In Bologna kommt ein Marokkaner ums Leben, während ihn zwei Polizeibeamte am Boden halten. Viele Fragen zum Einsatz sind offen: Warum wurde der 42-Jährige weiter fixiert, obwohl er bereits gefesselt war? Der Fall sorgt in Italien für viele Schlagzeilen. Jetzt soll geklärt werden, was genau geschah. Von Christoph Sator
Seit drei Jahren arbeitet die EU mit Tunesien zusammen, um Fluchtmigration über das Mittelmeer zu begrenzen. 46 Organisationen ziehen eine verheerende Bilanz: Europäische Gelder stärkten Sicherheitskräfte, denen Gewalt, Folter und Abschiebungen in die Wüste vorgeworfen werden.
Viele Rohingya leben seit Jahren unter bedrückenden Bedingungen in Myanmar oder in Lagern in Bangladesch. Viele flüchten und riskieren ihr Leben auf See. Jetzt sollen zwei Boote im Golf von Bengalen gesunken sein. Leichen treiben im Meer. UNHCR und IOM zeigen sich tief besorgt.
Eine internationale Erhebung zeigt weiterhin breite Zustimmung zur Aufnahme von Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen. Gleichzeitig wachsen Zweifel an Schutzgründen, Integration und der Bereitschaft, weitere Geflüchtete im eigenen Land aufzunehmen.
Eine bundesweite Erhebung zeichnet ein alarmierendes Bild: Viele geflüchtete Kinder haben keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung, gesunder Ernährung, angemessenem Wohnen, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.
Weniger Ankünfte, mehr Tote: Nach UN-Angaben sank die Zahl der über See angekommenen Geflüchteten um 47 Prozent, während die Opferzahlen stiegen. Restriktive Grenzkontrollen treiben Menschen auf längere und riskantere Fluchtrouten. Von Gundula Haage
Im tschadischen Adré versorgen sudanesische Geflüchtete andere Geflüchtete in einer improvisierten Klinik, geben Unterricht und bieten Traumahilfe an. Weil UN-Hilfen gekürzt werden, wird Selbstorganisation zur Überlebensstrategie. Von Bettina Rühl
Minderjährige Asylsuchende sind bei Krankheit nicht mehr auf Akut- und Notfallversorgung beschränkt. Sie erhalten Leistungen wie gesetzlich versicherte Kinder. Die Bundesregierung setzt damit EU-Recht um – in einer Reform, die Schutzsuchende sonst vor allem mit Verschärfungen trifft.
Zum Weltflüchtlingstag warnen 275 Organisationen vor einer restriktiveren Asylpolitik in Deutschland und Europa. Sie kritisieren, dass Geflüchtete im Wahlkampf zu Feindbildern gemacht und grundlegende Rechte infrage gestellt werden.
Psychotherapeutin Amira Sultan sieht wachsende Angst unter Geflüchteten. Neben Kriegen in den Herkunftsregionen belasten auch Asylverschärfungen, fehlende Therapieplätze und das Gefühl, in Deutschland nicht ankommen zu dürfen. Von Karen Miether