
Neue IOM-Daten
2025 starben täglich 21 Menschen auf der Flucht
Mindestens 7.667 Menschen sind 2025 laut den UN auf Migrationsrouten weltweit gestorben oder gelten als vermisst – weil sichere Fluchtwege fehlen. Statt Schutz zu schaffen, treibt die Abschottungspolitik verzweifelte Geflüchtete in die Hände von Schleppern.
Sonntag, 01.03.2026, 13:53 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 01.03.2026, 13:53 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Tausende Geflüchtete und Migranten sind laut den Vereinten Nationen im vergangenen Jahr auf ihren Reiserouten ums Leben gekommen oder werden vermisst. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag in Genf mitteilte, wurden für 2025 weltweit 7.667 entsprechende Fälle erfasst. Die UN-Organisation rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, sichere und reguläre Wege für Geflüchtete und Migranten auszubauen und sicherzustellen, dass Menschen in Not geschützt werden.
Die Zahl für 2025 ist laut IOM niedriger als die fast 9.200 Toten und Vermissten, die 2024 verzeichnet wurden, 2023 galt als das tödlichste Jahr seit 2014. Dies spiegele zwar wider, dass weniger Menschen gefährliche irreguläre Migrationsrouten nähmen. Zugleich würden humanitäre Organisationen aufgrund von begrenztem Informationszugang und finanziellen Engpässen weniger Todesfälle auf den wichtigsten Routen erfassen.
IOM beklagt Fehlen sicherer Fluchtrouten
Die IOM forderte einen entschlossenen Kampf gegen Schleuserbanden, die Menschen ausbeuteten und ihr Leben gefährdeten. „Der anhaltende Verlust von Menschenleben auf Migrationsrouten ist ein globales Versagen, das wir nicht als normal hinnehmen dürfen“, sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope. Seien sichere Fluchtrouten nicht verfügbar, „bleibt vielen Menschen keine andere Wahl, als riskante Wege einzuschlagen“. Dabei gerieten sie häufig in die Gewalt von Schleusern und Menschenhändlern.
Zu den gefährlichsten Wegen zählten laut IOM Fluchtrouten über das Meer. Im vergangenen Jahr seien mindestens 2.185 Menschen im Mittelmeer gestorben oder sie gelten als vermisst. Weitere 1.214 gestorbene oder vermisste Menschen seien auf der Route von Westafrika über den Atlantik zu den Kanarischen Inseln registriert worden. Zudem seien 2025 sterbliche Überreste von mindestens 270 Menschen an die Küsten des Mittelmeers gespült worden, ohne dass sie mit bekannten Unglücken in Verbindung gebracht werden konnten. (epd/mig) Aktuell Panorama
Wir informieren täglich über das Wichtigste zu Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Unterstüzte diese Arbeit und verpasse nichts mehr: Werde jetzt Mitglied.
MiGGLIED WERDEN- Berlin-Monitor Jeder Dritte fühlt sich von Muslimen bedroht
- Keine Behörde ohne Rassismus Ataman: Innenminister Dobrindt ignoriert eigene…
- Das Repressionskarussell Erst gegen Geflüchtete – dann gegen alle
- „Missbräuchliche Vaterschaft“ Wenn die Ausländerbehörde entscheidet, wer Vater ist!
- Flüchtlingspolitik Athen und Berlin planen Abschiebelager in Afrika
- „Massivste Verschärfung seit 1993“ Bundestagsausschuss beschließt Asylreform

