Die Internationale Organisation für Migration präsentiert die Rückkehr von Geflüchteten in ihre Herkunftsländer als Neuanfang. Doch hinter den Erfolgsgeschichten stehen oft andere Geschichten. Eine Spur führt zu europäischen Millionen.
Die Großmutter floh vor dem Krieg, die Tochter wuchs mit ihren seelischen Wunden auf. Erst Jahrzehnte später begann die Familie zu verstehen. Eine persönliche Geschichte über verdrängtes Leid, die Kraft der Erinnerung und die Frage, was die Erfahrungen früherer Generationen mit heutigen Geflüchteten verbindet. Von Sophia Hiss
Die Stadt Leverkusen schiebt zwei Mitglieder einer Familie ab und trennt sie, obwohl die Härtefallkommission für ihren Verbleib in Deutschland ist. Die Stadt beruft sich auf Gerichtsurteile. Doch das Gesetz erlaubt ausdrücklich eine humanitäre Ausnahme. Warum wurde sie nicht genutzt?
Kinder mit gesundheitlichen Beschwerden, ein kranker Mann und Vorwürfe mangelnder Versorgung. Mehr als zehn Tage mussten sechs Personen in einer Grenzverfahrenseinrichtung am Berliner Flughafen bleiben. Das Verwaltungsgericht Cottbus hält einen weiteren Aufenthalt nicht für zumutbar. Pro Asyl sieht grundsätzliche Probleme.
Während Tausende vor dem Krieg im Jemen fliehen, versuchen andere, über dasselbe Land nach Saudi-Arabien zu gelangen. Sie hoffen auf Arbeit und ein besseres Leben. Für mindestens 139 Menschen endete die gefährliche Reise nun mit dem Tod auf See. Die Katastrophe wirft ein Schlaglicht auf eine Migrationsroute, auf der Gewalt, Ausbeutung und Tod zum Alltag gehören.
Nach ihrer Flucht aus Kiew kommen Tetiana Kalitchenko und ihre Tochter in Norddeutschland an. Was folgt, ist ein langer Weg durch Sprachkurse, Wohnungssuche und Anerkennung - und die Bedeutung helfender Hände. Von Tetiana Kalitchenko
Ein drei Monate altes Mädchen erhält eine Abschiebungsandrohung, obwohl seine Eltern vorerst in Deutschland bleiben dürfen. Das VG Wiesbaden stoppt die Entscheidung und kritisiert das Bamf mit ungewöhnlich deutlichen Worten. Ein Blick in die Dienstanweisung der Behörde macht den Fall noch brisanter.
Nach vier Jahren sinkender Verfahrensdauer kehrt sich der Trend um: Wer gegen einen Asylbescheid klagt, wartet je nach Bundesland wieder länger – und je nach Bundesland unterschiedlich lange. Das Bamf spielt dabei eine maßgebliche Rolle.
Gefesselt, ohne zu wissen, wohin die Reise geht: Die USA schieben Menschen in afrikanische Staaten ab, zu denen sie oft keinerlei Verbindung haben. Selbst Schutz vor Folter bewahrt Betroffene nicht davor. Human Rights Watch und UN-Experten kritisieren scharf.
Ein Palästinenser sucht in Deutschland eine Polizeiwache auf und bittet um Asyl. Dann kommt er wegen angeblicher Fluchtgefahr in Haft. Drei Jahre später stellt der Bundesgerichtshof fest: Die Haft war rechtswidrig. Abschiebungshaft brauche mehr als bloße Vermutungen.