Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat. Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966 Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Umfrage

Migranten fühlen sich in Deutschland wohl, aber nicht anerkannt

Redaktion | 15. Juni 2009 | Gesellschaft, Leitartikel Drucken | Weiterempfehlen |

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Die meisten Zuwanderer fühlen sich in Deutschland heimisch und brin­gen dem deutschen Staat und seinen Institutionen großes Vertrauen entgegen. Zugleich fühlt sich fast die Hälfte von ihnen aber weniger anerkannt als Einheimische und ist überzeugt davon, dass Schüler aus Zuwandererfamilien benachteiligt werden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurde.

Die Studie, für die insgesamt 1.581 Menschen mit Migrationshintergrund befragt wurden, erlaubt erstmals auch Vergleiche von Einstellungen bestimmter Zuwanderergruppen. Dabei wird deutlich, dass sich türkischstämmige Menschen und Zuwanderer aus Russland weit weniger aner­kannt fühlen als Menschen aus anderen Herkunftsländern.

Zuwanderer in Deutschland - Foto: Bertelsmann Stiftung

Zuwanderer in Deutschland - Foto: Bertelsmann Stiftung

Der Studie zufolge fühlen sich über zwei Drittel der Zuwanderer (69 Prozent) in Deutschland wohl. Die meisten empfinden sich überwiegend als Teil der deutschen Gesellschaft (58 Prozent), nur für fünf Prozent trifft dieses nicht zu. Das Vertrauen von Menschen mit Migrationshintergrund in den Staat und seinen Institutionen ist teilweise deutlich größer als das der Bevölkerung insgesamt: Den Gesetzen vertrauen beispielsweise 80 Prozent der Migranten, in der Gesamtbevölkerung sind es nur 58 Prozent. Auch die Zufriedenheit mit dem Leben in Deutschland ist bei Zuwanderern sehr ausgeprägt: So sind 79 Prozent mit ihrer Arbeit zufrieden, 77 Prozent mit ihrer jetzigen Wohnsitua­tion.

Aber nicht nur mit Deutschland, sondern auch mit ihrem Herkunftsland oder dem der Eltern identi­fizieren sich Menschen aus Zuwandererfamilien. 41 Prozent fühlen sich Deutschland und ihrem Heimatland gleichermaßen verbunden. Die meisten Zuwanderer empfinden diese doppelte Ver­bundenheit als Vorteil und sehen keinen Identitätskonflikt. Drei Viertel von ihnen möchten die Werte und Traditionen aus der Herkunftsgesellschaft mit Werten und Traditionen in Deutschland verbinden. Nur eine kleine Minderheit (sieben Prozent) will sich vollständig assimilieren. Neben der Identifikation mit Deutschland und dem Herkunftsland spielt auch Europa eine Rolle. Die Verbun­denheit mit Europa ist bei Zuwanderern mit 34 Prozent deutlich höher ausgeprägt als bei der Be­völkerung insgesamt (13 Prozent).

Bei den Türkischstämmigen und bei Zuwanderern aus Russland ist das Gefühl, in Deutschland nicht anerkannt zu sein, weit stärker verbreitet als im Durchschnitt (48 Prozent): Bei den Menschen mit türkischen Wurzeln sind es 61 Prozent, bei denen mit einem russischen Migrationshintergrund 55 Prozent. 24 Prozent der Türkischstämmigen fühlen sich fremd in Deutschland – unter allen Be­fragten sind es lediglich 14 Prozent.

“Die Zufriedenheit der meisten Migranten mit ihrem Leben ist ein positives Signal für das Einwan­derungsland Deutschland”, kommentiert Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, das Ergebnis der Befragung. “Integration ist aber kein einseitiger Prozess. Wenn auch noch mehr türkisch- und russischstämmige Zuwanderer sich heimisch in Deutschland fühlen sol­len, brauchen sie mehr Anerkennung – und Chancen, die Zukunft unseres Landes mitgestalten zu können”, so Dräger weiter: “Ohne faire Bildungschancen gelingt weder Integration noch Partizipa­tion.”

42 Prozent der Zuwanderer glauben allerdings, dass Kinder aus Migrantenfamilien nicht die glei­chen Chancen wie deutsche Schüler haben. Bei Personen der dritten Generation sind es sogar 52 Prozent. Die Umfrage verdeutlicht auch mangelnde Möglichkeiten der politischen Beteiligung: 60 Prozent der Befragten haben bei den kommenden Bundestagswahlen kein Wahlrecht, bei der hier geborenen zweiten Generation aus Zuwandererfamilien sind es sogar 68 Prozent.

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Autor: Redaktion

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4 Kommentare
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  1. Boli sagt:

    Migranten fühlen sich in Deutschland wohl, aber nicht anerkannt

    Drehen wir den Satz zur besseren Verdeutlichung einmal um.
    “Migranten fühlen sich in Deutschland nicht anerkannt, aber wohl.”
    Bei solch einer Logik kann ich nur noch den Kopf schütteln. Wie kann man sich denn in egal welchem Land wohl fühlen, wenn man nicht anerkannt wird??? Die einzige Antwort kann nur das noch funktionierende Sozialsystem in Deutschland sein. Denn wenn man sich als Fremder nicht anerkannt fühlt UND aber keine Unterstützung vom Staat bekommen würde, wie wohl würde man sich dann wohl fühlen?? Richtig!! Gar nicht wohl und man hätte wohl kaum noch einen Grund überhaupt zu bleiben.
    Im übrigen finde ich den Satz oben viel zu pauschalisiert und wie wir denke ich schon alle gemerkt haben muß man zwischen den Migrantengruppen unterscheiden.
    Wichtige Unterscheidungsmerkmale:
    - EU oder nicht EU
    - im Falle von Russen bzw. Russlanddeutschen ist es weniger die Kultur als die Sprache. Es darf nicht vergessen werden, das bis vor 30 Jahren mit der DDR bzw. Tschechoslovakischen Grenze das Sowjetskiland vor der Haustüre stand. Russische Sprache war faktisch Feindsprache und dies ist schlicht vor allem bei älteren Menschen immer noch im Kopf.
    - und auch wenn es müßig ist. die Religionszugehörigkeit ist auch entscheidend. Die Demonstrationen speziell in NRW werden emotional immer geladener und es schließen sich offensichtlich mehr junge jugendliche Deutsche Demos gegen Moscheen an. Also findet man bei denen, die die Moscheen bauen wollen letztendlich die meisten unzufriedenen Migranten da diese sich von den Demos erstmals offensiv abgelehnt fühlen. Die Sprache ist bei zwar bestimmt ein Grund, wird glaube ich aber bezüglich des Fremdgefühls für Deutsche wohl erst nach der kulturellen Mentalität und der Religion an der dritten Stelle für die Ablehnung dieser Migrantengruppe stehen. Desweiteren führt das Durcheinander der vielen islamischen Richtungen letztendlich zu einer pauschalen Ablehnung des Islam. Und was viele Muslime wahrscheinlich überhaupt nicht bedenken. Formulierungen wie “Ungläubige” im Verständnis von “alles was nicht muslimisch” ist trennen Einheimische und muslimische Migranten letztendlich auch. Ich kann mich gut erinnern wie ein Sprecher zur Eröffnung einer Moschee in Duisburg glaube in seinem Satz bezüglich der Nichtmuslimischen Bevölkerung das Wort “Ungläubige” direkt verwendet hat, dies bemerkte und glücklicherweise den Satz neu formulierte. Es mag für manchen Muslim selbstverständlich sein, dies so zu sagen aber dieses führt zu weiteren Fremdheits- wenn nicht gar Antipathiegründen. Ich habe mir vor kurzem die Bibel zugelegt. Ich lese sporadisch mal hier mal da und ich werde diese auch kritisch unter die Lupe nehmen. Ich hatte mir auch mal von einem ehemaligen tunesischen Arbeitskollegen einen Koran ausgeliehen. Glaubt mir oder nicht. Ich hatte das Buch in der Mitte aufgeschlagen und bin direkt auf die eine Sure “Lauert den Ungläubigen auf und tötet Sie wo immer ihr sie trefft” gestossen. Können sich die Muslime vorstellen wie man sich als Nichtmuslim fühlen muß da in einer anderen Sure beschrieben ist, das zu den Ungläubigen auch die Leute der Schrift gehören, also Christen und Juden. Es muß von den Muslimen endlich einmal begriffen werden das dies von Christen, Juden, (Hindus etc.) und Säkularen Menschen als indirekter oder direkter Angriff auf die eigene Kultur bzw. Religion und noch dazu im eigenen Land empfunden wird (in der Türkei im übrigen ebenso und wie man seit neuestem sehen kann auch immer mehr im Iran, da viele junge Iraner die Schnauze voll haben von ihrer Führungselite weiterhin in die Kulturell- Religiöse und folglich wirtschaftliche Isolation getrieben zu werden.

    Zusammenfassend kann ich nur noch sagen. Die Gründe für Ablehnung und Zuneigung entspringen beiderseits eindeutig nicht einer Einbahnstrasse.

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    • Battal Gazi sagt:

      Ich hab mir nicht alles von dir durchgelesen weil mir nach den ersten Sätzen schon klar was dass du davon ausgehst alle Ausländern sein Arbeitslos und würden sich von deinen Steuern über Wasser halten.

      Wenn du schon so eine Auffassung hast, können auch die darauf folgenden Sätze nur Schrott sein.

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      • Boli sagt:

        @Battal Gazi
        Deine Antwort auf meinen Beitrag ist insofern sinnlos, da Du ja schon zugegeben hast nur die ersten paar Sätze gelesen zu haben. Und es sind nicht MEINE Steuern. Wenn es meine wären, wäre ich materiell gesehen ein gemachter Mann. Ich weiß selbst das es genug Leute gibt die aus einem anderen Land stammen, die ihre Steuern wie jeder andere zahlen und deswegen auch Anspruch auf Sozialleistungen haben. Und hier kann man eventuell genau an die Kerngruppe herankommen die sagt “ich fühle mich hier wohl, aber ausgegrenzt”. Es sind solche die faktisch schon jahrelang (10, 20 Jahre oder länger) Stütze kassieren und sich aufgrund der relativen materiellen Sicherheit “wohl” fühlen. Und dieses Wohlfühlen führt zu absoluter Stagnation in Richtung Beteiligung an der Gesellschaft, egal ob sozial, arbeitsmäßig was wiederum die Spirale der Chancenlosigkeit in einer Leistungsgesellschaft immer weiter nach unten treibt. Diese Leute sind meiner Meinung nach hoffnungslos abgehängt. Und das Schlimme ist sie prägen am stärksten das Bild “DES TÜRKEN” schlechthin, da sie am negativsten auffallen.
        Ich bin einmal im Jahr in einer von der Vereinigung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften gewählten Stadt zusammen mit anderen Mitgliedern dieser Deutsch-Griechischen Vereine und wir hatten dieses Jahr klar festgestellt, wieso man von den Griechen kaum etwas negatives hört. Die Feststellung war diese, das die Meisten der Griechen so gut integriert sind, das sie schlicht nicht auffallen. Es gibt immerhin auch gut 350.000 Griechen in Deutschland. Eine weitere Feststellung und Erkenntnis war schlicht dieser wie die Griechen ihre Kultur zeigen und diese Art und Weise zeigt keinerlei Agressivität und das erleichtert es natürlich immens Kontakte her zu stellen, da ohne vorhandene Agressivität auch kaum Vorbehalte und schon angesprochene Antipathie erst entstehen kann.
        Wie einfach die Dinge sein können wenn es “richtig” läuft!!!

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  2. Teleprompter sagt:

    “Es mag für manchen Muslim selbstverständlich sein, dies so zu sagen aber dieses führt zu weiteren Fremdheits- wenn nicht gar Antipathiegründen.”

    Das Schlimme ist ja gerade, dass es selbstverständlich ist. Das ist wie bei den Leuten, bei denen zum Beispiel der Ausdruck Kanacke selbstverständlich ist. Kein Unterschied.

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