
Mit Bettlaken erhängt
USA: Elfter mexikanischer Migrant in ICE-Gewahrsam verstorben
In der zweiten Amtszeit von US-Präsident Trump sind bereits elf Mexikaner in Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörden gestorben. Der jüngste Fall betrifft eine Haftanstalt in Kalifornien. Mexiko fordert umfassende Aufklärung.
Dienstag, 03.03.2026, 11:10 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 03.03.2026, 11:10 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Das mexikanische Außenministerium hat am Montag (Ortszeit) über den Tod einer mexikanischen Person im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörden (ICE) informiert. Die nicht namentlich genannte Person befand sich in der Einwanderungshaftanstalt von Adelanto im Bundesstaat Kalifornien. Mexiko forderte „eine sofortige und umfassende Untersuchung“ der Umstände, die zum Tod von Landsleuten in ICE-Gewahrsam geführt haben.
Angesichts der Schwere der Vorfälle aktivierte das mexikanische Konsulat in San Bernardino umgehend konsularische Schutzmaßnahmen. Von den US-Behörden forderte das mexikanische Außenministerium die Krankenakte und die Berichte der Haftanstalt an. Der Vorfall müsse „vollständig aufgeklärt“ werden und dürfe sich nicht wiederholen, betonten die mexikanischen Behörden.
34-Jähriger tot in Zelle aufgefunden
Gemäß der Todeslisten von ICE starben während der zweiten Amtszeit von Donald Trump mindestens elf Mexikaner in Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörden. Der letzte bekannte Fall war derjenige des 34-jährigen Heber Sánchez Domínguez, der im Januar in Georgia festgenommen wurde, nachdem er einen Autounfall verursacht hatte.
Laut Angaben von ICE wurde Sánchez mit einem Bettlaken in seiner Zelle erhängt aufgefunden. Auch in diesem Fall hatten die mexikanischen Behörden die Aufklärung des genauen Sachverhalts gefordert.
Die von privaten Unternehmen geführten Haftanstalten stehen seit Jahren in der Kritik von Menschenrechtsorganisationen. So untersuchte die Menschen- und Bürgerrechtsorganisation ACLU die 70 Todesfälle von Migranten in ICE-Gewahrsam, die sich zwischen 2017 und 2024 ereigneten. In ihrer Studie kam die Nichtregierungsorganisation zu dem Schluss, dass 95 Prozent dieser Todesfälle durch eine „rechtzeitige medizinische Versorgung“ hätten verhindert werden können. (epd/mig) Aktuell Ausland
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