaft. Und ich behaupte sogar, das gerade die Deutschen multikultureller sind (die Fähigkeit sich auch für andere Kulturen zu begeistern) als so manch anderes Volk explizit die Türken. Als Türke sollten Sie bitte besser vor der eigenen nationalen Türe kehren anstatt den Deutschen vor zu werfen nicht in der Lage zu sein mit fremden Menschen friedlich umgehen zu können. Wenn Sie mit „einem Teil der deutschen Bevölkerung“ vor allem den Osten meinen kann ich Ihnen zustimmen, da dieser Bevölkerungsanteil genauso wie die Türken quasi ununterbrochen in einem Staat gelebt haben, der sie ständig Ideologisch gedrillt und erzogen hat. Und diese Erziehung hat nur ein Ziel. Wir sind die Größten, Besten und Schönsten und wer uns kritisiert ist unser Feind.

  7. ibo sagt:

    1. man muss sich nicht in der anderen Kultur heimisch fühlen, sondern Sie respektieren, dass reicht für ein gutes miteinander

    2. wenn Sie die Multi-Kulturelle Begeisterung der Deutschen auf Mallorca oder Antalya meinen, hmm, mag sein, dass könnte stimmen, scherz bei Seite, anhand Ihrer Antwort sehe ich, dass Sie gar nicht wissen was Multikulturalismus bedeutet. Ich erkläre es Ihnen gerne.

    Es bedeutet dass mehrere Ethnien nebeneinander existieren, sich gegenseitig Respekt, Verständnis und vorallem Toleranz entgegenbringen. Sehr wichtig ist auch für jede Kultur sich als gleichberechtigt zu fühlen.
    Dabei ist es sowas von unwichtig auf welcher Sprache Sie sich verständigen.
    Wichtig ist nur zusätzlich die Landessprache (in dem Fall Deutsch) zu beherrschen. Es kann doch nicht schaden Bi- oder Trilingual zu sein.

    Deutschland entwickelt sich unwiderruflich zum einer multikulturellen Gesellschaft.
    Auch die letzten Querulanten werden es also lernen, ob Sie wollen oder nicht.

    3. Das was die MK´s verbindet ist nicht nur die Nachbarschaft, sondern dass Sie Ihre Kultur pflegen und nicht vergessen und und und sich nicht assimilieren lassen. Das Sie als Ausländer hier aufwachsen und Ihre Familien ähnliche Geschichten (z.B. Auswandern) vorzuweisen haben.

    Ich werfe Deutschland im Allgemeinen nicht vor, Fremde nicht zu verstehen. Es ist aber eine Tatsache, dass vorallem ein Teil der älteren Generation sich schwer tut oder die, die kaum Kontakt zu Ausländern haben.

    4. Nun auf die Ossis wollte ich nicht hinaus, aber nach 20 Jahren der Wiedervereinigung werden diese immer noch vom Westen als Hinterwäldler betrachtet. Ihre Aussage muss umgekehrt betrachtet werden, der Westen Deutschlands schaut vom hohen Ross runter. Auch hier zeigt die Ausgrenzung Wirkung, mehr Arbeitslosigkeit, mehr Hartz4 Fälle, kriminelle Jugendliche…obwohl im Osten sehr, sehr wenige Migranten leben. Da sieht man, wozu Untoleranz führen kann.

  8. Hans Schneter sagt:

    „Nun erklären Sie mir doch bitte wieso ich als mehr integriert gelten soll, wenn ich einen deutschen Pass hätte?“

    sagte ich das irgendwo? Ich sagte, Sie sollen sich nicht beschweren, wenn Sie weniger Rechte haben. Und um Ihre nächste Frage zu beantworten:

    „Wieso können meine ital. Freunde 2 Pässe besitzen, ich aber nicht?“

    Weil die Türkei nicht oder noch nicht in der EU ist. Wie schon hundertmal erwähnt. Weil die Türkei nicht in diesem bestimmten Club Mitglied ist. Das mag ungerecht sein, ist aber so. Warum darf ich als Christ nicht nach Mekka? Warum? Warum?

    „Erklären Sie mir bitte, wieso sich alle Multi-Kulturellen untereinander besser verstehen als mit einem Teil der deutschen Bevölkerung?“

    Kann ich so nicht bestätigen, aber es mag sein, dass bestimmte Außenseiter sich gerne zusammentun. Ich wohne in einem Studentenviertel, hier sehe ich durchaus sehr durchmischte Grüpchen tagtäglich. Dass in diesen Deutsche irgendwie fehlten sollten, wäre mir nicht aufgefallen. Aber tatsächlich scheinen in diesen Gruppen sehr wenige Türken zu sein, die sind häufiger unter sich oder mit anderen Moslems zusammen.

    Wie Boli schon sagte, gibt es kaum ein Volk, dass so besessen auf andere Kulturen ist wie Deutschand, bis zur Selbstaufgabe. Ich möchte Ihnen hier an dieser Stelle ein Beispiel geben:

    Gucken Sie mal nach Berlin: Es gibt aus jeder auch nur denkbaren Kultur mindestens ein Restaurant hier, gut, vieleicht nicht das extrems exotische wie Eskimo-Food mit zappelnden Delphinen, aber doch sehr gemischt das Angebot. Der Berliner geht auch nicht oft Deutsch essen, denn das kann er daheim selber kochen.
    Und jetzt gucken Sie mal in eine türkische Großstadt, sagen wir Istanbul. Türkische Restaurants dominieren massiv. Im süden wie z.b. Antalya wird man ausserhalb von Touristenburgen ausländische Restaurants mit der Lupe suchen müssen, ich war selbst dort, ich spreche aus Erfahrung. Zugegebenermaßen ist das in Süditalien und Griechenland genauso. In Spanien wiederum nicht. Vielleicht liegts am Nationalstolz? Eine italienische Familie, die deutsch essen geht in Neapel? Undenkbar. Unmöglich. Maximal als Scherz.

    Nun sagen Sie nicht, dass das am deutschen Essen liegt, was die Deutschen betrifft. Nein, es liegt an der Expermimentierfreudigkeit, an der Neugier, an der Lust, andere Kulturen kennenzulernen. In den USA und in ganz Nordwesteuropa ist das ganz ähnlich.

    Das dennoch auch auf der Seite der Deutschen Fehler gemacht werden oder wurden, ist doch auch klar.

  9. ibo sagt:

    da ist es wieder gefallen, dass Wort Moslem…ich will da jetzt nicht groß eingehen, aber selbstverständlich können Sie, Christen, Atheisten, Juden, nach Mekka reisen….Sie (und ich meine direkt Sie) wollen es nur nicht. Wo steht, dass es verboten ist?

    Sie haben ein Talent immer vom Thema abzulenken. Reden wir noch über den Bericht oben?
    Worauf wollen Sie hinaus? Das deutsche in Istanbul nicht in Restaurants investieren, dafür können wir nun wirklich nichts, aber ich denke wirtschaftl. Denken ist dafür verantwortlich, da halt die dt. Küche keinen besonderen Ruf geniesst. Dafür gibs aber ein Bauhaus und andere größere Firmen. Hat leider auch nichts mit dem Bericht oben zu tun.

    Ich scheine einen Nerv bei Ihnen getroffen zu haben.
    Multi-Kulti Bessenheit der Deutschen anhand von Imbiss-Buden oder Restaurants in Berlin zu definieren, klingt recht witzig. Wird dort die Gleichberechtigung gleich mitgegessen?

    Meine Frage bzgl der 2 Pässe haben Sie immer noch nicht beantwortet? Raten Sie eigentlich nur?
    Die EU-Staaten regeln das durch biliterale Abkommen, es ist nicht überall in der EU möglich eine doppelte Staatsbürgerschaft zu bekommen, selbst für Deutsche nicht.
    http://www.migration-online.de/data/doppelte_staatsbrgerschaft_1.pdf

  10. Hans Schneter sagt:

    Mekka:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mekka

    „Meine Frage bzgl der 2 Pässe haben Sie immer noch nicht beantwortet? “
    Können Sie eigentlich nicht lesen?


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