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Vorort von Damaskus/Syrien im Oktober 2025 © Dylan Collins/AFP

Flüchtlingspolitik

Syrien bittet Deutschland bei Abschiebungen um Geduld

Seit Dezember schiebt Deutschland vereinzelt wieder Geflüchtete nach Syrien ab – und will die Zahl der Rückkehrer weiter anheben. Damaskus zeigt sich grundsätzlich offen dafür, warnt aber vor dem falschen Zeitpunkt. Das Land sei noch nicht so weit.

Sonntag, 15.02.2026, 12:09 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 15.02.2026, 12:09 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Das syrische Außenministerium hat sich erneut gegen die zeitnahe Rückkehr von Flüchtlingen aus Deutschland nach Syrien ausgesprochen. „Wir bitten Deutschland darum, die syrischen Flüchtlinge zu verstehen und uns noch mehr Zeit zu geben für den Wiederaufbau“, sagte der Direktor für konsularische Angelegenheiten im syrischen Außenministerium, Mohammed Yaqub al-Omar, dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

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Der Regierungsvertreter warnte vor den möglichen Folgen, sollte Deutschland schon bald größere Gruppen nach Syrien abschieben. „Die Rückkehr tausender Syrer nach Syrien zum jetzigen Zeitpunkt könnte die humanitäre Krise verschärfen und bedeuten, dass viele Menschen in Flüchtlingslagern leben müssen“, sagte al-Omar. Wegen zerstörter Wohnungen, Schulen, Straßen und mangelnder Stromversorgung seien viele Menschen innerhalb Syriens geflohen, allein im Norden des Landes lebten seiner Aussage nach derzeit 1,5 Millionen Menschen in Zeltlagern.

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In einem Bericht warnen die Vereinten Nationen im Falle Afghanistans von ähnlichen Effekten. Millionen Menschen seien seit Abzug westlicher Truppen aus dem Land wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Viele fänden keine Arbeit und verschärften dabei die humanitäre Krise. Besonders stark betroffen sind den Angaben zufolge Frauen.

Bereits vor gut einem Jahr hatte der syrische Außenminister der Übergangsregierung, Asaad al-Schaibani, mit Blick auf die Zustände keine Notwendigkeit für eine rasche Rückkehr seiner Landsleute aus Deutschland in die alte Heimat gesehen.

Damaskus offen für Rückkehr von Syrern nach Wiederaufbau

Derzeit gehe die Übergangsregierung den Wiederaufbau an, um die eigenen Landsleute wieder aufnehmen zu können, sagte al-Omar. „Deutschland stand stets an der Seite der Syrer nach Ausbruch des Krieges, das wissen wir zu schätzen“, sagte er dem „Focus“ bei der Eröffnung des syrischen Generalkonsulats in Bonn in diplomatischem Ton.

Ob die Worte al-Omars in Berlin vernommen werden, wird bezweifelt. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag indes darauf geeinigt, wieder nach Syrien abzuschieben – beginnend mit Straftätern und Gefährdern. Unionspolitiker argumentierten wiederholt, Syrien brauche seine Landsleute für den Wiederaufbau. Beobachter jedoch bezweifeln, dass Straftäter dabei behilflich sein können, ein Land wiederaufzubauen. Im Dezember 2025 wurde erstmals wieder ein Syrer in Begleitung der Bundespolizei per Linienflug nach Damaskus gebracht, seitdem fanden weitere Abschiebungen statt.

Bei vielen Syrerinnen und Syrern in Deutschland steht eine Rückkehr in die alte Heimat nicht oben auf der Prioritätsliste. Einer jüngsten Umfrage zufolge ist der Antrag auf Einbürgerung deutlich populärer als ein Flugticket nach Damaskus. (dpa/mig) Aktuell Politik

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