AfD, Rechtsextremismus, Fahne, Fahnen, Deutschland
AfD-Wahlkampf-Bühne (Archiv) © Jens Schlüter/AFP

4. Juli 1926/2026

AfD-Parteitag am NSDAP-Parteitag

Die AfD will sich im Juli zum Bundesparteitag in Erfurt treffen. Auf den Tag genau vor 100 Jahren traf sich in Weimar auch die NSDAP zum Parteitag. Politiker und ein Historiker reagieren entsetzt.

Dienstag, 17.02.2026, 12:47 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 17.02.2026, 12:47 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Angesichts des Datums für den AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Erfurt wächst die Kritik an der Datumswahl. Der Termin liegt genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag, der 1926 in Weimar stattfand. „Die bewusst gewählte Parallele zeigt wieder einmal, wessen Geistes Kind die AfD ist“, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Serap Güler, dem „Kölner Stadtanzeiger“. „Die AfD weiß genau, was sie tut. Es widert mich an, wie wenig Anstand und Respekt diese Partei vor unserer Geschichte hat. Meine Güte, für wie dumm halten die uns alle eigentlich!“, sagte die CDU-Politikerin.

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Der frühere SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich sagte in Anspielung auf eine frühere Aussage von Parteigründer Alexander Gauland: „Dieses Parteitagsdatum reiht sich ein in die Behauptung, der Nationalsozialismus sei ein ‚Vogelschiss in der deutschen Geschichte‘ gewesen“. Erneut nutze die AfD gezielte Provokationen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Ein historischer Zufall, „den man achselzuckend zur Kenntnis nehmen kann“, sei die Wahl des Datums sicher nicht.

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Experte: Signal der Verbundenheit

Auch der Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der TU Dresden, Jörg Ganzenmüller, sprach von „einem bewussten symbolischen Akt, der auf mehreren Ebenen wirkt.“ Zum einen sende die AfD damit ein Signal der Verbundenheit an die rechtsextreme Szene, der die Geschichte der NSDAP geläufig ist.

„Zum anderen wahrt sie in der Öffentlichkeit die Fassade der Bürgerlichkeit, indem sie sich ahnungslos gibt und die historische Bedeutung herunterspielt. Damit bleibt sie zugleich für andere Wähler anschlussfähig“, sagte der Wissenschaftler.

AfD widerspricht Kritik

Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Stefan Möller wies die Kritik zurück. „Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Wer wegen des Parteitags der AfD in Erfurt fatale Parallelen zu einem NSDAP-Parteitag in Weimar vor 100 Jahren ausmacht, ist offenkundig nur an einer zwanghaften Instrumentalisierung der Geschichte interessiert“, sagte er der Zeitung.

Die NSDAP traf sich am 3 und 4. Juli 1926 in Weimar zum ersten Parteitag nach ihrer Neugründung, dabei wurde unter anderem die Hitlerjugend gegründet. (dpa/mig) Aktuell Politik

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