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Migration und Integration in Deutschland

Letztlich haben einige Industriestaaten ihren Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften … dadurch gedeckt, dass sie bei der Einstellung von irregulären Arbeitsmigranten ein Augen zudrücken.

Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, Migration in einer interpedenten Welt, 2004

Feierlichkeiten

Angela Merkel reagiert auf Einbruch der Einbürgerungzahlen

Premiere im Bundeskanzleramt: Erstmals sollen 16 Neubürgerinnen und Neubürger ihre Einbürgerungsurkunden in feierlichem Rahmen aus den Händen von Bundeskanzlerin Angela Merkel erhalten – eine Werbemaßnahme gegen sinkende Einbürgerungszahlen.

Als „Ein besonderes Zeichen des Willkommens“ bezeichnete Maria Böhmer, Staatsministerin für Integration, den bevorstehenden Festakt im Bundeskanzleramt. Erstmals sollen 16 Neubürgerinnen und Neubürger ihre Einbürgerungsurkunden in feierlichem Rahmen aus den Händen von Bundeskanzlerin Angela Merkel erhalten.

Die Bundeskanzlerin möchte damit kurz vor dem 60. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik auf den Beitrag der Zugewanderten zum Aufbau und Erfolg unseres Landes aufmerksam machen und für Einbürgerungen werben. Staatsministerin Maria Böhmer wird den neuen deutschen Staatsbürgern jeweils ein Exemplar des Grundgesetzes überreichen.

„Deutschland feiert Geburtstag und wir würdigen die Leistung der Migranten. Die Einbürgerung ist ein besonderes Zeichen des Willkommens. Damit wollen wir andere Migranten ermuntern und ermutigen, auch den bedeutenden Schritt der Einbürgerung zu gehen“, betonte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Die Linke hatten Ende April nach einer abgestimmten parlamentarischen Anfrage in mehreren Bundesländern einen dramatischen Einbruch der Einbürgerungszahlen von 15 bis 20 Prozent für das Jahr 2008 prognostiziert. Bewahrheiten sich die Zahlen, wird das wiedervereinigte Deutschland den drastischstenen Rückgang der Einbürgerungszahlen ausweisen. Die Einbürgerungszahlen werden damit weit niedriger sein als vor 10 Jahren, als noch das alte Reichs- und Staatsangehörigkeitsrecht aus dem Jahr 1913 gegolten hat und seit der Novelle des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 einen Minus von 50 Prozent ausweisen.

Die Veranstaltung im Bundeskanzleramt ist presseöffentlich und Journalisten werden „herzlich zur Berichterstattung eingeladen“.

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5 Kommentare
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  1. bogo70 sagt:

    Ausgerechnet Fr. Merkel, die von gescheiterter Integration spricht, finde ich sehr unglaubwürdig.
    Aber wie mein Favorit für das Wort des Jahres so schön besagt, es ist Superwahljahr!

  2. delice sagt:

    SPD will „abschließende Regelung“
    AUSBÜRGERUNG Nachdem sie ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen hat, prüft die Innenbehörde jetzt ein Aufenthaltsrecht für zwei kurdische Kinder

    http://www.taz.de/regional/nord/bremen/artikel/?dig=2009%2F04%2F27%2Fa0178&cHash=16453d950f


    “Libanesin oder Türkin?Kleiner Buchstabe, große Wirkung

    ….
    Die Verfahren ins Rollen gebracht hatte ein einziger Buchstabe: Die Mutter hatte in ihrem abgelehnten Asylantrag von 1985 einen türkischen Buchstaben benutzt, der bei der regelmäßigen Überprüfung ihrer Duldung 20 Jahre später entdeckt worden war. ….”

    http://www.han-online.de/HANArticlePool/00000120d948f52f0057006a000a00521c4b9830

  3. Knuthilde sagt:

    Schade, dass ihr eine so nette Dame wie die Frau Merkel kritisiert.

  4. Siegismund sagt:

    Die Überschrift: „Angela Merkel reagiert auf Einbruch der Einbürgerungzahlen mit Feierlichkeiten“ ist irreführend, scheint es doch, als würde sie die Tatsache feiern, dass es weniger Einbürgerungen gibt.

  5. Non-EU-Alien sagt:

    Mir ist nicht ganz klar was diese „Reaktion“ (Verleihung von 16 Einbürgerungsurkunden im Kanzleramt) an der allgemeinen Situation, d.h. dramatischer Rückgang von Einbürgerungen, ändern soll. Wird in Berlin ernsthaft geglaubt, dass wegen so einer Show die Zahl der Einbürgerungsanträge jetzt super steigen wird?

    Ansonsten kann ich mich mit den anderen Kommentaren unserer Kanzlerin schon anfreunden.

    Es wäre allerdings schön, wenn auch kürzlich ausgesprochene Meinungen von Urgesteinen wie Rita Süssmuth Gehör finden würden und konstruktiv in der Regierung diskutiert werden würden. Persönlich denke ich, dass dies eher zu einem Anstieg der Einbürgerungen führen würde, falls dies wirklich gewünscht ist.



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